Archiv der Kategorie 'Women'

AMED

„Hey wax li min, wax! Ev çi dinya ye?
Kurdistan bin destê dijmana ye,
Mal û milkê min ji xelkê re maye.
Bextê dinyayê îro nemaye.“

„Ach her je, ach!
Was ist das bloß für eine Welt?
Kurdistan liegt in den Händen der Feinde,
Mein Haus und Eigentum gehört nun anderen.
Die Welt hat heute kein Erbahmen.“

Diese kurdische Mutter protestierte heute in Amed gegen die Absetzung der Oberbürgermeister von Amed, Mêrdîn und Wan und gegen die Inhaftierungen von über 400 HDP-Politiker*innen. Das Lied von Aram Tigran ist mehrere Jahrzehnte alt und immer noch aktuell.


MemeSopotamia

Guerillakämpferin Sarah Handelmann bei Luftangriff gefallen

Die deutsche Guerillakämpferin Sarah Handelmann ist am 7. April bei einem türkischen Luftangriff auf die Medya-Verteidigungsgebiete gefallen. Die HPG sprechen ihren Angehörigen ihr Beileid aus.

https://anfdeutsch.com/uploads/de/articles/2019/06/20190621-sehid-sara-jpgb13ff0-image.jpg

Das Pressezentrum der Volksverteidigungskräfte HPG hat eine Erklärung zum Tod der Internationalistin und Guerillakämpferin Sarah Handelmann abgegeben, die am 7. April bei einem türkischen Luftangriff auf die südkurdischen Medya-Verteidigungsgebiete ums Leben gekommen ist. In der Erklärung heißt es:

„Der Kampf um Widerstand wird in allen Teilen Kurdistans mit großer Selbstlosigkeit, Fleiß und Hingabe geführt. Während das Echo dieses Befreiungskampfes unter Federführung der PKK rund um den Globus widerhallt, nehmen die selbstlosen Kämpfe unserer Gefallenen für den Aufbau eines freien Lebens ihre Plätze in der Geschichte ein.

Viele unserer Freundinnen und Freunde, die sich am Kampf gegen die faschistisch-rassenfanatische türkische Besatzungsarmee beteiligen, haben in unserem historischen Widerstand Heldenmut bewiesen und dem Faschismus in Kurdistan keinen Fußbreit überlassen. Eine dieser Freundinnen ist die internationalistische Kämpferin und Guerillakommandantin Sara Dorşîn (Sarah Handelmann). Heval Sara ist am 7. April bei einem Luftangriff der türkischen Besatzungsarmee auf die Medya-Verteidigungsgebiete gefallen.”

http://hezenparastin.info/sehit/wene/sehit_kunyeleri/2019/sara_sarah.jpg

Codename: Sara Dorşîn

Vor- und Nachname: Sarah Handelmann

Geburtsort: Deutschland

Todestag und -ort: 7. April 2019 / Medya-Verteidigungsgebiete

Zur Biografie von Sarah Handelmann teilen die HPG mit:

„Unsere Freundin Sara kam 1985 in Deutschland zur Welt. Bereits in jungen Jahren erkannte sie die Asozialität des Kapitalismus und begab sich auf die Suche nach dem Kampf, den sie führen wollte. Sie engagierte sich für eine Vielzahl sozialistischer Organisationen, der kurdische Befreiungskampf beeindruckte Sara besonders. Die Vernichtungspolitik, die dem kurdischen Volk auferlegt wird, empfand sie so, als sei ihr eigenes Volk davon betroffen. Sara war sich der demokratischen Einheit der Völker bewusst und glaubte daran, dass die Befreiung aus den Klauen der kapitalistischen Moderne, die den Menschen verdirbt, die Gesellschaft ausbeutet und in Stücke reißt, in der demokratischen Moderne liegt. Sie glaubte daran, dass die demokratische Moderne eine politisch-moralische Gesellschaft ermöglichen kann. Als Resultat ihrer Suche kam Sara im Jahr 2017 in die Berge Kurdistans, um sich der PKK anzuschließen, deren Grundlage die Ideologie nach einem freien Leben des Vordenkers Abdullah Öcalan ist. In den unendlichen Bergen Kurdistans wurde Sara eine Guerillakämpferin und passte sich sehr schnell an das Leben dort an. In dieser Zeit setzte sie sich intensiv mit der Frauenbefreiungsideologie der kurdischen Bewegung auseinander. Sara nahm ihren Platz in den Reihen der Frauenguerilla YJA-Star ein und knüpfte tiefe Freundschaften zu ihren Genossinnen. Sie war eine besonders beliebte Freundin ihrer Kameradinnen.

Sara entwickelte sich sehr schnell. Besonders im militärischen Bereich machte sie erhebliche Fortschritte. Als moderne zeitgenössische Kämpferin übernahm sie bei der Guerilla die Funktion der Teamkommandantin. Sie erfüllte ihre Aufgaben stets gewissenhaft und war in den Augen ihrer Freundinnen und Freunde eine Führungspersönlichkeit. In jedem Moment ihres Lebens bei der Guerilla kämpfte sie mit aufrichtiger Liebe für die Freiheit. Bis zu ihrem Tod war Sara eine aktive Guerillakommandantin, die ihren Platz im Befreiungskampf Kurdistans einnahm.

Genoss*innen wie Andrea Wolf (Ronahî), Uta Schneiderbanger (Nûdem), Jakob Riemer (Şiyar) und unzählige weitere Freundinnen und Freunde, die Symbole dieser Suche nach Freiheit wurden, kämpfen auch jetzt viele Genoss*innen aus Deutschland und anderen Ländern Europas in unseren Reihen. Auch Sara war ein wichtiger Teil unseres Freiheitsmarschs. Sie war der Ansicht, dass die gesamte Menschheit in Frieden zusammenkommen und ihre Muttersprache sprechend nach ihrer eigenen Kultur und nationalen Werten leben sollte. Sara wollte, dass sich die Gesellschaft auf Grundlage einer demokratischen Nation organisiert, um die Freiheit zu erreichen und ein freies Leben zu führen.

Die geschätzte Familie Handelmann kann nicht stolz genug auf ihre Tochter Sara sein, die ihren Kampf für die Freiheit führte. Angesichts dieses schmerzvollen Verlusts sprechen wir den Angehörigen von unserer Freundin Sara unser aufrichtiges Beileid aus.

In der Person von Sara Dorşîn erinnern wir noch einmal an alle internationalistischen Gefallenen, die als Zeichen der Solidarität der Völker im Befreiungskampf der unterdrückten Völker ihr Leben verloren haben. Wir versprechen, die von ihnen an uns übergebene Fahne der Freiheit in den Sieg zu tragen.”

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ANF

Der Widerstand verbindet uns alle: Nachruf auf Sarah Handelmann

Sarah Handelmann ist am 7. April als Guerillakämpferin bei einem türkischen Luftangriff auf die Medya-Verteidigungsgebiete ums Leben gekommen. Ihre Freund*innen teilen ihre Erinnerungen an sie.

Wir, ein paar Freund*innen von Sara, möchten gerne ein paar Erinnerungen an sie mit euch teilen.

Sara ist uns eine sehr bedachte, engagierte und herzliche Freundin. Sie begleitete uns auf mehreren Schritten ihres Lebens und hat uns immer zu vielen Diskussionen angeregt. Unsere geliebte Freundin ist im Kampf für ein freies solidarisches Leben, mit all ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit, bei einem Luftangriff des türkischen Militärs in den freien Bergen Kurdistan getötet worden. Es ist nicht einfach, unsere Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. Dennoch wollen wir jetzt all unsere Kraft zusammen bringen und ein paar Erinnerungen an sie zusammen tragen, damit die Wünsche und Gedanken von Sara in uns allen weiter leben.

Einer ihrer größten Wünsche war es, einen Text an die revolutionäre Linke, an anarchistische und feministische Gruppen hier in Europa zu schreiben. Sie wollte ihnen sagen, wie wichtig es ist, dass wir uns gemeinsam organisieren, um dem patriarchalen System eine klare Haltung entgegenzusetzen, anstatt uns weiter spalten und vereinzeln zu lassen. Es ging ihr nicht darum, dass wir alle eine einheitliche Meinung zu allem entwickeln und unsere Widersprüche unter den Teppich kehren, um nach Außen eine Stärke zu vertreten, die wir nach innen gar nicht vertreten können. Auch sie selbst trug ganz viele Widersprüche in sich, doch sie wollte sich dem stellen, wollte sich mit sich selbst auseinandersetzen, ihre Persönlichkeit durchleuchten und gemeinsam durch die Methode des kurdischen Freiheitskampfes, der Kritik und Selbstkritik, an sich arbeiten, um eine militante Persönlichkeit zu entwickeln. Dafür müssen wir bei uns selbst beginnen, unsere Widersprüche können uns dazu anregen, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen, fragend voranzuschreiten und uns solidarisch aufeinander zu beziehen. Wirkliche Freundschaften fürs Leben einzugehen und eben auch, wenn es sein muss, uns bis zuletzt zu verteidigen und eine klare Haltung zu bewahren. Wenn wir diese verbindenden Momente erkennen, in denen wir alle gemeinsam betroffen sind und uns füreinander einsetzen, können wir, egal wo auf dieser Welt, eine Veränderung erzielen und eine starke kraftspendende Quelle sein. Indem wir voneinander lernen und uns Sara sowie alle anderen freiheitsliebenden Menschen in Erinnerung rufen, die vor uns diesen Weg gegangen sind und in jeglichen Momenten ihres Lebens Widerstand leisteten, können wir uns bis heute auf diese wertvolle Geschichte eines freien Lebens beziehen und sie nicht nur eine unerreichbare Utopie bleiben lassen.

Saras Suche hatte sie bis in die Berge Kurdistans gebracht. Sie war sehr beeindruckt von der autonomen kurdischen Frauenorganisierung, die sie 2016 in Bakur [Nordkurdistan] kennengelernt hatte und über die sie gemeinsam mit Freundinnen den Film „Xwebûn“ gedreht hatte. Das ist etwas, was sie uns neben allen Erinnerungen hinterlassen hat. Eine Welt, in der Frauen aus den Nachbarschaften sich selbst organisieren und ein solidarisches Miteinander leben, eine Jineolojî-Akademie aufgebaut haben, wo sie gemeinsam diskutieren und die Angriffe des Patriarchats in all seinen Facetten analysieren und Lösungsmöglichkeiten finden, wie wir uns gemeinsam dagegen, auch auf ideologischer Basis, selbst verteidigen können – nämlich indem wir uns selbst kennenlernen, Selbstbewusstsein entwickeln und uns kollektiv organisieren.

Dieser Kampf und auch die kollektive Auseinandersetzung mit dem Tod waren wohl sehr bewegende Momente für sie. Bei der Beerdigung des jungen Mädchens Rozerîn war sie mit der Kamera dabei. Rozerîn, die während der Belagerung der Altstadt Sûr (Amed) ihr Leben verlor, wird von den Familien und der Nachbarschaft zum Grab gebracht, viele Frauen halten Reden, die Eltern pflanzen Blumen auf ihr Grab. Es wird ein Gedicht von Nazim Hikmet vorgelesen, das die Schülerin vor kurzem selbst in der Schule vorgetragen hatte. Es trägt den Titel „Über das Leben“ und geht darum, dass egal in welcher Lage du dich befindest, du immer weiter kämpfen musst für ein freies Leben, auch wenn du dich im Gefängnis befindest und weißt, noch achtzehn Jahre liegen vor dir, du zweifelst nie daran, dass der Krieg gegen die Menschlichkeit irgendwann vorbei ist. Oder dass du auch als 80-Jähriger noch einen Olivenbaum pflanzt und zwar nicht, weil du ihn etwa an deine Kinder weitergeben willst, sondern weil du an den Tod nicht glaubst.

Mit diesen Erinnerungen wollen wir ihr gedenken und hoffen natürlich auch, dass noch viele weitere Freunde und Freundinnen ihre Verantwortung erkennen, die Erinnerungen, Gespräche und Ideen von Sara miteinander zu teilen, damit wir sie verwirklichen können und ihnen gerecht werden. Das ist, was wir für sie weiter tun können und was sie in uns am Leben lässt.

Wir möchten gerne mit einem Zitat von Erich Fromm aus „Haben oder Sein“ an sie erinnern:

„Trotz dieser Sicherheit des Habens

bewundern wir aber Menschen mit einer Vision von etwas Neuem.

Die neue Wege bahnen, die den Mut haben voran zu schreiten.

In der Mythologie verkörpert der Held symbolisch diese Existenzweise.

Der Held ist ein Mensch, der den Mut hat, zu verlassen was er hat

– sein Land, seine Familie, sein Eigentum – und in die Fremde hinauszuziehen,

nicht ohne Furcht, aber ohne ihr zu erliegen.“

Mit diesen Worten wollen wir unserer Freundin Sara sagen, dass sie eine dieser Heldinnen war, die den Geist des Widerstandes verkörperte und die auf ihrem Weg Brücken baute, die wir weiter verfolgen werden und für die wir ihr auf ewig dankbar sind.

Louise Michel schrieb in ihrem Nachlass die Worte:

„Wir kommen wieder, wir sind wie die von Kugeln durchlöcherten Fahnen. Wir wurden geopfert, wir wissen und akzeptieren es. Nicht unseretwegen, sondern für diejenigen, die tot sind. Und an ihrem Todestag vereinigen sich unsere Hände auf ihren Gräbern.“

Der Nachlass von Sara verbindet uns alle und wir werden ihr ewig treu bleiben. Der Widerstand der Frauen befreit uns alle! Jin Jiyan Azadî! Frauen, Leben, Freiheit! Şehîd namirin!

ANF

Nadia Murad

Im August 2014 überfallen Truppen des Islamischen Staats das jesidische irakische Dorf Kocho, die Heimat der heute 25-jährigen Nadia Murad. Nadia wird wie viele andere Frauen ihres Volkes verschleppt und Opfer von Demütigungen, Folter und Vergewaltigung. Heute ist sie die Stimme ihres Volkes. Als UN-Sonderbotschafterin kämpft sie für die Anerkennung des Völkermords an den Jesiden.

Nachdem sie 2014 den Völkermord an den Jesiden im Nordirak überlebt und der sexuellen Versklavung durch den IS entflohen war, legte Nadia Murad Zeugnis vor dem UN Sicherheitsrat ab. Ihre Aussagen bewegten die ganze Welt. Über Nacht wurde Nadia das Gesicht der Jesiden, einer über Jahrhunderte verfolgten und bis dahin stimmlosen religiösen Minderheit. Obwohl sie sich nach einem normalen Leben weit weg des Scheinwerferlichts sehnte, wuchs Nadia nach und nach in die Rolle einer Aktivistin, in der Hoffnung, den Genozid zu stoppen und die IS-Kommandeure vor Gericht zu bringen. Immer und immer wieder erzählte sie ihre entsetzliche Geschichte Journalisten, Politikern und Diplomaten – und wurde so Teil einer ihr fremden, global verstrickten Welt.
Mit intimem Zugang zu Nadias täglichem Leben und einen Blick hinter die Kulissen der oft absurden Konstellationen internationaler Politik, begleitet ARTE Nadia während ihrer Kampagne in ein Flüchtlingscamp in Griechenland, bei erschütternden Medien-Interviews, bewegenden Reden vor den Vereinten Nationen und Treffen mit hohen Regierungsvertretern. Der Film enthüllt das Ungleichgewicht zwischen dem Preis, den Nadia zahlt und der Erlösung, die sie mit ihrer Arbeit erfährt. Fernab von der Bühne blitzt hin und wieder die Nadia auf, die sie einst war: ein willensstarkes Mädchen, das davon träumte, einen eigenen Schönheitssalon in ihrem Dorf zu eröffnen.

Der Film enthüllt die immensen Hürden, die einer verwundeten Minderheit im Weg liegen, bevor sie gehört wird.

ARTE

YPJ: Wir werden die Revolution verteidigen

Die Generalkommandantur der YPJ hat anlässlich des Welt-Kobanê-Tages eine Erklärung abgegeben. Darin kündigen die Frauenverteidigungseinheiten an, „entschlossen und mit Eigenkraft die Revolution von Rojava und der Menschheit zu verteidigen“.

Als der sogenannte Islamische Staat (IS) am 13. September 2014 die nordsyrische Stadt Kobanê umzingelte und auf barbarische Weise angriff, trat der Name Kobanê plötzlich ins Zentrum der Weltöffentlichkeit. Gegen die „schwarze Pest“, leistete eine ganze Stadt mit all ihrer Existenz einen 134 Tage andauernden unbeugsamen Widerstand, an dessen Ende der Islamische Staat in Kobanê besiegt wurde.

Dass es in Kobanê um viel mehr als die Eroberung einer Stadt ging, wurde sehr schnell deutlich. Die Dialektik zwischen der Verteidigung Kobanês und dem Eintreten für universelle Werte der Menschheit verlieh dem Kampf sowohl einen globalen als auch symbolischen Charakter. Aus diesem Grund haben sich Menschen weltweit unter dem Motto ‚Überall ist Kobanê, überall ist Widerstand!‘ mit Kobanê solidarisiert und den 1. November zum Welt-Kobanê-Tag erklärt. Es waren Hunderttausende Menschen, die in allen fünf Kontinenten für die Revolution in Rojava und gegen den IS auf die Straßen gingen. Diese weltweite Solidaritätswelle leistete einen wichtigen Beitrag für die Befreiung der Stadt.

Anlässlich des heutigen Welt-Kobanê-Tages hat die Generalkommandantur der Frauenverteidigungseinheiten YPJ (Yekîneyên Parastina Jin) eine Grußbotschaft veröffentlicht. Diese lautet:

„Zum Welt-Kobanê-Tag am 1. November beglückwünschen wir die gesamte Menschheit, die Völker des Mittleren Ostens und das Rückgrat des Widerstandes in Nordsyrien und Kobanê; das kurdische Volk. Wir gedenken in tiefem Respekt Arîn Mîrkan, Rêvan Kobanê, der internationalistischen Gefallenen Ivana Hoffmann, Sibel Bulut, Rıfat Horoz und all derer, die ihr Leben für die Befreiung Kobanês und die Revolution Nordsyriens ließen.

Kobanê-Widerstand hat globale Dimensionen

Der weltweite Tag für Kobanê hat die Menschheitsgeschichte geprägt. Von Indien bis Japan, von Pakistan bis nach Ecuador, Peru, Argentinien, Italien und Spanien haben die Völker der Welt das Ende der Angriffe des sogenannten Islamischen Staates gefordert. Demokratie- und Friedensbewegungen glaubten fest daran, dass der Widerstand von Kobanê den Anfang des Weltfriedens markiert und gingen mit der Maxime ‚Überall ist Kobanê, überall ist Widerstand!‘ überall auf die Straßen. Insbesondere der Widerstand der Frauen war richtungsweisend und bewirkte, dass der Kampf um Kobanê globale Dimensionen angenommen hat. Die gesamte Menschheit realisierte, dass es sich beim „IS“ um eine große Gefahr für uns alle handelt und solidarisierte sich überall mit dem Widerstand. Mit dem globalen Ausmaß des Kampfes für Kobanê ist auch die Revolution von Rojava gewachsen und zu einer Schöpferin großer Errungenschaften geworden. Hunderte internationalistische Freiwillige haben sich den Reihen der YPJ und YPG angeschlossen und mit großer Hingabe in Kobanê und Efrîn an vorderster Front gekämpft. Für die Verteidigung menschlicher Werte wandten sie sich der Revolution in Nordsyrien zu, wo viele von ihnen ihr Leben gelassen haben.


Für den IS schlägt die letzte Stunde

Heute liegt der „IS“ in seinen letzten Zügen. Schritt für Schritt wird in Nordsyrien der Dreck der Dschihadisten beseitigt. Diese Schritte tätigen zu können war und ist jedoch nicht einfach. Die herrschenden Kräfte, allen voran die Türkei, agieren weiterhin als Unterstützer der Islamisten. Unter dem Scheingrund, für die Sicherheit Syriens zu handeln, werden schmutzige Pläne ausgehandelt, um den Dschihadisten Rückhalt zu bieten. Es hat sich gezeigt, dass diese Kräfte die Revolution in Syrien und Rojava entsprechend ihren eigenen Interessen lenken zu versuchen und den Willen der Völker zerschlagen wollen. Die letzten Angriffe des türkischen Staates auf Dörfer in Kobanê dienen als konkretes Beispiel für die Absichten in der Region. Obwohl die breite Öffentlichkeit über die Vorgänge bestens informiert ist, wird keine entsprechende Haltung eingenommen. Zweifellos stellt diese Tatsache eine Situation dar, die von den friedfertigen Völkern in Frage gestellt wird.

Entschlossen, die Revolution zu verteidigen

Wir Frauenverteidigungseinheiten leisten weiterhin entschlossen Widerstand gegen alle Angriffe. In diesem Sinne sind wir der Überzeugung, dass jede Person, die einen Kampf für die Freiheit leistet, seiner Verantwortung nachkommt. So wie die Welt im Kampf um Kobanê nicht schwieg und sich solidarisch zeigte, glauben wir, dass sie auch heute zur Verteidigung menschlicher Werte für die Revolution von Rojava und Syrien eintreten wird.

Mit dieser Überzeugung werden wir als YPJ alle Angriffe vereiteln. Mit Eigenkraft werden wir gemeinsam mit unserem Volk entschlossen die Revolution von Rojava und der gesamten Menschheit verteidigen. Unsere Verbundenheit gilt den Gefallenen von Kobanê, den Gefallenen Nordsyriens und den Gefallenen des Widerstandes von Efrîn. Wir gedenken ihrer mit tiefem Respekt und versprechen, zu siegen“.

ANF

Police attack Saturday Mothers at the 700th week of action

Turkish police did not allow the 700th week action of Saturday Mothers at IStanbul’s Galatasaray Square. Following an attack, police detained several people.

Today marks the 700th week of the action by Saturday Mothers, mothers and relatives of the victims of disappearances under the custody of state forces, who have been demanding justice and truth for their beloved ones at Istanbul’s central Galatasaray Square every Saturday.

The mothers were traditionally set to gather at Galatasaray Square for their weekly sit-in action, wearing t-shirts with “Saturday Mothers” writing on them, holding red roses and carnations in their hands as well as banners demanding justice and photographs of their disappeared relatives.

Already deployed at the scene, Istanbul police blockaded the area and did not allow the mothers access to the square.

Amid a siege by the police and security forces from the Yapı Kredi Cultural Centre, even taking photographs has been banned.

Stating that access to Galatasaray Square will not be allowed, police said the action has been prohibited by the Ministry of Interior.

Members of the Human Rights Association (IHD) who are accompanying the mothers and insisted on entering the square, were attacked by the police. Several people have been taken into custody.

ANF


Live Stream in Istanbul / Galatasaray

Polizeiangriff auf Samstagsmütter in Istanbul

Die Polizei in Istanbul hat die 700. Aktion der Samstagsmütter verboten und die Teilnehmer*innen am Galatasaray Platz angegriffen. Es gibt viele Festnahmen.

Heute findet die 700. wöchentliche Aktion der Samstagsmütter statt. Die Frauen fragen nach ihren „verschwundenen“ Angehörigen und fordern die Verurteilung der Täter. Die Polizei verbot die Kundgebung und griff die Teilnehmer*innen an.

Die Aktivist*innen hatten sich zuvor in den Morgenstunden beim Menschenrechtsverein (IHD) getroffen. Sie kamen mit roten Rosen und Nelken zum Verein und trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Samstagsmütter“. Dort wurden die Aufgaben, Plakate und Bilder der Verschwundenen verteilt. Anschließend gingen die Teilnehmer*innen zum Galatasaray-Platz. Die Polizei hatte den Platz umstellt und hinderte die Protestierenden am Betreten. Die Polizei untersagte das Fotografieren und erklärte, die Aktion sei vom Innenministerium verboten worden. Anschließend wurden die Teilnehmer*innen angegriffen, es kam zu vielen Festnahmen.

ANF


Live Stream in Istanbul / Galatasaray

For exiled novelist, Turkey ‚like 1930s Nazi Germany‘

Turkish novelist Asli Erdogan, living in exile in Germany as she risks a life sentence on terror charges at home, thinks the writing is on the wall: her country is sliding into fascism.

The award-winning author, still traumatised by the four months she spent in an Istanbul prison, warns that Turkey’s institutions are “in a state of total collapse”.

In President Recep Tayyip Erdogan—no relation—she sees a man tightening control over everyday Turkish life, emboldened by an outright victory in June elections, sweeping new powers and a crackdown on opponents.

“The extent of things in Turkey is like Nazi Germany,” the flame-haired 51-year-old told AFP in an interview in Frankfurt, her temporary home as she awaits the outcome of her court case in absentia.

“I think it is a fascist regime. It is not yet 1940s Germany, but 1930s,” said Asli.

“A crucial factor is the lack of a judicial system,” she added, describing a country of overcrowded prisons and pro-Erdogan judges in their twenties rushed in to replace ousted peers.

Asli herself was among the more than 70 000 people caught up in a wave of arrests under a state of emergency imposed after a failed 2016 coup against Erdogan.

She was held for 136 days over her links to a pro-Kurdish newspaper before being unexpectedly freed on bail.

The detention of the author of such novels as “The City in Crimson Cloak” and “The Stone Building and Other Places”, famed for their unflinching explorations of loss and trauma, drew international condemnation.

Turkey’s Nobel literature laureate Orhan Pamuk has called her “an exceptionally perceptive and sensitive writer.”

‚Pathetically funny‘

Turkey’s post-coup purge targeted not just alleged backers of preacher Fethullah Gulen, blamed by Ankara for the attempted putsch, but also opposition media and people accused of ties to Kurdish militants.

Turkish authorities reject accusations of widescale rights violations after the coup, and the state of emergency was lifted last month, after Erdogan was re-elected under a new executive-style presidency giving him direct control of ministries and public institutions.

“Erdogan is almost omnipotent,” Asli said.

“He decides on the price of medicine, on the future of classical ballet, his family members are in charge of the economy… Opera, which he hates, is also directly tied to him,” she added, chuckling.

“That’s the nice thing about fascism, it’s also pathetically funny sometimes.”

Turkish lawmakers have also approved new legislation giving authorities greater powers in detaining suspects and imposing public order, which officials say is necessary to combat multiple terror risks.

“It’s an emergency state made permanent,” said Asli.

‚Not bluffing‘

As for herself, Asli has given up hope of being acquitted and returning to Turkey anytime soon.

“They are not bluffing,” she said she realised after several journalists were sentenced to life terms.

She faces charges of spreading “terror propaganda” for her work as a literary adviser to the newspaper Ozgur Gundem.

The paper itself was shut down, accused by Turkish authorities of being a mouthpiece for the outlawed Kurdistan Workers Party (PKK), considered a terror group by Ankara and its Western allies.

The next hearings in Asli’s case are scheduled for October and March.

The diminutive former physicist said the wait for the verdict was “almost unbearable”.

“One of the biggest tortures you can do to a human being is to keep his fate unknown.”

‘You write with blood’

Released from prison in late December 2016, it took Asli until last September to get her passport back from Turkish authorities.
She immediately left for Germany, following other Turkish artists and intellectuals into exile.

She now lives in Frankfurt, the recipient of a flat and a monthly stipend as part of the international Cities of Refuge project.

The scheme aims to provide persecuted writers with a safe haven from where they can continue working.

But Asli, who has written eight books translated into 20 languages, hasn’t been able to pick up a pen yet.

Struggling with insomnia, depression and health problems, it has been easier to “play the professional writer” in past months, travelling abroad for literary events and talks.

But slowly her nightmares about prison are becoming less frequent, she said, while a painful neck hernia has done her the unexpected favour of forcing her to slow down.

Asli said she was getting “more in the mood” to write, but her immediate focus remained on raising the plight of those still locked up in Turkey.

“I have been pushed into a political role, which I try to carry with grace.”

But when she is ready, she will put her own experiences of prison to paper, in what Asli predicts will be “a very heavy confrontation”.

“In literature, you have to be more than 200 percent honest,” she said. “You write with blood.”

The Local

Die letzten Tage von Afrin

Am 20. Januar startete der türkische Präsident Erdogan mit seinen Verbündeten die „Operation Olivenzweig“, den Angriff auf die Kurden in der Region um die Stadt Afrin, seit 2012 unter deren Kontrolle. Für Ankara sind die Kurden wegen ihrer angeblichen Nähe zur kurdischen Arbeiterpartei PKK nach wie vor Terroristen – obwohl die syrische Kurdenmiliz YPG zum wichtigsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den IS geworden war. ARTE-Reporter Yuri Maldavsky war bei einer der internationalen Brigaden, die auf Seiten der kurdischen YPG eigentlich gegen den islamistischen Terror gekämpft hatten: darunter ein Italiener, ein Engländer und ein Amerikaner. Nach den Angriffen mit schwerer Artillerie, Bomben und Raketen fiel Afrin am 18. März. Damit endete wieder einmal der Traum der Kurden von einer eigenen autonomen Region an der Grenze zur Türkei. Die internationale Gemeinschaft, allen voran die USA, rührten sich nicht, als Erdogans Soldaten die Region Afrin eroberten.

ARTE

„Die Lage ist katastrophal“

In Afrin kämpfen türkische Soldaten gegen die kurdische YPG-Miliz – und das mit deutschen Waffen. Heuteplus hat mit einem Arzt gesprochen, der gerade dort war.

ZDF

8 adarê roja berxwedan û tolhildana hezar salane




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