Archiv der Kategorie 'MigrantInnen'

Am 20.11.2011 jährt sich das Vorkommnis der rassistischen Polizeikontrolle von Miloud L. Cherif am Erfurter Hauptbahnhof

English: One year of Miloud L. Cherif’s Racist „Residenzpflicht“ Control in Erfurt
http://thevoiceforum.org/node/2319

Am 20.11.2011 jährt sich das Vorkommnis der der rassistischen „Residenzpflicht“ Polizeikontrolle von Miloud L. Cherif am Erfurter Hauptbahnhof zur Feststellung einer möglichen Verletzung der menschen-verachtenden Residenzpflicht.

Meine Freiheit steht nicht zur Disposition! – Das Maß ist voll!
Befinden sich Flüchtlinge in Deutschland in Feindesland?

Diskussion über Residenzpflicht und den Widerstand gegen sie.
Mit Miloud L. Cherif und Osaren Igbinoba

20.11.2011 , 14:00 Uhr in Jena , Schillergässchen 5

Miloud zeigt Wege und Mittel auf der Repression durch zivilen Ungehorsam entgegen zu treten:
– Erklärung von Miloud L. Cherif gegen die „Residenzpflicht
– Video: „Meine Freiheit ist nicht verkäuflich!“
http://thevoiceforum.org/node/2230

The VOICE Refugee Forum

Gesamtschweizerische Grossdemo “Schluss mit der Heuchelei!” am 1. Oktober 2011 / Bern – Schweiz

http://www.sanspapiers-bewegung.ch/images/stories/P1210689.JPG
SIT-IN der Demo in der Zeughausgasse | FotografIn: Carmen Lichtsteiner, BR

Über 5000 Personen nahmen am Samstag an der Demo teil!
Wir danken allen TeilnehmerInnen herzlichst!
Kein Mensch ist illegal!

Samstag | 1. Oktober 2011 | Bern
Besammlung: 14.30h | Schützenmatte Bern
Schlusskundgebung: ca. 17.00h | Schützenmatte Bern

Kein Mensch ist illegal!
Schluss mit der Heuchelei!
Regularisierung jetzt!

Karakök Autonom

BREAK ISOLATION!

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Alle Flüchtlingslager schließen – Residenzpflicht abschaffen!

Für eine Gesellschaft jenseits von Ausgrenzung und Unterdrückung –
für selbstbestimmtes Leben und Flüchtlingsselbstorganisation

DEMO IN ERFURT AM 22.10.2011

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The VOICE Refugee Forum

Flüchtlingsselbstorganisierung und -widerstand in Deutschland

mit Vertreter_innen der Karawane Wuppertal, organisiert von der Antirassistischen Perspektive Mülheim/Ruhr (english translation)

„Die Karawane – für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen“ gibt es seit 1998. Damals zogen im Vorfeld der Bundestagswahl Flüchtlings- und Antirassistische Organisationen durch 44 deutsche Städte, unter dem Motto „Wir haben keine Wahl – aber wir haben eine Stimme“.

Seitdem ist die Karawane zu einer Plattform der Flüchtlingssselbstorganisierung geworden, die gegen rassistische Sondergesetze wie die Residenzpflicht, gegen die Isolation in Lagern, gegen Abschiebungen und gegen die neokoloniale Ausbeutung der Herkunftsländer von Flüchtlingen kämpft.
Wie deren Kämpfe aussehen, unter welchen Bedingungen Flüchtlinge in der BRD leben müssen und wie ein solidarischer antirassistischer Widerstand aussehen könnte, erfahrt ihr:

am Mi, den 28.09.11 im AZ Mülheim, in der Auerstr. 51, ab ca. 19 Uhr.
Die Veranstaltung findet im gemütlichen Ambiente der „In aller Munde“ Soli- Kneipe statt. Übersetzung nach Absprache möglich.

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http://thecaravan.org

http://antiramh.blogsport.de

http://www.az-muelheim.de/

Die sozialdemokratische Integrationsministerin Bilkay Öney :

„Türken schauen fünfmal mehr TV als Deutsche“

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Die 40-jährige SPD-Politikerin Bilkay Öney war vor ihrem Ministeramt Abgeordnete im Berliner Landesparlament. Sie wurde in der Türkei geboren, lebt aber seit ihrer Kindheit in Berlin.

Nach Farbe und neuem Teppich riecht es. „Ministerium für Integration“ ist am Eingang zu lesen. Das Schild besteht nicht etwa aus Edelstahl, sondern aus Papier, kommt frisch aus einem Laserdrucker. Die Klingel ist eben erst beklebt worden.

Alles kommt neu und etwas provisorisch daher. Stuttgart, Thouretstraße 2, in der Fußgängerzone, unweit des Hauptbahnhofs: Im Erdgeschoss befindet sich Peek und Cloppenburg, in der fünften Etage residiert Bilkay Öney, die baden-württembergische Integrationsministerin.

Elegant gekleidet, schwarze Nike-Sneaker, eloquent

Öney wurde 1970 in der Türkei geboren, drei Jahre später gingen ihre Eltern nach Deutschland, sie wuchs in Berlin auf. Sie ist elegant gekleidet, trägt schwarze Nike-Sneaker, lacht viel und ist so eloquent, dass man sie sich in ihrem einstigen Job gut vorstellen kann.

Öney arbeitete als Moderatorin eines türkischen Fernsehsenders. Daneben personifiziert sie die grün-rote Koalition samt ihren Differenzen wie kein anderes Kabinettsmitglied im Südwesten: Bis vor zwei Jahren gehörte Öney den Grünen an, dann wechselte sie zur SPD.

Es dauert nur wenige Minuten, da ist Bilkay Öney so konkret bei der Sache, dass sie sich selbst zitiert aus einem Gespräch mit frustrierten jungen Migranten; die zählen zu ihren Lieblingsthemen. „Pass mal auf, Alter, war’n Scheißtag, aber?…“, wiederholt Öney ihren Beitrag in jenem Dialog.

Es handelt sich um eine ungewöhnliche Formulierung aus dem Munde einer Ministerin, zumal einer in Baden-Württemberg. Und es ist nicht der letzte Bruch mit ministeriellen Konventionen.

Irritieren, provozieren oder zur Weißglut treiben

Bilkay Öney hat eine erkennbare wie nachvollziehbare Freude daran, ihre eigenen Leute, seien es türkischstämmige Migranten oder Parteifreunde, zu irritieren, zu provozieren oder gar zur Weißglut zu treiben. Wobei die Schwelle, ab der sich Multikulti-Migrationspolitiker herausgefordert fühlen, nicht besonders hoch liegt.

Was Öney wiederum erst recht anstachelt, sich öffentlich zu mokieren, etwa über die türkischen Vereine. Will sie das Kopftuchverbot abschaffen? „Nö“, antwortet Öney. Die Visumspflicht für Türken möchte sie erhalten.

Dem türkischen Botschafter, der für eine Aufhebung wirbt, verkündete sie kürzlich: „Je mehr Türken wir im Lande haben, desto mehr Unruhe haben wir.“ Öney wendet sich gegen „unkontrollierte Einwanderung“. Sie sperrt sich gegen ein kommunales Wahlrecht für Nicht-EU-Ausländer, auch wenn dies im Koalitionsvertrag von Grün-Rot verankert ist.

„Die Mehrheitsgesellschaft mitnehmen“

Sie möchte „die Mehrheitsgesellschaft mitnehmen, diejenigen 80 Prozent, die Thilo Sarrazin recht geben“. Sie gibt die empirische Sozialforscherin, indem sie behauptet: „Die Türken gucken fünfmal mehr Fernsehen als die Deutschen.“ Sie beklagt: „Viele Migranten leiden unter Selbstüberschätzung.“

Die Migrantenquote, die der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel in seiner Partei einführen will, nennt sie „einen netten Versuch, der nicht funktioniert“.

Über den grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann urteilt Öney geradezu gnädig und gibt sich generös. Der sei ein „cooler Typ“. Und: „Ich binde ihn immer ein.“ Man hat das Gefühl, mit Öney säße einem eine tickende politische Zeitbombe gegenüber. Öney und der Rest der Welt, das ist gerade der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Ihr Charme, ihr konsequenter Verzicht auf verbale Schwurbeleien und glatt geschliffene Einerseits-andererseits-Sätze ist zugleich ihre größte Gefahr. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die junge Ministerin mit ihrer Konfliktkultur ohne Netz und doppelten Boden über das „Ländle“ hinaus bekannt wird. Vermutlich nicht zu ihrem Vorteil. Dass Bilkay Öney keine Anhängerin einer Deeskalationsstrategie ist, macht die Sache noch brisanter.

Am 1. Mai ändert sich das Leben Bilkay Öneys

Doch der Reihe nach: Es ist der 1. Mai, an dem sich das Leben Bilkay Öneys ändert. An diesem Tag trifft sie im Hotel „Mövenpick“ am Stuttgarter Flughafen mit Nils Schmid zusammen, dem SPD-Chef in Baden-Württemberg. Fünf Wochen zuvor hatten Grüne und Sozialdemokraten im Südwesten die Mehrheit errungen – was die Berliner Sozialdemokratin Öney damals nicht sonderlich interessierte.

Nun bietet Schmid ihr an, das neu entstehende Integrationsministerium zu übernehmen. Öney reagiert, wie es diejenigen erwarten, die ihr ausgeprägtes Machtbewusstsein kennen: Sie greift zu. „Ich wäre schon blöd, wenn ich Nein gesagt hätte. Dann hätte es jemand anderes Verrücktes gemacht“, sagt sie heute.

Gelegenheiten, ein Amt zu übernehmen, hat Öney noch nie ausgeschlagen. Selbstzweifel sind ihr fremd. In einem Nebensatz bemerkt sie: „Hätten die mich gefragt, hätte ich von einem Integrationsministerium abgeraten – und es als Querschnittsaufgabe im Staatsministerium angeordnet.“ Öney ist nicht bewusst, dass sie mit derlei Botschaften selbst den ihr Wohlgesinnten in den Rücken fällt.

Am 12. Mai wird Öney als Ministerin im Stuttgarter Landtag vereidigt. Noch in der SPD-Geschäftsstelle führt sie erste Gespräche mit Bewerbern für das Ministerium. Mit einem Ministerialdirektor und einer Sekretärin bezieht sie die soeben angemieteten Räume in der Thouretstraße.

Gefragt nach ihren inhaltlichen Vorhaben, verweist sie stolz auf einen „Elf-Punkte-Plan“, den sie selbst verfasst habe. „Sie können ihn bekommen“, verspricht die Ministerin. Damit hält sie die Fachthemen für erledigt.

Liebevoll erzählt sie von der Toleranz ihrer Eltern

Viel ausführlicher und ziemlich unterhaltsam schildert Öney ihr Leben, ihre Kindheit in Berlin-Spandau. Liebevoll erzählt sie von ihren Eltern, von deren Toleranz, von ihrem ersten Freund, von ihrer Zeit bei den Pfadfindern. Noch bunter geraten ihre Schilderungen, sobald es um Parteifreunde oder ihre politische Karriere geht.

„Es gab viel Neid“, berichtet Öney über die Phase unmittelbar nach ihrer Ankunft in der Sozialdemokratie vor zwei Jahren. Zuvor war eine SPD-Frau im Berliner Abgeordnetenhaus zu den Grünen geflohen; Öney entschied sich daraufhin für den umgekehrten Schritt. Dem damals angeschlagenen Regierenden Bürgermeister und neuen Parteifreund Klaus Wowereit rettete sie damit die Mehrheit.

Wowereit dankte es der neuen Genossin. Sie saßen nebeneinander im Plenum, erzählt Öney, er habe mit ihren Haaren gespielt. „Ich bin froh, dass Klaus Wowereit schwul ist. Sonst würde uns unterstellt, wir hätten ein Verhältnis.“ Wowereit förderte sie, berief sie in die Steuerungsgruppe Integration der SPD. Eine türkischstämmige Fraktionskollegin habe daraufhin, so Öney, „kindisch bemerkt: ‚Nur, weil du gut aussiehst…‘“.

Öney verachtet diese Art von Neid. Der „Klaus“ habe sie gar mit Blick auf ein in der SPD engagiertes Migrantenehepaar gewarnt: „Die Kolats wollen dich töten.“ Öney mag diese drastische Wortwahl. Mit einschärfender Stimme spricht sie von Menschen, die „Lügen“ erzählen. Von Politikern, die Angst haben.

Öney zitiert eine grüne Parteifreundin, die ihren Wechsel zur SPD mit den Worten kommentierte: „Wenn du gehst, ist das dein Tod.“ Mehrfach spricht sie vom „töten“. Gemeint ist freilich: das Ende ihrer politischen Karriere, nicht etwa der Tod. Wer so redet, muss ziemlich ehrgeizig sein.

Nicht eine einzige SPD-Abteilung nominierte sie

Widersprüchlich verlief Öneys Zeit in der Berliner SPD. Wowereit schickte sie, in Charlottenburg lebend, in den Moabiter Migrantenkiez. Hier bewarb sich Öney um die Kandidatur zum Abgeordnetenhaus. Nicht eine einzige SPD-Abteilung aber nominierte sie. Ein nicht einmal besonders beliebter Platzhirsch setzte sich durch.

Einer, der sich für Infostände nicht zu schade ist, ein fleißiger und geschickter Wahlkämpfer. Öney wiederum verließ sich auf ihre Beziehungen und auf einen Listenplatz. Ihre zeitweilige Niederlage interpretiert sie so: „Die SPD ist ein Männerverein. Die Männer schrecken nicht davor zurück, die Frauen fertigzumachen.“

Öney provozierte ihre neuen Parteifreunde. Weil sie eine Frau ist, gut aussieht oder Showtalent besitzt? Schon bei den Grünen eckte sie an, etwa indem sie Roland Koch lobte, nachdem dieser im Wahlkampf härtere Strafen für Jugendliche gefordert hatte.

„Die könnte auch in der CDU sein“, heißt es in der Berliner SPD, was dort als eine ziemlich böse Bemerkung gilt. Öney fördert diese Vorbehalte, indem sie von ihren „Fans in der CDU“ schwärmt und von Angeboten, in deren Fraktion zu wechseln. „Die Linken in der SPD haben mich gemobbt“, sagt sie mit nüchternem Tonfall.

Als Jugendliche „nicht gepöbelt und herumgefickt“

Immer wieder verstößt Öney gegen Codes und Sprachregelungen, wie sie in der SPD üblich sind. Das tut sie aber nicht spielerisch oder mutwillig. Nein, Öney scheint diese Regeln einfach nicht zu kennen. Widmet sie sich ihrem wichtigsten Thema, also dem eigenen Leben, verstört sie mit einer geradezu derben Wortwahl. Etwa wenn sie berichtet, sie habe als Jugendliche „nicht gepöbelt und herumgefickt“.

Aus einem Dialog mit jungen Türken, die deutsche Polizisten angegriffen hatten, zitiert die Frau Ministerin die Frau Ministerin mit den Worten: „In der Türkei hätten euch die Polizisten gefickt.“

Auf jede Frage hat sie sogleich eine Antwort. Sie lässt ihr Gegenüber nicht ausreden. Allzu gern quatscht sie einfach drauflos. „Ich bin nicht angstgesteuert. Ich sage, was ich denke“, sagt Bilkay Öney immer wieder. Noch einmal nach ihren politischen Vorhaben gefragt, antwortet Öney abermals mit Verweis auf ihren „Elf-Punkte-Plan“.

Kaum geht es um Fachpolitik, gerät die Ministerin zur baden-württembergischen Floskelmeisterin. „Wohlstand sichern“ will sie, „Leute einbinden“ und „Potenziale nutzen“. Nebulöser geht es kaum.

Elf-Punkte-Plan“ in Schriftform bleibt ein Versprechen

Der zugesagte „Elf-Punkte-Plan“ in Schriftform bleibt ein Versprechen. „Ich muss Sie leider enttäuschen“, schreibt ihr Pressesprecher auf Nachfrage, „der Elf-Punkte-Plan existiert momentan nur im Kopf der Ministerin, auf Papier habe ich nichts.“

Als Ersatz lässt Bilkay Öney eine Pressemitteilung und das Organigramm ihres Ministeriums übersenden. Fünf Jahre lang will Frau Öney die Integrationspolitik Baden-Württembergs verantworten. Fünf Jahre.

WELT

Reaktion der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. auf groteske PM der Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretung, Sachsen-Anhalt

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Berlin, den 18. August 2011

Die Interessenvertretung Sachsen-Anhalt der Gewerkschaft der Polizei bezeichnet in einer Pressemitteilung vom 18.07.2011 die Äußerung der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, die Polizei in Sachsen-Anhalt kennzeichne eine rassistische Kontrollpraxis, sie diskriminiere und provoziere Mitglieder der Initiative als „ungeheuerlich“, die an „Schamlosigkeit nicht zu überbieten“ sei. Weiterhin droht die Interessenvertretung an, der Initiative „die Grenzen aufzeigen“, siehe: http://www.cop2cop.de/2011/07/18/keine-rassistische-praxis-in-der-polizei-sachsen-anhalt/

Ungeheuerlich ist das Vorgehen der Polizei in Sachsen-Anhalt: Sie verbrennen Oury Jalloh in einer Polizeizelle, wollen den Leichnam ohne Obduktion nach Afrika schicken, damit ihr Mord nicht auffällt, versuchen dann in einem Gerichtsverfahren sich durch Lügen, Schweigen und gegenseitiges Decken eine reine Weste zu waschen und drohen obendrein der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, die stets friedlich für einem Rechtsstaat gemäße Verurteilung der Täter kämpft, sie in „ihre Grenzen verweisen“ zu wollen. Diese Bedrohung der Initiative und dieser Angriff auf die Meinungsfreiheit wird sich die Initiative nicht bieten lassen.

Die rassistische Kontrollpraxis der Polizei ist nicht eine Unterstellung, sondern bitterer Alltag für viele Menschen, die von der deutschen Mehrheitsgesellschaft immer wieder ausgegrenzt werden. Es gibt in Deutschland strukturellen Rassismus, der zum Mord an Oury Jalloh geführt hat und in dem sich die Täter in der Sicherheit wiegen können, die Justiz als Institution des gleichen Systems auf ihrer Seite zu haben.

Zwei Beispiele seien zur Unterstreichung unserer Aussagen genannt:

Die Kontrolle und die dann erfolgte Festnahme Oury Jallohs durch die Dessauer Polizei am Morgen des 07. Januars 2005 sind rassistisch motiviert gewesen und eine Freiheitsberaubung. Keine der beiden Frauen, die die Polizei an diesem Morgen gerufen haben, weil sie sich durch den betrunkenen Oury Jalloh, der sie nach einem Telefon fragte, belästigt gefühlt haben, konnte in ihren Zeuginnenaussagen sagen, dass Oury Jalloh ihnen gegenüber gewalttätig gewesen wäre. Auch war es ihnen in ihren Aussagen nicht mehr möglich näher zu bestimmen, wodurch sie Oury denn belästigt habe. Im Gegenteil, wer ihre Aussagen vor Gericht sowohl in Dessau als auch in Magdeburg gehört hat, der/dem wird deutlich, dass Oury Jalloh sie nicht im Geringsten gefährdet hat. Warum aber haben die beiden Dessauer Beamten entschieden, Oury Jalloh in den polizeilichen Gewahrsam zu bringen, ihm die Freiheit zu nehmen, ihm Handschellen anzulegen und ihn in den Polizeiwagen zu zwingen? Widerständig wurde Oury erst durch das polizeiliche Verhalten.

Berliner Aktivist_innen der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh wurden im Oktober 2010 nach einer Infoveranstaltung in Magdeburg von der Polizei mit dem Auto angehalten und kontrolliert. Dabei konzentrierten sich die Beamten jedoch nur auf die afrikanischen Aktivist_innen, während die weißen Insassen (inkl. Fahrer) nicht eines Blickes gewürdigt wurden. Nebenbei offenbarten die Staatsdiener noch ihre Motivation für diese rassistische Kontrolle: „Die beiden Kollegen [die im ersten Prozess um den Tod von Oury Jalloh angeklagten Polizisten März und Schubert] werden sowieso nie verurteilt.“

Diese Bespiele zeigen, wie die Polizei ihr Gewaltmonopol immer wieder gezielt gegen Menschen u.a. Nicht-deutscher Herkunft nutzt. Dass die Polizeidirektion Nord für ihr „außergewöhnliches Engagement“ und ihren Einsatz für die Einhaltung der Menschenrechte eine Friedenstaube überreicht wurde, ist eine Verhöhnung der Opfer polizeilicher Gewalt. Was ist das für ein Rechtsstaat, in dem Mörder eine Friedenstaube bekommen?

Wir werden daher weiter kämpfen für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung, weiterhin uns unser Recht auf freie Meinungsäußerungen nicht nehmen lassen und uns nicht von Äußerungen wie die der Interessenvertretung Sachsen-Anhalt der Gewerkschaft der Polizei einschüchtern lassen. Daher sagen wir weiterhin: „Oury Jalloh, das war Mord“ und fordern eine Bestrafung der Täter in_innen in der Polizei!

Wir fordern:
Unser Recht auf freie Meinungsäußerung!
Stopp der rassistischen Polizei-Kontrollen in der BRD!
Stopp der Straflosigkeit der Polizei in der BRD!
Abschaffung der Residenzpflicht!
Aufklärung, Gerechtigkeit und Entschädigung im Fall Oury Jalloh und in allen anderen Fällen von Polizeibrutalität!

INITIATIVE IN GEDENKEN AN OURY JALLOH

Deutschland ist und bleibt auch nach 20 Jahren das geistig-soziale Terrain um den Kern Hoyerswerda herum

Am 23. September 2011 jährt sich zum 20ten Male der erfolgreiche deutsche Aufstand der Hoyerswerdaner Bevölkerung gegen die bis dahin dort lebenden Vertragsarbeiter, sowie gegen die dort untergebrachten Flüchtlinge. Erfolgreich, weil sie es geschafft haben, sie aus ihrem Kaff restlos zu vertreiben.

Dieses Ereignis war in mehrfacher Hinsicht von historischer Bedeutung.

Es war erstens der erste großdeutsche Schritt, der sich an die – damals noch gar nicht einfache – Aufgabe wagte, die symbolische und noch leere Hülle der Wiedervereinigung mit sinnvollem Inhalt zu füllen (anders ausgedrückt: die geschenkte Wiedervereinigung in eine gemachte, d.h. in eine tatsächlich deutsche zu verwandeln). Zweitens war es, indem es den Beginn zahlreicher weiterer Pogrome auf der gesamten Landesfläche markierte, richtungsweisend und beispielgebend.

Drittens legte dieses Werk allen Gerüchten und Unkenrufen zum Trotz unzweideutiges Zeugnis davon ab, dass das Feuer im Herzen des deutschen Volkes und die darin enthaltenen spezifisch deutschen Fertigkeiten ungeachtet der beinahe ein halbes Jahrhundert gedauerten Zwangstrennung gar nicht erloschen waren.

Die Beharrlichkeit und Selbstsicherheit mit der die Akteure ihrem mörderischen Treiben nachgingen, wurde später auf die beste Art und Weise belohnt und bestätigt: Kaum jemand wurde wegen Mordversuchs oder ähnlichem verurteilt. Über diese wohlverdiente Genugtuung hinaus fungierte Hoyerswerda zugleich als Startsignal für die einfallsreichen – bis heute auf vielfältiger Weise andauernden – Strategien der Täterentschuldigung, -rechtfertigung und -aufklärung. Indem diese diffizile Aufgabe der Täterentlastung vorwiegend den Linksdeutschen überlassen wurde, diente Hoyerswerda quasi als marginaler Ertrag auch noch zur Integration, Festigung und Verschmelzung der deutschen Gesellschaft.

Zu Recht können die Hoyerswerdaer und Hoyerswerdaerinnen stolz auf diese spezifische Form des Avantgardismus sein. Zwanzig Jahre danach ist alles beim Alten. Eine nationalbefreite Zone kann sich zu Recht abfeiern, da dort nach wie vor, kaum MigrantInnen zu wohnen wagen.

Diesen Dauerzustand allerdings sehen ein paar Menschen anders und starten den Versuch, anlässlich dieses Jahrestages, elementare Dinge hervorzuheben (siehe Aufruf und Selbstverständnis der Initiative Pogrom 91 [1] ): z.B. das stattgefundene Pogrom als Pogrom zu deklarieren und dies sogar öffentlich zu machen. Als ob dies für den autochthon gezüchteten heimischen Seelenhaushalt nicht schlimm genug wäre, maßen sie sich auch noch an, ein Denkmal für die damals stattgefundene Treibjagd zu setzen.

Die wenigen selbstauferlegten verbindlichen Selbstverständlichkeiten gebieten uns, aus oben geschilderten Gründen sowohl für den Aufruf als auch für die geplanten Aktionen der Initiative „Pogrom 91“ (http://pogrom91.tumblr.com), unsere Unterstützung auszusprechen.

Gleichzeitig erachten wir als maßgeblich, dass das gedachte Denkmal, NICHT FÜR DIE VERJAGTEN, sondern GEGEN DIE JÄGER-MEUTE errichtet werden soll. Wir sind dessen bewusst, dass angesichts der damaligen Wut unsererseits (wir waren ja der Meinung, dass das Kaff platt gemacht werden sollte) unser jetziger Vorschlag fast an unzulässige Harmlosigkeit grenzt. Dies kann sich nur durch unsere Ohnmacht gegenüber dem Siegeszug des teutonischen Fegefeuers erklären.

Wir erhoffen allerdings daraus die Brandmarkung dieser Ansammlung von Häusern samt der Flora, Fauna und den Anwohnern zu dem, was sie immer waren und sind: Ein schäbiger rassistischer Haufen.

Außerdem würde ein den Opfern gewidmetes Denkmal die Gefahr mit sich bringen, zu einer Pilgerstätte für Erinnerungs-Meute zu werden. Eine „Erinnerung“, die schon Eike Geisel „als die höchste Form des Vergessens“ korrekterweise nannte.

Auch nach hundertzwanzig Jahren: Kein Vergeben, kein Vergessen!

Café Morgenland, 17. August 2011

Turkish-Kurdish Community in Dalston Gives Press Announcement About Riots in London /Türk-Kürt Örgütleri Londra‘da Yaşanan İsyanlar Hakkında Basın Açıklaması Düzenledi

ENGLISH

TURKISH

Bundesweites KARAWANE-Treffen in Hamburg

Start: 13/08/2011

End: 14/08/2011

Das Treffen findet am 13. und 14. August 2011 im „Kölibri“ am Hein-Köllisch-Platz 11 in 20359 Hamburg statt

Einladung zum Karawane Teffen (pdf)

Almanya Çapı Kervan Buluşmasına Çağrı

Invitation to the nation-wide meeting of the CARAVAN in Hamburg, August 13/14

Invitation de pour la participation à la reunuion de la CARAVANE à Hamburg


لقد انعقد مؤتر للآجئين في مدينة هانوفر بتاريخ 2/7/2011 . هذا المؤتمر دعى اليه سكان معسكرماينيرزن / جيفت هورن.

Syrische Flüchtlinge in der Türkei treten in Hungerstreik

Syrische Flüchtlinge in der Türkei sind am Freitag aus Protest gegen ihre Abschottung durch die türkischen Behörden in einen Hungerstreik getreten. Der Hungerstreik im Flüchtlingslager Yayladagi habe nach dem Freitagsgebet begonnen, sagte ein syrischer Dissident in der Türkei, der anonym bleiben wollte. Das Aufnahmelager war Ende April in der südtürkischen Provinz Hatay eingerichtet worden und beherbergt inzwischen mehrere tausend Flüchtlinge. Insgesamt stieg die Zahl der syrischen Flüchtlinge in fünf Zeltdörfern der Provinz auf rund 9700.

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