Archiv der Kategorie 'Deutsches Haus'

Deutsche IS-Kämpfer – Die schlimmsten Touristen der Welt

PKK-Prozess: Stigmatisierung in Stammheim

Gestern hat der Prozess gegen fünf Angeklagte im Zusammenhang mit der PKK in Stuttgart-Stammheim begonnen. Rechtsanwalt Martin Heiming sieht die Unschuldsvermutung verletzt und verweist auf den zweifelhaften Kronzeugen.

Am Dienstag hat die Hauptverhandlung gegen fünf kurdische Angeklagte in einem der neuen Hochsicherheitssäle in Stuttgart-Stammheim begonnen. Einem der Angeklagten wird Mitgliedschaft in der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vorgeworfen, drei weitere Männer und eine Frau werden beschuldigt, die PKK unterstützt zu haben. Im Zentrum der Vorwürfe steht die Behauptung eines Kronzeugen, alle Angeklagten hätten ihn einem gemeinsamen Tatplan folgend über mehrere Stunden seiner Freiheit beraubt, er sei bedroht und geschlagen worden. Außerdem seien ihm von drei Angeklagten 280 Euro abgenommen worden.


Höchst problematischer Kronzeuge

Der Heidelberger Rechtsanwalt Martin Heiming, der den Hauptangeklagten Veysel S. verteidigt, erklärte zu Prozessbeginn: „Es ist seit fast einem Jahrzehnt traurige Gewohnheit geworden, dass die Bundesanwaltschaft der Linie des Erdoğan-Regimes folgend kurdische Aktivisten und Politiker unter dem stigmatisierenden Vorwurf des Terrorismus anklagt. Den Prozess gegen angebliche Mitglieder und Unterstützer der PKK jedoch in dem ‚sichersten Gerichtsgebäude für Terrorverfahren in Deutschland‘ (so die FAZ vom 5. April 2019) stattfinden zu lassen, suggeriert eine nicht-existente Gefährlichkeit der Angeklagten und verletzt die Unschuldsvermutung. Dies gilt umso mehr, als die Beschuldigungen im Wesentlichen auf den zweifelhaften Angaben eines höchst problematischen Zeugen beruhen.“

Der Zeuge, nach eigenen Angaben selbst langjähriges Mitglied der PKK, hat bereits in mehreren europäischen Ländern vergeblich um Asyl ersucht. Von den deutschen Strafverfolgungsbehörden forderte er anfangs eine Aufenthaltserlaubnis im Tausch gegen Angaben über die PKK. Aus Sicht der Verteidigung sind seine Bekundungen infolgedessen auch ersichtlich von dem Versuch geprägt, einen privaten Konflikt mit der Angeklagten in einen Zusammenhang mit der PKK zu stellen.

Rechtsanwalt Heiming erklärt dazu: „Wir haben die Sorge, dass das Interesse der Strafverfolgungsbehörden an der Kriminalisierung kurdischer Aktivisten dazu führt, dass sie sich für die Rachegelüste eines abgewiesenen Liebhabers instrumentalisieren lassen.“ Der Umstand, dass ein möglicherweise eskalierter Beziehungskonflikt nunmehr als „Terrorprozess“ in einem Hochsicherheitssaal in Stuttgart-Stammheim verhandelt werden soll, bestätigt diese Befürchtung.

ANF

Deutsche Dschihadistin Von Hamburg zum IS und wieder zurück

Omaima A. ging nach Syrien, schloss sich dem IS an und heiratete den Terroristen Denis Cuspert. Nun ist sie zurück in Deutschland – und lebt in Hamburg. Eine libanesische Reporterin hat den Fall aufgedeckt.

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Omaima Abdi (l.), Denis Cuspert: Engste Kontakte zur Führungsebene des IS

Jenan Moussa ist einiges gewohnt: Seit Jahren recherchiert die im Libanon geborene Reporterin des arabischen Fernsehsenders Al Aan TV im Milieu der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS), unzählige Male ist sie dafür selbst in den vergangenen Jahren nach Syrien und in den Irak gereist.

Immer wieder ist sie dabei den Lebensläufen von sogenannten foreign fighters nachgegangen, die aus dem Westen nach Syrien und in den Irak zogen, um sich dem IS anzuschließen. Bei einem ihrer letzten Trips bekam sie von einem ihrer Informanten fast nebenbei das Telefon von Omaima A., einer jungen Frau aus Hamburg. Vermutlich war es beim Vormarsch der Kurden erbeutet worden oder die Deutsche hatte es sicherheitshalber zurückgelassen.

Das Handy erwies sich als Fundgrube. Es enthielt mehr als 36 Gigabyte an Dateien, das meiste davon Fotos. Anhand der Bilder lassen sich die vergangenen Jahre im Leben der Dschihadistin nacherzählen.


Der Weg in den Dschihad

A. wird im Juli 1984 in Hamburg geboren und beginnt offenbar schon 2011, sich zu radikalisieren: Sie fängt an, sich mit einem Nikab zu verschleiern, der nur die Augen freilässt, trägt Handschuhe, posiert mit islamistischen Flaggen.

Im Mai 2012 heiratet sie den Frankfurter Islamisten Nadir Hadra. Es ist die zweite Ehe für A. Aus einer früheren Beziehung hat sie eine Tochter, die 2007 geboren wurde. Hadra ist bekennender Salafist und IS-Propagandist, der sich unter anderem an den Koranverteilungen beteiligt, die vom islamistischen Laienprediger Ibrahim Abou-Nagie organisiert werden.

Irgendwann nach der Hochzeit verlässt Hadra Deutschland und lässt seine Ehefrau mit zwei Kindern zurück. Ein drittes Kind wird nach seiner Abreise geboren. Im Januar 2015 reist A. mitsamt ihren Kindern Hadra hinterher. Sie fliegen in die Türkei. Dort nimmt Hadra Frau und Kinder in Empfang, wenig später reist die Familie weiter über die Grenze ins IS-Gebiet nach Syrien.

Den deutschen Behörden bleibt das nicht verborgen. Auf dem Handy der Frau findet sich das Foto eines Schreibens vom Jobcenter vom März 2015. Darin informiert das Amt A. darüber, dass ihr die Leistungen gestrichen werden. „Begründung: Ausreise ins Ausland (Syrien)“.

In Syrien ist A. auf du und du mit den prominentesten IS-Terroristen aus dem deutschsprachigen Raum. Sie fotografiert ihren Sohn unter anderem mit Denis Cuspert, der zuvor unter dem Namen Deso Dogg eine mäßig erfolgreiche Karriere als Gangsta-Rapper hingelegt hatte. Außerdem mit dem österreichischen Dschihadisten Mohamed Mahmoud, der im Juni 2015 zwei Gefangene des IS vor laufender Kamera erschoss. Ihre Kleinkinder posieren mit Waffen und werden in die Uniform von IS-Kämpfern gesteckt. Auf einem Foto aus dem März 2015 trägt auch A. selbst eine Waffe. Die achtjährige Tochter trägt Nikab und besucht eine IS-Schule in Rakka.

Die gemeinsame Zeit mit Hadra ist nur von kurzer Dauer. Der Dschihadist wird sechs Wochen nach der Ankunft der Hamburgerin in der Schlacht um Kobane getötet. Der IS entschädigt A. mit 1310 US-Dollar in bar. Die Bürokratie der Terrormiliz erteilt der Frau die Erlaubnis, von der Provinz Rakka in die Provinz Homs umzuziehen.


„Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand mit dieser Geschichte frei in Deutschland herumläuft“

Dort heiratet sie Deso Dogg, den engen Freund ihres verstorbenen Ehemannes. Fortan trägt sie zwei goldene Eheringe. Sie leben in einem Haus voller Kleinkinder, auch Söhne und Töchter aus Cusperts früheren Beziehungen wohnen mit ihnen unter einem Dach.

Während Cuspert an der Front kämpft, verbreitet seine Frau Online-Propaganda für den IS. Während der gesamten Zeit steht sie über das Handy in Kontakt mit Angehörigen in Deutschland.

Das letzte Foto auf dem Handy stammt von Ende 2015. Deshalb dachte Moussa zunächst, die Frau müsse tot sein. Doch dann entdeckte sie dieselbe Person auf einem aktiven LinkedIn-Profil, das in Deutschland erstellt worden war. Darin gibt sich A. als freischaffende Übersetzerin und Event-Managerin in Hamburg aus. Das Kopftuch hat sie inzwischen abgelegt, ihr Profilbild zeigt eine selbstbewusste Frau mit schwarzem Blazer und weißer Bluse. Wohl niemand käme auf die Idee, dass sie jahrelang einer Terrormiliz angehört haben könnte.

Moussa reiste selbst nach Hamburg und begab sich auf die Spur der Frau. Unter einer der Adressen, die auf dem Telefon gespeichert waren, machte sie A. ausfindig, traf sie aber nie persönlich an. Erst, als diese einmal das Telefon abnahm, hatte sie Gewissheit. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand mit dieser Geschichte frei in Deutschland herumläuft“, erzählt Moussa dem SPIEGEL.

Den deutschen Behörden ist der Fall im Grundsatz bekannt. A. reiste demnach im September 2016 über die Türkei wieder in die Bundesrepublik ein.

„Diese Frau kann sich mitten in Hamburg ein neues Leben aufbauen“

Frauen, die sich auf den Weg zu Terrormilizen wie dem IS in Syrien und im Irak machten, haben relativ hohe Chancen, unbehelligt zurückzukommen. Die deutschen Gerichte werten den bloßen Aufenthalt bei den Dschihadisten nicht als Straftat. Wenn die Frauen allerdings an Waffen ausgebildet wurden oder sich deutlich als Mitglieder einer der Terrororganisationen betätigt haben, droht ihnen eine Haftstrafe.

Im Fall A. lag bis zu Moussas Recherchen noch nicht genug Material für einen Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Das könnte sich nun ändern: Erstmals haben die Fahnder durch die Fotos mit Deso Dogg Beweise, dass die Frau mit der Kommando-Ebene des IS engsten Kontakt hatte und nicht nur den Haushalt von Kämpfern geführt hat. Allen voran ein Bild, das sie zusammen mit bewaffneten Kämpfern zeigt, wird bei einem möglichen Gerichtsprozess sicherlich Bedeutung haben.

Für die 35-jährige Reporterin, die jedes Jahr Monate im früheren Machtgebiet des IS recherchiert, fühlt sich Erlebtes falsch an. Sie ist wütend. „Im Irak und in Syrien hat der IS Zehntausende auf dem Gewissen und diese Frau kann sich mitten in Hamburg ein neues Leben aufbauen“, sagt sie: „Das wirkt so, als ob die Opfer außerhalb Deutschland nichts wert sind.“

Die Hamburger Polizei teilte am Montag per Twitter lediglich mit, der Sachverhalt sei ihr bekannt.


Der Spiegel

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VIDEO

Jenan Moussa’s exclusive on German ISIS widow Omaima Abdi

Documents: https://www.akhbaralaan.net/jenan/omaima/

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Omaima Abdi

Aus Haft in Syrien und im Irak

90 IS-Leute wollen zurück nach Deutschland

Unter den aus Deutschland stammenden Dschihadisten in kurdischer Haft sind Topgefährder. Syriens Kurden sind von der Bundesregierung enttäuscht.

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Die Flagge der syrischen Kurden weht über dem aus IS-Gewalt befreiten Ort Baghouz.Foto: AFP/Giuseppe Cacace

Fast 90 Angehörige des „Islamischen Staats“ (IS) wollen nach Deutschland zurück. Darunter solche, die im IS Führungspositionen inne hatten. Das bestätigten deutsche und kurdische Sicherheitsleute dem Tagesspiegel. Ein Sprecher von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte, die Zahl der aus Deutschland nach Syrien und Irak gereisten Islamisten, die mehrheitlich zurückwollten, liege „im oberen zweistelligen Bereich“, darunter einige Frauen. Die meisten befinden sich in kurdischen Auffanglagern.

BND-Agenten identifizieren IS-Männer in Syrien

Allein in der Rojava genannten Kurdenregion in Syrien sind 66 mutmaßliche IS-Angehörige aus Deutschland in Haft. Laut Deutscher Presseagentur müssten 21 von ihnen nach einer Rückkehr ins Gefängnis, weil deutsche Haftbefehle vorliegen; 19 Gefangene gelten als Gefährder, ihnen wird also ein Terrorakt zugetraut.

Insgesamt waren mehr als 1050 Männer und Frauen aus Deutschland in das einstige IS-Gebiet ausgereist, zu mindestens „200 Personen liegen Hinweise vor, dass diese in Syrien oder im Irak ums Leben gekommen sind“, teilte das Ministerium mit, circa 340 befänden sich wieder in Deutschland. Die meisten davon nicht in Haft.

Nach Tagesspiegel-Informationen waren BND-Agenten in Syrien, um Dschihadisten zu identifizieren. Zudem sollen BKA-Ermittler dort mit Gefangenen gesprochen haben, um Aussagen zu protokollieren, die vor Gericht verwertbar sind.

Anders als Frankreich und die USA unterhält die Bundesregierung keine offiziellen Beziehungen zu Syriens Kurdenführung. So soll Rücksicht auf die türkische Regierung genommen werden. Im syrischen Rojava regiert eine Koalition unter Führung der PYD, die als Schwesterpartei der auch in Deutschland verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK gilt.

Syriens Kurden schlagen UN-Gericht vor

Von besonderem Interesse in Syrien ist IS-Topmann Martin L., gegen den die Generalbundesanwaltschaft (GBA) wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung ermittelt. L. hat sich laut „Stern“ als Kronzeuge angeboten, die GBA bestätigte das nicht. Auf Anfrage der Bundestagsabgeordneten Evrim Sommer (Linke) erklärte die deutsche Regierung, man behandele den Fall unter der zweithöchsten Sicherheitsstufe „Geheim“.

Syriens Kurden boten an, L. über die Kurdenmetropole Erbil in Irak nach Deutschland zu überstellen. Zu den irakischen Kurden unterhält die Bundesregierung offiziell Beziehungen, auch wenn sie deren Wunsch nach Unabhängigkeit explizit nicht unterstützt.

In Berlin vertritt Ibrahim Murad die syrische Rojava-Föderation. Er sagte am Donnerstag, die Bundesregierung reagiere auf die Kooperationsangebote der syrischen Kurden nicht. Das Auswärtige Amt erklärt seit Beginn des Syrienkrieges, man pflege keine Beziehungen zur kurdischen Regionalverwaltung im Norden des Landes.

„Wir sind bereit, die jeweiligen Staaten dabei zu unterstützen, die IS-Terroristen zu verurteilen“, sagte Murad. „Uns ist die Sorge Deutschlands bewusst, dass sie nicht ausreichend Beweise gegen die IS-Mitglieder haben.“ Murad sagte, alternativ könne die Aufarbeitung der IS-Verbrechen auch durch ein internationales Gericht erfolgen. Über ein UN-Sondergericht, womöglich in der kurdischen Autonomiezone in Nordirak, wird auch unter deutschen Spitzenbeamten diskutiert.

USA warnen Türkei wegen der syrischen Kurden

Die Linken-Abgeordnete Sommer forderte, die Bundesregierung müsse endlich auch mit Syriens Kurden sprechen. Zudem drohe nach wie vor ein Angriff der Türkei. Dann sei ohnehin ungewiss, ob die IS-Dschihadisten jemals belangt werden. Ankaras Armee und verbündete Islamisten hatten vor einem Jahr die syrische Kurdenprovinz Afrin besetzt. US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Mittwoch bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Çavuşoğlu vor „verheerenden Folgen“ gewarnt, sollte die Türkei die kurdische Autonomiezone erneut angreifen.

Der Tagesspiegel

Deutschland und der IS

Es sind unsere Terroristen

Deutschland sträubt sich gegen die Rückkehr seiner eigenen Staatsbürger, die zu IS-Terroristen wurden. Dabei hat die Bundesrepublik den Terror und die Terroristen einst exportiert. Und dies geschah wissentlich, sagt der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann.

Wann haben Sie sich eigentlich zuletzt von deutschen Terroristen distanziert? Zum Beispiel von Robert B.? Der Ex-Bundeswehrsoldat aus Solingen hat mutmaßlich bei einem Selbstmordattentat Anfang 2014 50 Menschen mit in den Tod gerissen.

Oder von Yannik N.? Der junge Freiburger steuerte wahrscheinlich im Jahr 2015 einen mit anderthalb Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in eine Menschenmenge und nahm so Dutzenden Personen das Leben.

Oder von Yamin A.?. Im Sommer 2015 tauchte im Netz ein Video auf, das zeigte, wie der ehemalige Telekom-Azubi aus Königswinter zwei gefesselten Soldaten in den Kopf schoss.
Oder, oder, oder…

Deutsche Täter, aber kaum deutsche Opfer

Hauptsache nicht bei uns! Dies scheint auch dieser Tage wieder die Maxime zu sein, wenn Politiker und Öffentlichkeit über den Umgang mit deutschen Terroristen diskutieren. Von potenziellen Bedrohungen und Anschlagsgefahren in Deutschland liest man dann. Vom ganz realen Terror, den Deutsche in den vergangenen Jahren über die Menschen in Syrien und Irak gebracht haben, hört man hingegen kaum. Ein Terror, der kaum deutsche Opfer aber umso mehr deutsche Täter kannte.

1.050 – das ist laut Bundesinnenministerium die Anzahl der Dschihadisten, die in den letzten Jahren die Bundesrepublik in Richtung Nahost verlassen hat. Es fällt schwer, sich umgekehrtes Szenario überhaupt auszumalen. Was wäre wohl los, hätte es nur ein Bruchteil arabischer Terroristen geschafft, bei uns Anschläge zu begehen? Europas „Muslim Bann“? Überwachungsstaat auf NSA-Niveau?

Die CSU stünde womöglich am linken Ende des politischen Spektrums, und auf Twitter würde Trump deutsche Migrationspolitiker zur Mäßigung aufrufen. Der deutsche Terror in Nahost kommt hingegen seit Jahren ganz ohne Sondersendungen, politische Debatten und Distanzierungsforderungen aus.

Deutsche Kämpfer waren nicht nur willenloses Kanonenfutter

An fehlendem Wissen liegt das nicht. Von ganzen Einheiten des IS, in denen kein einziger Kämpfer Arabisch spreche, berichten syrische, irakische und kurdische Soldaten schon seit Jahren. Von Aleppo über Raqqa bis Mossul haben Aktivisten und Politiker immer wieder darauf hingewiesen, dass viele der schlimmsten Mörder in den Reihen des IS Europäer sind. Interessiert hat das hier kaum jemand.

Dabei dienten Deutsche dem Islamischen Staats nicht nur als willenloses Kanonenfutter, wie es oft dargestellt wird. Viele haben seinen Terror mitgeprägt. Wie Martin L., der derzeit in kurdischer Haft sitzt. Der Schweißer aus Sachsen-Anhalt soll sich vom Folterknecht bis zum Geheimdienstler mit Kontakten bis in die Führungsspitze der Terrororganisation hochgearbeitet haben.

Oder Reda S., Der Prediger aus Berlin-Charlottenburg soll dem IS in Mossul als Bildungsminister gedient haben. Oder der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert, der zu den wichtigsten Personen in der IS-Medienorganisation Al-Hayat gehörte. Oder, oder, oder…

Behörden wussten gut Bescheid

Natürlich entstand der Islamische Staat nicht in deutschen Fußgängerzonen. Zur deutschen Verantwortung gehört aber auch, dass Politiker und Behörden lange wegschauten, solang nur die Täter, aber nicht die Opfer Deutsche waren. Behörden wissen und wussten erschreckend gut Bescheid über die Radikalisierung deutscher Islamisten. Ein Großteil der späteren IS-Kämpfer war polizeibekannt, stand auf Gefährderlisten oder hatte wegen islamistischer Straftaten bereits Haftstrafen verbüßt. An der Ausreise gehindert wurden sie oftmals dennoch nicht. Die Gefahr, die von deutschen Terroristen ausgeht, interessierte Politik und Öffentlichkeit erst dann wieder, als ihre Einreise drohte.

Deutschlandradio

Der hässliche Deutsche

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German ISIS members in YPG custody in limbo

Following the call US President Donald Trump made, the discussion on the future of German citizen ISIS members in YPG custody has heated up. Some politicians demand the ISIS members be stripped of their citizenship.

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Despite ongoing calls by the Rojava Kurdistan administration, the German state has been unbothered by their citizens who joined ISIS and were captured alive in YPG operations in northern Syria. According to official numbers from German authorities, 1050 individuals joined ISIS from Germany. Most of them were killed in conflicts, some returned to Germany and some were captured by YPG forces and the Iraqi army.

There were 200 German citizens in YPG custody, most of them women and children with 40 adult German citizen ISIS members who had committed crimes. The disinterest by the federal German government continued until US President Donald Trump posted on Twitter last weekend and said, “The United States is asking Britain, France, Germany and other European allies to take back over 800 ISIS fighters that we captured in Syria and put them on trial.”

Up to now, the Berlin administration had posed excuses like, “We don‘t have official representation in Syria, so we don‘t have complete information on German citizens in the region.” Following Trump’s pressure, the issue has become a priority for the federal government led by Angela Merkel.

GERMAN LAWYERS: “NO GUANTANAMO AND NO THE HAGUE”

Some commentators in mainstream German media say some politicians and experts are calling for the construction of a prison for ISIS members like the US did in Guantanamo for Al Qaeda, or for the ISIS members to be put on trial in an international war crimes tribunal in the Hague.

But lawyers say both versions go against the German constitution. Former Minister of Defense and criminal justice judge Professor Rupert Scholz said, “Our laws will never allow for something like Guantanamo. We cannot issue an arrest warrant for a criminal without them facing a judge. Germany is faced with a very tough mission, and the country must take back its citizens.”

Expert on the constitution Professor Ulrich Battis said Germany’s laws prevent the country’s citizens to be tried in the international criminal court in the Hague. Prof. Battis said a war tribunal can be set up in the Hague if there is no way to set up court in a country, and added: “Such a court should be set up in Germany, not in the Hague.”

STRIPPING CITIZENSHIP

Baden-Wurttemberg Minister of Interior Thomas Strobl joined the discussion and called for the ISIS members to be stripped of German citizenship. The Christian Democrat politician Strobl spoke to Bild and said, “According to our laws, any person who joins a foreign army should be stripped of their citizenship. This law should be utilized for individuals who joined the terrorist organization ISIS.”

But experts say stripping individuals of their right to citizenship is not easy. Criminal justice judge Prof. Rupert Scholz said the law applies only for dual citizens and pointed out that although ISIS claimed to declare a state, it doesn‘t have the actual status of a state in the international arena.

Minister of Interior Horst Seehofer said the repatriation of ISIS members should be conditional. Seehofer spoke to Suddeutschen Zeitung and said, “Before they get on a plane, all their criminal files must be inspected where 5hey are and then they should be admitted.” The minister proposed a strict effort for those with serious crimes to not disappear in Germany, and added: “I do not want to admit dangerous individuals who may risk our security.”

Similar discussions continue in other European countries. Government officials in Denmark and the UK openly announced that they won‘t repatriate their citizens who joined ISIS. France, Indonesia, Russia, Morocco and the Sudan have appealed to the Rojava administration to take back their citizens who were captured alive by the YPG.

Special units in the YPG have captured over 2.800 ISIS members in operations in Northern Syria to date. These individuals are held in prisons in Rojava Kurdistan, and over 800 of them are foreign fighters who hold citizenships in 46 countries in total, most of which are Western states.

ANF

German ISIS terrorist Lucas Glass

‘I got cheated. All of us got cheated’: Captured German Isis member says he regrets joining terror group`

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Lucas Glass, 23, is being held by the Syrian Democratic Forces ( Richard Hall/The Independent )

Lucas Glass had not long finished school when he decided to join Isis. In the summer of 2014, shortly after the terror group declared its global caliphate, he left his home city of Dortmund and set off with his wife to start a new life in Syria. He was just 19 years old.

“All I knew about Isis was that they were establishing Islamic law and fighting Bashar al-Assad,” he says, cutting a solemn figure under the watchful eye of his captors at a military installation in northern Syria.

Glass, a German citizen, now 23, is one of thousands of foreigners who came to this country in the throes of a brutal civil war to live under the strict interpretation of Islam that Isis promised its followers. That is not all they did, however. Many played a key role in the group’s reign of terror, acting as soldiers, executioners and recruiters.

Over the past few months, as the caliphate nears its end, hundreds of foreign nationals have been detained by the Syrian Democratic Forces as they leave the ever-shrinking territory of Isis. But their capture is just the start of a complex process which has no clear end in sight.

Most countries do not want to take back those citizens who left to join the caliphate, fearing they would be a security threat if they returned. Prosecuting them is extremely difficult due to a lack of evidence of what individuals did during their time living with Isis.

Foreigners leaving the caliphate know this, and the majority claim they had nothing to do with the group or were not fighters. They say they were cooks, doctors or humanitarians who simply found themselves in the caliphate by accident.

“They all say the same thing,” a Kurdish intelligence official responsible for handling suspected Isis members tells The Independent. “We don’t believe them.”

Glass is not one of those people. He admits to being a member of Isis, and to working for its police force for two years. But he claims he was duped by its propaganda, and did not discover the group’s true nature until it was too late.

Glass’ story gives an insight into the inner workings of one the most feared groups in the modern world, and the disillusionment of many of its followers as its fortunes started to decline.

In an exclusive interview with The Independent, he recounts the tale of how he came to join Isis, and how it all fell apart.

“You can compare it with a US soldier who wants to join the army,” he says of his motivation for joining the group, speaking in accented English. “Why is he ready to join the US army, and go to Afghanistan or Iraq or Syria to sacrifice his life for the sake of democracy? We heard that they announced an Islamic State, this is what we came for,” he says.

Glass converted to Islam in 2010, some 10 years after his mother had done the same. He had been familiar with the religion for most of this life, but it wasn’t until he got older that he discovered his faith. But he says he felt Germany did not afford him the space to live the religious life he wanted to.

In July 2014, Isis leader Abu Bakr al-Baghdadi issued a call to Muslims around the world to come to Syria and Iraq to build an Islamic state. “Rush O Muslims to your state. Yes, it is your state. Rush, because Syria is not for the Syrians, and Iraq is not for the Iraqis,” he said in an audio message.

Those words hit home with Glass. He felt it was his duty to go. He married his German wife, and a month later they traveled to Turkey, where he paid a smuggler to take him across the border into Syria. Shortly after, he found himself enrolled at an Isis religious school.

“There were 400 of us in one camp. People from Germany, France, Belgium, Britain, north African countries,” he says.

Glass wanted to fight for the group, against the Syrian government, but an injury meant he was unfit for the frontline. Instead, he was assigned to the police force in Aleppo province.

“The main work was manning checkpoints in the streets. I would stop cars and look out for cigarettes and drugs,” he says. “I never pointed my gun at another human,” he insists.

He did this job for two years, he says. Life was as close to normal as it could be for a German living in an active warzone. But by 2016 Isis had gained enemies on all sides in Syria’s civil war, and began to lose ground in Aleppo to the Syrian opposition. Its fighters withdrew from Aleppo to Raqqa; Glass and his family, which now included children, went with them.

Throughout the time Glass was a member of the Isis police force, the group carried out some of its most heinous atrocities. In August 2014, Isis fighters overran the Iraqi town of Sinjar, where it massacred Yazidi civilians and kidnapped thousands of women to keep as sex slaves. Shortly after, Isis members killed the American journalist James Foley. Then in September they released videos showing the beheading of American-Israeli journalist Steven Sotloff, and then the execution of British aid worker David Haines. All of these were designed to maximise publicity, shared on Isis propaganda channels, and aimed at shocking the world and instilling fear in its enemies.

Glass continued to do his job, manning checkpoints for Isis while the group wrought havoc across the region. He insists he did not know these crimes were being committed, despite their widespread publication. It wasn’t until 2016, in Raqqa, that he says he had a change of heart.

“I had seen some stuff going on in Isis which I don’t accept, which I thought was un-Islamic,” he says.

“Some of the propaganda videos of Isis, burning people, drowning them. I got shocked when I saw these things. This is not allowed in Islam. These were things I don’t accept,” he says. “After that, I decided to leave.”

By the time Glass says he realised the truth about the group, Isis was carrying out deadly attacks far beyond its borders. In France, the US and Tunisia, Isis-inspired attacks killed hundreds. But Isis was also on the back foot in Iraq and Syria, losing ground in both countries. The US had entered the conflict and was bombing intensively across Isis’s self-declared caliphate.

“I just asked to leave,” says Glass. “They give you a paper and you get stamps from the people who are responsible for you. From this day I lived as a civilian,” but still within the caliphate.

“I didn’t want to be a part of Isis anymore. I wanted to be innocent of these things,” he adds.

Glass says he tried to escape once with his family but was caught by the Isis secret police.

“They imprisoned me for one and a half months. They released me under the condition that if I tried to leave a second time they would kill me,” he says.

From that moment on, as he tells it, he was a prisoner of Isis, and was forced to retreat as they retreated, from Raqqa to Deir ez-Zor. The Isis caliphate got smaller and smaller, its fighters faced defeat after defeat. Eventually, a string of villages along the Euphrates became the last holdout of the group.

The SDF, with US backing, launched its offensive on this last stronghold in December. The caliphate was surrounded, and battered by daily airstrikes, as Isis made its last stand.

“I remember a few times, me and my family and my children we went to the market, and there was bombing next to us, and I saw in front of my eyes women and children, gone, arms gone, head gone,” he says. “You didn’t know what would happen tomorrow. Every moment you expected to die.”

In the past months, an exodus of people have fled the Isis-held areas. The group’s usually tight control over who comes and goes has seemingly collapsed. Thousands of women and children were among those fleeing, many of them believed to be the relatives of Isis fighters.

Glass says there was a sense of abandonment among Isis supporters and fighters when the group’s leaders were suddenly nowhere to be found.

“Everybody was asking this question. Where are they? Why don’t they show themselves? They claim to be responsible for us, for the Muslims, why don’t they help us? The majority of people in Isis areas, even the majority of Isis fighters, hate them,” he says.

Glass was eventually captured as he crossed the front lines east of the town of Susah on 6 January. He was separated from his family and remains in detention to this day. His wife and children are currently being held with thousands of other families of suspected Isis members in a holding camp.

What comes next for him, and the thousands of other foreign prisoners held by the SDF, is unclear. The Syrian Democratic Forces is calling on foreign countries to take back their citizens who came here to join Isis. So far, France is the only European country to say it will bring them back. The US has also said it will try citizens suspected of Isis membership at home. The UK, meanwhile, has refused to allow its citizens to return. Defence secretary Gavin Williamson said last year: “I do not believe that any terrorist, whether they come from this country or any other, should ever be allowed back into this country.” Germany has so far taken the same position.

“I hope Germany is going to take me back, but I don’t expect they will,” he says. “I expect they will hand us over to the Syrian government.”

It is likely he will face prosecution for belonging to Isis no matter where he ends up, even if he was not directly involved in killing, as he claims. But there will be many who don’t believe his story.

“It is simply not plausible to suggest that there was any doubt over Isis’s true nature in 2014. Indeed, by the end of January in that year the group was drawing heavy criticism from even other rebel groups for its barbarity,” says Shiraz Maher, an expert on foreign fighters in the Syrian conflict, and director at the International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence at King’s College London.

“It is true that individuals within Isis sometimes performed specialised roles, serving as doctors, engineers and so on, but interviews I conducted suggest that they did this in addition to holding combat roles. A prominent Australian doctor, Tarek Kamaleh, was revealed to be doing just that in Isis propaganda, alternating between his work as a doctor and serving on the front line,” he adds.

It will not be long before Isis loses the last of its territory, bringing an end to the caliphate in Iraq and Syria. Already, many here are preparing for what comes next. Isis has already begun to transform back into an insurgency, and has demonstrated its ability to carry out attacks.

But according to Glass, who once held the group in high esteem, it will never again be able to muster the same support it did four years ago.

“At the beginning, when they announced their caliphate, thousands of Muslims came to Syria to support it. But now we know the reality of Isis. They will not find any supporters anymore in the Muslim world. All these things Isis did, and all these crimes, made Muslims all over the world hate Isis. So it will never be able to find any supporters anymore,” he says.

“I got cheated. All of us got cheated. All of these foreigners, thousands of Muslims who came to join Isis got cheated.”

“I came to practise my religion. I thought I would find what I wanted here, but actually it was very different.”


The Independent

CDU stimmt gegen Verbot von türkisch-nationalistischem Wolfsgruß

Die CDU hat sich gegen ein Verbot des sogenannten Wolfsgrußes ausgesprochen – einem Zeichen der türkisch-nationalistischen Ülkücü-Bewegung, auch „Graue Wölfe“ genannt.

Die Mehrheit der Delegierten des Bundesparteitags in Hamburg stimmte gegen einen entsprechenden Antrag der Berliner Kreisverbände Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Mitte sowie des Auslandsverbands Brüssel. In dem Antrag war auch ein Verbot des Erkennungszeichens der islamistischen Muslimbruderschaft vorgesehen, des sogenannten Rabia-Grußes. Hessens Innenminister Beuth sagte, man sei zweifellos die Partei der inneren Sicherheit, dennoch sei der Vorstoß nicht so einfach. Er zog einen Vergleich zur Terrororganisation IS, deren Symbole nicht gezeigt werden dürfen. Im Gegensatz zum IS seien beide im Antrag thematisierte Gruppen in Deutschland aber nicht verboten.

Der Parteitag folgte dagegen einem Vorschlag der Antragskommission, die Unions-Bundestagsfraktion solle sich tiefergehend mit dem Anliegen befassen. Der CDU-Abgeordnete de Vries hatte sich schon vor Längerem für ein gesetzliches Vorgehen ausgesprochen, ähnlich wie die Linken-Fraktionsvize Dagdelen. Der Politologe Kemal Bozay stellt den Wolfsgruß in einen Zusammenhang mit dem Hakenkreuz. Beides habe keinen Platz in der Gesellschaft, erklärte in früheren Äußerungen. Laut Bozay dürften die Grauen Wölfe die größte rechtsextreme Organisation in Deutschland mit Ende 2017 geschätzt mehr als 18.000 Anhängern sein. Zum Vergleich: der Verfassungsschutzbericht von 2017 verzeichnete für die NPD 4.500 Mitglieder. In der Geschichte der Turkvölker hat der Wolf eine besondere Bedeutung.

Österreich bringt Verbot bereits auf den Weg

Beim Wolfsgruß werden zwei Finger einer Hand als Ohren abgespreizt und die anderen drei zur Schnauze geformt. Beim Rabia-Zeichen werden vier Finger einer Hand abgespreizt und der Daumen angewinkelt. Der türkische Staatschef Erdogan benutzte den Gruß bei seinem Deutschland-Besuch im Dezember.

Österreichs Regierung arbeitet derzeit einer gesetzliche Ausweitung des Verbots extremistischer Symbole. Darunter sollen auch Wolfs- und Rabia-Gruß fallen.

Deutschlandfunk/Dlf24




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