Archiv der Kategorie 'Bamako-Dakar-Karawane'

Veranstaltung + Film Bamako-Dakar-Karawane – 1.7. KulturLaden Westend / München

1. Juli 11, 20 Uhr, Kulturladen Westend
Ligsalzstraße 44 (U-Bahnhaltestelle Schwanthaler Höhe)

Afrikanisch-europäische Solidarität gegen Abschiebungen und Grenzregime
– Karawane von Bamako nach Dakar für Bewegungsfreiheit und gerechte
Entwicklung

Referent: Hans-Georg Eberl / Netzwerk «Afrique Europe Interact»

Film „Denn wir leben von der gleichen Luft – Parce que nous vivons le
meme air“ von Andrea Plöger und Sabine Weber

Die westafrikanischen Staaten Mali und Senegal gehören zu den ärmsten
Ländern der Welt, geprägt von einer bis heute fortdauernden Geschichte
kolonialer und neokolonialer Dominanz und Ausplün­de­rung. Auf der Suche
nach Auskommen und besseren Lebens­pers­pek­tiven für sich und ihre
Angehörigen haben sich seit Jahrzehnten viele Bürger_innen dieser Länder
auf den Weg nach Nordafrika oder nach Europa gemacht. Gleichzeitig sind
Mali und Senegal auch wichtige Transitländer für viele andere
westafrikanische Migrant_innen und aktuell Zufluchtsorte für
Kriegsflüchtlinge aus der Elfenbeinküste und Libyen. Auf der anderen
Seite schieben die Staaten Europas permanent Afrikaner_innen ab.
Im Zuge der Auslagerung des EU-Grenz­regimes rückten die afrikanischen
Staaten immer mehr in den Fokus europäischer Strategien der
Migrations­abwehr – begünstigt durch das Druckpotential ökonomischer
Dominanz sowie durch Eigeninteressen korrupter und autokratischer
Machteliten. Sowohl gegen die Ver­armung und Ausbeutung der Bevölkerung
als auch gegen das Grenz­regime organisiert sich Widerstand von sozialen
Bewegungen und selbstorganisierten Initiativen von Abgeschobenen.

Im Winter 2011 organisierte das Netzwerk «Afrique Europe Interact», an
dem sich sowohl malische Gruppen wie «Association Malienne des Expulsés»
(Malische Vereinigung der Abgeschobenen) oder «Mouve­ment des Sans Voix»
(Bewegung der Stimmlosen) als auch europäische Antirassist_innen und
Sans-Papier-Aktivist_innen beteiligen, eine Karawane von Bamako/Mali zum
Weltsozialforum in Dakar/Senegal. Das Ziel: gemeinsam ein Zeichen setzen
für weltweite Bewegungs­freiheit und gerechte Entwicklung, gegen das
Grenzregime und das kapitalistische Weltwirtschaftssystem.

Der Referent hat an der Karawane teilgenommen, er wird über die
Erfahrungen der afrikanisch-europäischen Widerstandskooperation
berichten und Fragen bezüglich der Perspektiven transnationaler
Solidarität aufwerfen. In der Veranstaltung zeigen wir zu Beginn den
Film „Denn wir leben von der gleichen Luft – Parce que nous vivons le
meme air“ von Andrea Plöger und Sabine Weber.

Veranstaltung zur Bamako-Dakar-Karawane am 20.04.2011 in München‏

Neuer Transnationalismus

AfriqueEuropeInteract und die Karawane zum Weltsozialforum 2011 in Dakar
Vortrag mit Kurzfilmen, Vokü und westafrikanischer Musik.

Kafe Marat, Thalkirchener Str. 102
Mittwoch 20.04.2011 ab 20 Uhr

Das Bündnis Afrique Europe Interact besteht aus antirassistischen
Initiativen,Flüchtlingsorganisationen und Einzelpersonen aus verschiedenen Ländern
Westafrikas und Europas. Seit seiner Gründung 2010 stellte es eine regelmäßige
Vernetzung zwischen Nord und Süd her. Das bis jetzt größte Projekt war die
dreiwöchige Karawane für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung von
Bamako/Mali nach Dakar/Senegal und die gemeinsame Teilnahme am
11.Weltsozialforum. Es haben sich 400 Menschen an der über tausend Kilometer
langen Busreise beteiligt und mit verschiedenen Aktionen ein Signal gegen das
repressive Grenz- und Migrationskontrollregime gesetzt, das durch den Einfluss
der EU-Staaten zunehmend in die afrikanischen Länder vorverlagert wurde.

Antirassistische Praxis darf sich nicht nur auf die Unterstützung von
Flüchtlingen in Europa- Stichworte sind z.B. Kämpfe gegen Lagerunterbringung
und Abschiebungen- beschränken. Auch in vermeintlich sichere Staaten
Abgeschobene sind einer Reihe von großen Problemen ausgesetzt, die den
Betroffenen die Perspektive eines menschenwürdigen Lebens rauben. Darüber
hinaus schneiden Abschiebungen die Gesellschaften in den Ländern des globalen
Südens von wichtigen ökonomischen Ressourcen ab, die durch Unterstützung
seitens der Migrant_innen bereitgestellt werden.

In einer Welt, in der die globalen Machtstrukturen den Reichtum des Nordens
nur durch die Armut, Ressourcenplünderung und Umweltzerstörungen im Süden
ermöglichen können, ist das „Recht zu bleiben“– also gute Lebensbedingungen auf
der ganzen Welt – ein nach wie vor aktuelles und wichtiges Thema. Die Situation
in Mali und anderen Ländern Westafrikas, die während der Karawane besucht
wurden, steht in einem engen Wechselverhältnis zu den aktuellen Entwicklungen
und Kriegen in Libyen und der Elfenbeinküste. Im Sinne einer globalen
Perspektive auf Befreiung brauchen emanzipatorische Bewegungen weltweite
Vernetzung und einen neuen Transnationalismus.

Es referieren zwei Beteiligte an der Westafrika-Karawane zum Weltsozialforum
Eine gemeinsame Veranstaltung der Karawane München und des
Mittwochskafes.

Bamako-Dakar-Karawane: Turbulenter Start…

+ Afrique-Europe-Interact: Verhaftungen in Paris + Blog-Berichterstattung + prominente Unterstützung für Karawane + 20 (Ex-)Sans Papiers ebenfalls an Karawane beteiligt +
Die Bamako-Dakar-Karawane steht vor der Tür – wir möchten deshalb auf einige der jüngsten Entwicklungen aufmerksam machen:

a) Aus aktuellem Anlass möchten wir mit einer aktuellen Information beginnen: Heute hätte die erste 12er-Gruppe des europäischen Flügels von Afrique-Europe-Interact nach Mali fliegen sollen. Doch die Reise endete bereits in Paris auf der Polizeiwache (wo die Leute immer noch sind – neben 9 AktivistInnen unseres Netzwerks 11 weitere Personen – darunter drei Kleinkinder). Hintergrund ist, dass sie versucht haben, eine Abschiebung in Paris zu verhindern: Der sog. Abschübling saß geknebelt im Flugzeug, umringt von Polizei und versuchte sich seiner Abschiebung zu widersetzen. Darauf entschied der Pilot (der in solchen Fällen alleinige Entscheidungsgewalt hat), die widerständigen Fluggäste festnehmen zu lassen, anstatt die Abschiebung auszusetzen. Wir wissen noch nicht, was mit den Festgenommenen passiert, im Moment sind in Paris Leute Richtung Flughafen unterwegs. Klar ist indessen, dass diese Intervention der Karawane-Kasse erhebliche Zusatzkosten bescheren dürfte (mindestens 4.000 Euro für die ausgefallenen Flüge), insofern gilt auch diesbezüglich unser ohnehin drängender Spendenaufruf weiterhin…

Eine Anmerkung noch: Jährlich werden mehrere Hundertausend Menschen aus der EU abgeschoben. Oftmals verliert sich die Spur der Abgeschobenen – gerade deshalb ist es politisch so wichtig, dass sich an der Karawane mehrheitlich Abgeschobene aus Mali (und anderen westafrikanischen Ländern) beteiligen. Was Abschiebungen konkret bedeuten (und wie sie durchgeführt werden) kann unter anderem in einer Reportage nachgelesen werden, die vor zwei Jahren im Zeit-Magazin erschienen ist:

http://www.afrique-europe-interact.net/index.php?article_id=233&clang=0

b) Während der Karawane wird es auf unserer Webseite eine regelmäßige (blogartige) Berichterstattung geben – inklusive Bildern (und wenn es technisch klappt) Filmen:

http://www.afrique-europe-interact.net/

c) Die Karawane hat inzwischen prominente (Spenden-)Unterstützung erhalten: „Ein neues Europa, ein neues Afrika, neue Räume der Freiheit und Gleichheit, entwickelt in den Bewegungen und Kämpfen der Migration: dafür steht in meinen Augen die Buskarawane in Westafrika.“ Nicht nur Sandro Mezzadra, auch Antonio Negri, Corinna Milborn, Elias Bierdel, Sevim Dagdelen, Sister Fa, Wolf-Dieter Narr, Margareta Steinrücke, Ulrich Brand, John Holloway sowie weitere Personen aus Kunst, Wissenschaft etc. unterstützen die Karawane – ihre Statements findet ihr ebenfalls auf unserer Webseite:

http://www.afrique-europe-interact.net/index.php?article_id=345&clang=0

d) Ursprünglich sollten 50 Leute aus Europa an der Karawane teilnehmen, inzwischen haben sich auch 24 (Ex-)Sans Papiers aus Frankreich angeschlossen – die meisten von ihnen aus Mali. Die Zirkulation der (Kampf-)Erfahrungen dürfte hierdurch weiteren Auftrieb erhalten, genau das, was wir uns im Kern von der Karawane erhoffen…

e) Last but not least: Unsere 4-seitige Zeitung, die bereits am 24. Dezember mit der „taz“ ausgeliefert wurde, wird im Januar auch als Beilage der ak erscheinen. Readers welcome!

http://www.afrique-europe-interact.net

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