Zafer Topak ist CDU-Mitglied und „Grauer Wolf“.

„Verstöße gegen Grundsätze und Ordnung“

Hammer CDU will Zafer Topak ausschließen

HAMM –  Der CDU-Kreisverband will Zafer Topak aus der Partei ausschließen. Die CDU wirft Topak „Verstöße gegen Grundsätze und Ordnung der Partei“ von „erheblicher Intensität“ vor. Topak, der in der Vergangenheit bundesweit wegen seiner Nähe zu den „Grauen Wölfen“ in die Schlagzeilen geraten war, will sich gegen den Ausschluss zur Wehr setzen.

Gegenüber unserer Zeitung wollte der Parteivorsitzende Burkert den Fall am Dienstag nicht kommentieren. Das Verfahren sei nicht-öffentlich, laut Satzung dürfe er sich nicht dazu äußern. In dem Schreiben an das Parteigericht, das dem WA vorliegt, verweist Burkert auf Paragraph 8 Absatz 2 im Statut der CDU Deutschlands. Er eröffne der Partei die Möglichkeit, eine Aufnahmeentscheidung nachträglich noch zu widerrufen, wenn das betreffende Mitglied in seinem Aufnahmeantrag oder sonst zu entscheidungserheblichen Fragen schuldhaft falsche Angaben gemacht oder für die Aufnahmeentscheidung wesentliche Umstände verschwiegen hat.

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Zafer Topak ist CDU-Mitglied und „Grauer Wolf“

Dabei geht es um Topaks Mitgliedschaft bei den „Grauen Wölfen“. In seinem Aufnahmeantrag vom 22. Dezember 2001 ist der Bereich „Funktionen/Mitgliedschaften“ leer. Tatsächlich war Topak aber Vorstandsmitglied beim Idealistischen Jugendverein Bönen – einer „Graue-Wölfe“-Organisation. „Ich habe das Werner Thies (CDU-Kreisgeschäftsführer) damals auch mitgeteilt. Das wusste jeder“, so Topak, der für die Bulgarische Liste im neu gewählten Integrationsrat sitzt.

Mit der, so die CDU in ihrem Antrag, „rechtsextremen nationalistischen türkischen Partei“ wird Topak seit geraumer Zeit in Zusammenhang gebracht. Entsprechende Medienberichte gab es bereits vor knapp drei Jahren.

Mittlerweile hat Topak sich als Teil der Ülkücü-Bewegung, also als Anhänger der „Grauen Wölfe“, bekannt. Und jetzt reicht es auch der CDU. Sie will den 34-Jährigen, der als Beisitzer sogar dem Vorstand des Ortsverbands Hamm-Westen angehört, loswerden. In dem neunseitigen Antragsschreiben verweist die Partei auf diverse Presseberichte über eine mögliche Unterwanderung der CDU durch „Graue Wölfe“. Die Bewegung sei nach Bewertung des NRW-Verfassungsschutzes geprägt durch eine übersteigerte Verherrlichung des Türkentums und ein rigides Freund-Feind-Denken.

Das Parteiausschlussverfahren gegen ihn begründet Topak mit „Druck aus Düsseldorf wegen parteischädigenden Verhaltens“. „Ich bin nicht der einzige graue Wolf in der Hammer CDU. Entweder lässt man mich in Ruhe oder muss auch andere Mitglieder aus der Partei ausschließen“, so Topak. Rund 40 türkischstämmige CDU-Mitglieder in Hamm gehören nach seinen Angaben den Grauen Wölfen und der ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachteten Milli-Görüs-Bewegung an.

Topak hat nun einen Monat Zeit, um Stellung zu beziehen. Danach entscheidet das Parteigericht.

WA





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