Archiv für Mai 2014

SOMA

SOMA

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Death toll rises in coal mine explosion. More than 200 workers are killed according to official reports. Victims include Kemal Yıldız, a 15 years old boy, as reported by his uncle.

After recent regulations in education, AKP government paved the way for child labour. According to these recent regulations, the legal age of child labour decreased to 14 years old, and 16 years old for heavy industries. Report by İstanbul Worker Health and Work Safety Council, at least 1203 workers died in “work accidents” in Turkey, and 55 of them were children.

Turkey coal mine explosion: Death toll soars

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An explosion at a mine in western Turkey has left 151 workers dead and scores injured, officials say.

The blast, followed by a fire, occurred at a coal mine near the town of Soma in Manisa province.

A huge rescue operation is under way to reach hundreds more trapped miners, and oxygen is being pumped into the mine.

Large crowds of worried relatives have gathered near the privately owned mine, about 450km (280 miles) west of the capital Ankara.

Energy Ministry Taner Yildiz confirmed the latest death toll on Turkish TV and said some 76 people were injured.

He said 787 people had been inside the mine at the time of the accident but only 363 of them – including those killed – had been accounted for.

Mr Yildiz said that carbon monoxide poisoning could have claimed lives. He added that the fire had been triggered by an electrical fault.

The mayor of Manisa city earlier said 157 people had died, following initial reports that put the death toll at just 17.

It is believed the explosion happened more than a mile underground.

TV footage showed rescuers helping workers from the mine, their faces and hard-hats covered in soot and dust. Some were carried on stretchers to waiting ambulances.

Prime Minister Recep Tayyip Erdogan has postponed a trip to Albania over the accident and is to visit Soma instead, his office said.

The mine’s owners, Soma Komur Isletmeleri, would said an investigation was under way but the accident occurred despite the „highest safety measures and constant controls“.

„Our main priority is to get our workers out so that they may be reunited with their loved ones,“ the owners said in a statement.

Analysts say the safety record of Turkey’s coal mines lags behind that of most industrial nations.

The country’s worst mining disaster was in 1992, when 270 miners were killed near Zonguldak, on the Black Sea.

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BBC

VIDEO

Wenn braune Wölfe heulen /Österreich

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Zwei junge Burschen posieren mit Wolfsgruß und Fan-Schal vor dem Wiener Gasometer. Foto von Michael Bonvalot.

Wien, 20. April. Es ist einiges los im Planet Music im Wiener Gasometer. Die Avusturya Türk Federasyon (ATF), die Türkisch-Österreichische Föderation, feiert den 40. Jahrestag ihres Bestehens. Die Besucher haben ihr bestes Gewand angezogen, auch viele Jugendliche strömen in die Halle. Trotz des bewölkten Himmels ist die Stimmung ausgelassen, es wird gelacht und geplaudert. Für unbedarfte Beobachter ein harmloses Fest. Doch hinter der ATF stehen die faschistischen Grauen Wölfe—und der 20. April ist der 125. Geburtstag von Adolf Hitler. Die Grauen Wölfe ziehen seit vielen Jahren eine blutige Geschichte des rechten Terrors durch die Türkei und ganz Europa. Tausende fielen den Morden ihrer Todesschwadronen zum Opfer. Erst 2013 wurden in Paris drei Aktivistinnen der kurdischen PKK erschossen. Die Spur führt zum türkischen Geheimdienst und in weiterer Folge zu den Grauen Wölfen.

Als viele Staaten Westeuropas in den 1960ern im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs Arbeiter in der Türkei anwarben, kauften sie nicht einfach Arbeitskraft. Es kamen Menschen mit ihren Vorstellungen, Wünschen und Ideen. Viele der neuen Arbeiter waren politisch links stehend, sie gründeten Vereine und Verbände und unterstützten aus der Ferne die sozialen Kämpfe in der Türkei. Doch es kamen auch andere Kräfte nach Europa, namentlich Anhänger der Milliyetçi Hareket Partisi (MHP), besser bekannt unter dem Namen ihrer paramilitärischen Verbände: „Bozkurt“, die Grauen Wölfe. Bis Anfang der 1990er konnten die „Idealisten“, wie sie sich selbst nennen, in Österreich kaum öffentlich auftreten. In Wien etwa war in der türkischen Community das Bekenntnis zu den Wölfen ein durchaus mutiges Unterfangen, zu stark war die Linke verankert. Mit dem Zusammenbruch der stalinistischen Staaten ab 1989 allerdings begann für die türkische Linke eine tiefe Krise und in dieses Vakuum stießen die Wölfe vor.

Die langjährige Tiroler Jugendarbeiterin Banu Çelik erzählt uns, dass die Grauen Wölfe heute hauptsächlich unter Jugendlichen der zweiten oder dritten Generation rekrutieren. Unter anderem über ihre Sportvereine gewinnen die Wölfe vor allem in Wien, Oberösterreich und im Westen des Landes massenhaft Einfluss. Ihre Symbole, den heulenden Wolf und die drei Halbmonde, tragen die Anhänger der Organisation auf T-Shirts, als Siegelring oder an Halsketten. Mit der rechten Hand formen sie ein Grußzeichen, das einen Wolf darstellen soll. Dieser Wolf soll der Legende nach die türkischen Stämme im 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung gerettet haben, indem er sie ins mythische Ergenekon-Tal nach Zentralasien führte.

Christian Schörkhuber, Geschäftsführer der Volkshilfe-Flüchtlingshilfe in Oberösterreich und Herausgeber des Buches Grauer Wolf im Schafspelz, ist besorgt, wie sehr die Wölfe es schaffen, sich vor allem unter Jugendlichen festzusetzen. Er berichtet, dass sie in der Rekrutierung sehr geschickt vorgehen: „Ihre Strategie ist es, das Bekenntnis zur türkischen Identität mit jenem zu den Wölfen gleichzusetzen.“ Er berichtet auch, dass sich unter Jugendlichen eine einschlägige Musik-Subkultur entwickelt habe. Im März 2014 etwa wurde ein Video aus Ried im Innkreis bekannt, in dem junge Graue Wölfe rappend mit Pistolen und Messern posieren. Hüseyin Akmaz, Sprecher von FEYKOM, dem Dachverband der kurdischen Vereine in Österreich, teilt diese Besorgnis, sollte die Entwicklung der MHP anhalten: „Die Wölfe können sehr gefährlich werden, wenn ihr Einfluss weiter wächst.“ Die Besorgnis von Akmaz ist verständlich. Die Grauen Wölfe attackieren auch in Österreich immer wieder politische Gegner.

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Foto von Michael Bonvalot.

So griffen türkische Nationalisten im Oktober 2011 am Rande einer Demonstration gegen die kurdische PKK ein Geschäft der Restaurantkette Türkis auf der Wiener Mariahilfer Straße an—die Türkis-Besitzer waren als Kurden ins Visier der Nationalisten geraten. Dieser offene Hass wurde auch von den jugendlichen Besuchern der ATF betont. Als ich sie auf dem Weg zum Gasometer fragte, warum sie heute hier seien, war vor allem vom Widerstand „gegen Kurden“ die Rede. Sehr viel mehr konnten oder wollten sie nicht erzählen. Akmaz berichtet auch von anderen Übergriffen: „Kurdische Vereine werden immer wieder Ziel von Attacken, dabei gibt es auch Verletzte. In Innsbruck etwa haben vor einiger Zeit dreißig bis vierzig Graue Wölfe unser Vereinslokal überfallen.“ Er erzählt auch, dass nach Beobachtung der FEYKOM enge Verbindungen der Wölfe zu den Konsulaten der Türkei in Österreich bestehen sollen.

Auch in der Jugendarbeit wird die Problematik der Wölfe immer sichtbarer. Die Wiener Jugendarbeiterin Angelika Hipfinger erzählt: „In der offenen Jugendarbeit in Wien ist der Einfluss der Grauen Wölfe nicht zu übersehen. Vor allem der typische ‚Wolfsgruß‘ ist bei den Jugendlichen weitgehend bekannt.“ Ihr fällt auch auf, dass die Wölfe versuchen, sich in der Öffentlichkeit möglichst harmlos darzustellen: „Die Jugendlichen, die tatsächlich in die Kreise der Grauen Wölfe integriert sind, vermitteln eine einheitliche Botschaft, die eine offizielle Sprachregelung nahelegt: Es handle sich um keine politische Gruppierung, sondern um einen Kulturverein, der harmlose Traditionen pflege.“ Christian Schörkhuber erklärt die Hintergründe dieses Booms: „Wer andauernd hört und spürt, aufgrund der Herkunft der Eltern ein Mensch zweiter Klasse zu sein, wird anfällig für die Idee eines fernen idealisierten Vaterlandes.“ Darin ist er sich einig mit dem Rechtsextremismus-Experten Wolfgang Purtscheller: „Das Konzept der Faschisten ist nicht denkbar ohne den Rassismus der Mehrheitsgesellschaft.“

Ganz anders sieht diese gesamte Problematik der Veranstaltungsort Planet Music, als wir auf den faschistischen Hintergrund der Wölfe hinweisen. Josef Sopper, CEO des Planet Music, schickte uns folgende Stellungnahme: „Ursprünglich wollte die Türkische Föderation den 12. oder 19. 4. anmieten. Ein Zusammenhang mit Hitlers Geburtstag—von wem auch immer aufgebracht—ist daher eine glatte Unterstellung, die wir als Vermieter nicht unwidersprochen lassen können, denn—auch wenn wir „nur“ Vermieter für kulturelle Veranstaltungen sind, ist uns dieses Datum sehr wohl bekannt und haben wir—wann immer notwendig—ein besonderes Auge darauf.“ Was tatsächlich vor Ort passiert ist, können wir nicht sagen—der Zugang zur Veranstaltung wurde uns vom Ordnungsdienst der Wölfe untersagt. Auf die weit wichtigere Problematik, dass die Wölfe als faschistische Organisation überhaupt eine Veranstaltung im Gasometer machen können, ging Sopper nicht näher ein. Dazu schrieb er nur: „Es handelt sich um eine kulturelle Veranstaltung, die vom Verfassungschutz (Rainer Kucera) als unbedenklich eingestuft wurde.“ Das verwundert kaum, ist doch der Verfassungsschutz zumeist eher mit dem Jagen von Tierschützern oder Anti-Burschenschafter-Demonstranten beschäftigt—da bleibt eben keine Zeit mehr für faschistische Großveranstaltungen.

Auch ein Polizist vor Ort erklärte uns in bestem Alltagsrassistisch, dass seine Antwort auf diese Veranstaltung sei, einfach alle nach Hause zu schicken, aber ihn frage ja keiner. Der Autor Christian Schörkhuber erwähnt, dass es den Wölfen immer wieder gelinge, hochoffizielle Unterstützung zu bekommen. Er spricht davon, dass für viele Politiker der etablierten Parteien Türke gleich Türke sei und es mehr um das „Zählvolk bei Wahlen“ ginge. Politiker lassen sich auch immer wieder mit Jugendlichen ablichten, die auf dem Foto den Wolfsgruß zeigen. Sie haben keine Ahnung, dass es sich um ein rechtsextremes Zeichen handelt—und auf der Suche nach neuen Wählern ist das wohl auch oft nicht so wichtig. So mussten die Wölfe in der sozialdemokratischen Hochburg Linz für ihre Veranstaltungen erst nach Protesten vom Rathaus auf private Räume ausweichen. In Linz wurden sie sogar bei der Maifeier der SPÖ begrüßt.

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Empfehlungsschreiben des ÖVP-Politikers Ing. Mustafa Iscel an das Gasometer

Auch die ÖVP dürfte Verbindungen zu den Wölfen haben. So präsentierte uns Planet Music für die Veranstaltung der Wölfe im Gasometer ein Empfehlungsschreiben des Organisationsreferenten der ÖVP Wien-Favoriten, Mustafa Iscel. Iscel war 2006 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden, als er türkische Plakate drucken ließ, auf denen stand: „Falls Sie nicht wollen, dass der Völkermord an den Armeniern anerkannt wird … wählen Sie ÖVP!“

Dieses Plakat des ÖVP-Politikers Iscel ist sehr bezeichnend. Der Völkermord an der armenischen Minderheit während des Ersten Weltkriegs ist in der Türkei ein klassisches Thema nationalistischer und faschistischer Kreise. Literarisch wurde dieser Massenmord übrigens vom österreichischen Schriftsteller Franz Werfel in seinem Werk Die vierzig Tage des Musa Dagh eindrucksvoll beschrieben. Die Geschichte der Wölfe liest sich wie das vollständige Skript von Game of Thrones und hat neben Verbindungen ins kriminelle Milieu, zu Attentaten und tragischen Unfällen auch mit dem politischen Aufstieg der Organisation zu tun, die heute in der Türkei zu einer Großpartei gewachsen ist. Bei den Regionalwahlen Anfang April 2014 bekam sie rund 18 % der Stimmen.

Die Fäden der Vereinigung reichen bis ins Establishment, ins Militär und zu anderen Parteien. In Ankara kandidierte sogar ein MHP-Mann als Bürgermeister auf dem Ticket der CHP, der sozialdemokratischen Republikanischen Volkspartei. Die CHP versucht bereits seit einiger Zeit eine informelle Koalition mit den Faschisten, um so die konservativ-religiöse AKP an der Regierungsspitze abzulösen. Aber es gibt auch andere Zeichen. Während sich wie jedes Jahr im April braune Schatten über Hitlers Geburtsstadt Braunau legen, folgen hunderte Menschen dem Aufruf der Plattform „braunau gegen rechts“, einem Zusammenschluss linker und gewerkschaftlicher Organisationen. Mit Slogans, Musik und roten Fahnen ziehen die Menschen durch die Stadt, die Stimmung ist gut und laut. An der Demonstration nehmen auch zahlreiche österreichische, türkische und kurdische Jugendliche teil. Gemeinsam zeigen sie, es geht auch anders: gegen Faschismus und für ein solidarisches Miteinander.

Quelle: VICE

The moment of meeting of two sibling guerrillas in eternity

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The moment of meeting of two sibling guerrillas in eternity

Ümit and Sezgin Akgül brothers were born in Bismil. In 90’s, when the Akgül brothers were still child, their family was forced to migrate to Mersin as a result of the state’s depopulation policy in Kurdistan. During their childhood, Ümit and Sezgin witnessed home raids by state forces and all forms of humiliating police terror. Their home was frequently raided, their parents insulted, even their mother’s wedding chest was scattered. They felt the pain of living in their own lands under insulting conditions. As they grew up, they started to think that something should be done against the state terror. They saw how meaningless it was to live as a Kurd loyal to the order in Kurdistan. They discovered the pleasure of being a free Kurd.

DEBATE ON WHO WOULD TAKE TO THE MOUNTAIN FIRST

Each raid drew them closer to their own reality, to being Kurdistan’s guerrillas demanding freedom. They started to understand that the victimization of the family by the state was by no means unique to their family. In all the stories they heard, they concluded that there were taking place similar victimizations in any part of Kurdistan. Just like other children from Botan, Serhat, whose families were forced to move away from Kurdistan… At very young ages, they started to become active in Kurdish organisations and to show tendency to other fields of struggle.From the letters they wrote to each other, it is understood years later that the two siblings debated about who would take to the mountain first.

FROM ÜMIT TO AGIR

Short after the capture of Abdullah Öcalan and his being taken to İmralı in February of 1999, Ümit Akgül decides to become a guerrilla and joins to the closest guerrilla unit, in the Amanos mountains. In a letter he leaves behind to his brother Sezgin and his family, he writes that he is „going to the mountains as a guerrilla of the Kurdish liberation struggle”.He was 19 when he wrote this letter and now he was a guerrilla named Agir Serhat… After staying in the Amanos mountains for a while, he gets involved in the process of the withdrawal of PKK guerrillas, and goes to South Kurdistan facing a number of difficulties. He participates in political and military trainings in the guerrilla camps there. He receives no news from his family, from his brother and his comrade Sezgin.

MEETING IN THE GUERILLA CAMP

A year after his brother, Sezgin Akgül decides to join guerrilla ranks and goes to South Kurdistan within the guerrilla unit he joined in the Garzan region. His name becomes Çekdar Amed. They receive political and military training in the mountains of Free Kurdistan. In 2004, they encounter in the camps by coincidence. If the moment of this encounter has not been told in a movie or in a novel yet, it must have something to do with our problem of narration. They however cannot stay together long. They turn back to North Kurdistan in different units during the assignments made for areas of activity.Agir Serhat goes to Garzan, and Çekdar Amed to Botan as guerrillas. They start to have no news of each other. During the course of the next four years, they do not even know if the other is still alive or not. They engage in clashes and come face to face with death dozens of times. After four years, they are sent once again back to South Kurdistan from different routes and in different times.

THEY SURVIVED ZAP, BUT…

They turn back to the camps in the Zap region in order to be kept away from clashes and to re-participate the trainings. After a while they learn that they are in camps close to each other. On 10 November 2008, Çekdar Ahmet asks for permission from his commander to visit his guerrilla brother Agir Serhat, and takes the way. In the meantime, guerrilla Serhat Agir uses the same route on his way to start his new duty. And the two brothers come across each other near the Zap river. Their encounter is purely coincidental. They want to greet, hug, talk to each other but they are on two different sides of the river. It rains in the meantime, and the water of Zap rises high. Agir gets on a timber raft -something guerilas do always use- and tries excitedly to cross over the river. The Zap river however flows fast, does not allow rafts, and takes Agir away. As the other guerrillas around run around in an effort to be able to do something, Çekdar jumps into the water and saves his brother, his comrade, his heval. After going ou of the water, they hug each other, filled with a years of longing… While they warm themselves and get their clothes dry with the fire put by their guerrilla friends, Turkish warplanes start an air raid. Çekdar and Agir, namely Ümit and Sezgin, yet before being able to talk about their childhood days, their parents, other siblings, and about the years of struggle and war, yet before their clothes become dry, become targets of heavy bombs and die there …And they join to caravan of martyrs, the greatest truth of Kurdistan…

ANF

Dersim 1937/38 – 77 Jahre danach

Das Schweigen über das Dersim-Massaker und andere Massenhinrichtungen in der Türkei muss gebrochen werden!

Am 4. Mai 2014 jährt sich zum siebenundsiebzigsten Mal das Massaker an den alevitischen Kurden in Dersim. der letzte und größte der Aufstände. in dem das kurdische Volk sich gegen die Assimilierungs- und Unterdrückungspolitik durch den kemalistischen Staat erhob. Ca. 80.000 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder wurden auf grausamer Weise getötet. über 100.000 Menschen zur Deportation gezwungen. Die Anerkennung und Aufarbeitung des Massakers auf staatlicher Ebene und in der Gesellschaft ist bis heute jedoch noch nicht vollzogen worden.
Die türkische Geschichte ist zugleich eine Geschichte der Massaker
Das kurdische Volk leidet seit der Gründung der republikanische Türkei 1923 unter Mustafa Kemal Atatürk an einem physisch und systematischen Genozid ihrer nationalen Sprache. ihrer Geschichte. ihrer Identität. ihrer Geografie. ihrer Kunst und Kultur.
Mit dem Abkommen von Lausanne vom 23. Juli 1923 wurde Kurdistan auf den Iran. den Irak. die Türkei und Syrien geteilt. Vor allem in der Türkei begann die nationalistische Staatsideologie eine grausame Assimilations- und Vertreibungspolitik in kurdischen Gebieten. Schon wenige Monate nach Unterzeichnung des Lausanner Vertrages der Gebrauch der kurdischen Sprache. Vereinigungen und Publikationen verboten. Die Dorfnamen in Kurdistan wurden zu 90% türkisiert. Das türkische Parlament. in dem kurdische Repräsentanten vertreten waren. wurde aufgelöst.
Infolge der zunehmenden Repressionen. politischen und militärischen Umklammerung der Region brach unter Führung von Seyid Riza 1937 der Dersim-Aufstand aus. nachdem durch das Umsiedlungsgesetz – das „Tunceli-Gesetz“ die Region umbenannt. unter Militärverwaltung gestellt und der Ausnahmezustand verhängt wurde.
Die Forderung zur Abschaffung der „Tunceli-Gesetze“ und Gewährung einer Verwaltungsreform und nationaler Rechte wurden mit Einmarsch der türkischen Armee geantwortet. Ein kurdisches Verhandlungsangebot wurde abgelehnt. Am 18. November 1937 wurde Seyid Riza mit zehn seiner Gefolgsleuten hingerichtet.
Nach der Ermordung Seyid Rizas ging der Widerstand aber weiter. Daraufhin marschierte die türkische Armee über 100.000 Mann in Dersim ein. um den Aufstand niederzuwerfen. Tausende Kurden. darunter viele Frauen und Kinder. wurden Opfer der türkischen Bomben. Granaten und des Giftgases sowie hunderte zur Flucht gezwungen.
Heute sind die Tragödie des Dersim-Aufstandes noch in deutlicher Erinnerung. Die Wunde ist immer noch nicht geheilt. Der türkische Staat hat bis jetzt dieses Massaker weder anerkannt noch sich in irgendeiner Weise entschuldigt.
Ungelöste kurdische Frage – Teil der türkischen Staatsideologie
Wir stellen fest. dass die Staatsideologie in der Türkei gegenüber den Kurden sich kaum geändert hat. Das die verübten Massaker nicht aufgearbeitet werden. hat mit Nichanerkennung der kurdischen Identität und einhergehende bewaffneten Widerstandskampf der Arbeiterpartei Kurdistan PKK um die Rechte der KurdInnen zu tun. Die kurdische Frage wird heute. erst über 80 Jahren in die öffentliche Debatte getreten. nach dem die AKP-Regierung auf die Friedensappell von Abdullah Öcalan reagiert hat.
Auch das jüngste Massaker von Roboski darf nicht vergessen werden!
Das im Dezember 2011 verübte Massaker in Roboski durch das türkische Militär an 34 kurdischen Jugendlichen. die meisten noch im Kindesalter. wurden mit Flugzeugen aus der Luft bombardiert und starben infolgedessen. Die Aufklärung dieses Massakers wird von der AKP-Regierung verschleppt. die Schuldigen im Militär durch Ministerpräsident Erdogan gedeckt.
Wie das Dersim-Massaker warten auch das Roboski-Massaker und das Massaker an dem armenischen Volk auf Gerechtigkeit. Es ist notwendig. dass die Massaker kritisch aufgearbeitet werden und diese entsprechend als solche anerkannt werden.
Wir müssen durch unsere Zusammenarbeit und Solidarität uns für die internationale Anerkennung dieser Massaker einsetzen – Diesen Weg müssen wir alle kritisch begleiten.
Des Weiteren ist es von hoher Notwendigkeit. dass der Friedensappell von Abdullah Öcalan. gehört und dementsprechend von Seiten des türkischen Staates und der Regierung zu praktischen Handlungen kommt.
In diesem Sinne – So wie kein Opfer jemals vergessen wird. werden auch die Täter nicht in Vergessenheit geraten.

YEK-KOM e.V. / Düsseldorf. 04.05.2014

Dêrsim-Massaker: Genozid am kurdischen Volk

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Das türkische Kabinett beschloss am 4. Mai 1937 in geheimer Sitzung:

„Dieses Mal wird die Bevölkerung in dem aufrührerischen Gebiet zusammengezogen und in andere Gebiete überführt werden. […] Wenn man sich lediglich mit einer Offensivaktion begnügt, werden die Widerstandsherde fortbestehen. Aus diesem Grunde wird es als notwendig betrachtet, diejenigen, die Waffen eingesetzt haben und einsetzen, vor Ort endgültig unschädlich zu machen, ihre Dörfer vollständig zu zerstören und ihre Familien fortzuschaffen.“

Der Dersim-Aufstand war nach der Niederschlagung des Scheich-Said-Aufstands der letzte große Kurdenaufstand in der Türkei. Er ereignete sich 1937/38 in der Region Dersim, die in etwa der heutigen Provinz Tunceli entspricht. Als Anführer gilt Seyid Rıza. Staatlichen türkischen Berichten zufolge sollen zehn Prozent der damals insgesamt 65.000 bis 70.000 Einwohner der betroffenen Teile des historischen Dersims im Verlauf der Auseinandersetzungen getötet worden sein. Wahrscheinlich waren es mehrere 10.000 Todesopfer. Die Regierung schlug die Revolte mit massiver Gewalt gegen Rebellen und Zivilisten nieder. Zahlreiche Bewohner wurden aus ihren Dörfern vertrieben, die anschließend zerstört wurden. Im Jahr 2011 bestätigte die türkische Regierung das Massaker und räumte 13.806 Todesopfer ein.

Kurdische Gemeinde




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