Archiv für Januar 2014

Kinder ab in den Knast / Kurden in der Türkei

„Sie verhaften unsere Kinder nur, weil wir Kurden sind“, sagt eine Mutter. Eindrücke aus Mersin, wo viele Kurden am Rande der Gesellschaft leben müssen.

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/19/73x1.jpg
Der 8-jährige Davut Özer in der Küche seines Hauses am 20. November 2013 in der Sevket Sümer Mahallesi in Mersin, Türkei.

Schon jeder Dreikäsehoch in Sevket Sümer kennt die Gleichung: Polizei ist gleich feindliche Staatsmacht, die Kurden nur mit Gewalt und Verachtung begegnet. Vor der Polizeiwache im kurdischen Viertel der südtürkischen Hafenstadt Mersin stehen zwei Beamte mit schweren Maschinengewehren, auf dem Hof ist ein Wasserwerfer geparkt, allzeit einsatzbereit. Polizisten fahren nur in gepanzerten Fahrzeugen mit vergitterten Windschutzscheiben durch das Quartier.

Dabei hat die Polizei in Sevket Sümer auch ein anderes, freundliches Gesicht. Es gibt einen Spielplatz und sogar mehrere Computer mit Internetanschluss für Kinder. Einige besuchen deshalb gerne die Wache, und manche Eltern sind froh, wenn ihre Kleinen an einem sicheren Ort sind.

Davuts Familie wohnt genau gegenüber der Polizeiwache. Nach der Schule ist er häufig zum Spielen rübergegangen. Dabei kam es schon mal vor, dass ihm ein Polizist eine Ohrfeige verpasste. Deshalb gab seine Mutter zuerst nicht viel darauf, als ihr am 11. September Kinder sagten, Davut werde geschlagen. „Ich dachte, vielleicht hat er etwas angestellt“, sagt Kamile Özer. Aber dann hätten Nachbarn Alarm geschlagen: „Sie schlagen dein Kind tot.“

Sein ganzer Körper voller blauer Flecken

Özer, eine rundliche Frau mit rosiger Haut und munteren Augen, rannte die paar Meter über die Straße. Am Eingang der Wache versperrten ihr Beamte den Weg. Ein Polizist habe ihr sogar mit Schlägen gedroht. Aber Özer lies nicht locker. Schließlich wurde sie hineingelassen und suchte in der Wache überall nach ihrem Sohn. Sie stieß die Tür zu einem Raum auf.

„Da lag er. Sein ganzer Körper voller blauer Flecken. Drei Polizisten standen da und schütteten kaltes Wasser über ihn. Einer rubbelte sein Gesicht“, sagt sie. Im Spital stellten die Ärzte am nächsten Tag schwere Hämatome durch äußere Gewalteinwirkung und eine gebrochene Nase fest. Ein Psychiater bescheinigte dem Achtjährigen eine traumatische Störung.

Zusammengekauert, die Arme an den Körper gedrückt und die Hände im Schoß vergraben, sitzt Davut auf dem Sofa und hört der Unterhaltung zu. Mehr als drei Monate nach dem brutalen Vorfall hat er Angst, alleine auf die Straße zu gehen. Nachts wacht er auf und schreit. „Wenn ich ihn baden will, wehrt er sich, weil er denkt, alles ginge von vorne los“, sagt seine Mutter. Der Psychiater hat ihm gegen die Angstzustände ein Neuroleptikum und ein Antidepressivum verschrieben. „Was Davut bräuchte, wäre eine Therapie bei einem Kinderpsychologen“, sagt uns eine Psychologin, die ihn kennt. Das können sich die Eltern freilich nicht leisten.

Kamile Özer hat nie eine Schule besucht und kann weder lesen noch schreiben. Sie hat früh geheiratet und fünf Kinder zur Welt gebracht. Ihr Mann verdingt sich als Lastenträger, der älteste Sohn schlägt sich ebenfalls als Tagelöhner durch. Sie selbst bessert die Haushaltskasse auf, indem sie für andere Leute Brot bäckt. Alltag in Sevket Sümer.

Eine wohlhabende Stadt

Mersin ist eine wohlhabende Stadt. Der zweitgrößte Hafen des Landes hat in den letzten Jahren Zuwachsraten von 20 Prozent erlebt. Er ist ein wichtiger Umschlagplatz für Erdöl, hier enden die Pipelines nach Ceyhan. Daneben bringen Zitrusfrüchte und Baumwolle Wohlstand.

In der Innenstadt versprühen trendige Cafés und eine Küstenpromenade mit Palmen und Bootsrestaurants mediterranes Flair. Keine zwanzig Minuten entfernt liegen Sevket Sümer und die anderen kurdischen Quartiere der Millionenstadt. Von Aufschwung weit und breit keine Spur. Ein paar kleine Handwerker, ein Brautmodengeschäft, zwei Apotheken und ein Billardsalon ist alles, was das Viertel zu bieten hat. Die meisten Läden stehen leer und sind mit Metallrollläden verrammelt. In den Kaffeehäusern vertreiben sich Männer mit Brettspielen die Zeit oder sitzen schweigend da. „Das einzige, was hier blüht, ist der Drogenhandel“, sagt eine Sozialarbeiterin.

Viele Kurden kamen nach Mersin in der Hoffnung, ihr Glück zu finden. Anderen blieb keine andere Wahl, weil das Militär im Kampf gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in den neunziger Jahren in ihre Dörfer einmarschierte und Soldaten die Häuser und Höfe niederbrannten. Allein nach Mersin flohen damals Zehntausende.

Es war mitten in den dunklen neunziger Jahren, Fatma Kaygan war mit ihrem fünften Kind schwanger, als die Polizei auftauchte und ihren Mann wegen Unterstützung der PKK verhaftete. Ihr ältester, damals elfjähriger Sohn Erdal musste die Schule abbrechen, um mit dem Verkauf von Hausschlappen die Familie durchzubringen.

„Drei Jahre, einen Monat und 15 Tage saß mein Vater wegen nichts im Gefängnis“, sagt Erdal Kaygan. Vor einer Woche tauchte die Polizei wieder auf und verhaftete den Jüngsten, der geboren wurde, als der Vater im Knast saß. Es ist nicht das erste Mal, dass der heute 17-Jährige Ärger mit der Polizei hat. Schon fünf Mal stand er wegen der Teilnahme an Protesten und Steinewerfens vor Gericht. Doch diesmal geht es um mehr. Die Ermittler werfen ihm vor, er habe vor zwei Jahren einen Molotowcocktail auf eine Schule geworfen. „Mein Bruder träumt davon, Arzt oder Rechtsanwalt zu werden. So etwas hätte er nie getan“, sagt Erdal. „Sie verhaften unsere Kinder nur, weil wir Kurden sind“, sagt seine Mutter.

Mehrere Justizreformen hat die Regierung in jüngster Zeit auf den Weg gebracht, seit einem Jahr verhandelt sie mit dem inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan über einen Frieden.

Menschenrechtler sprechen von Rachejustiz

Für die Kurden in Mersin hat sich dadurch wenig geändert. „Kinder landen hier weiterhin wegen Lappalien im Gefängnis“, sagt Ali Tanriverdi vom Menschenrechtsverein IHD. Allein in den letzten Monaten hat der IHD 129 Fälle von Verhaftungen Minderjähriger dokumentiert. Dabei sind die Richter mit saftigen Freiheitsstrafen schnell bei der Hand. Schon für einen Steinwurf kann es 15 Jahre geben. Ist ein Jugendlicher mehrmals auffällig geworden, verhängen die Richter oft für jeden Tatbestand eine eigene Strafe. Auf diese Weise seien einem 16-Jährigen 65 Jahre Gefängnis aufgebrummt worden, sagt Tanriverdi. Er ist kein Einzelfall. Laut dem IHD sind in jüngster Zeit 67 Jugendliche zu insgesamt fast 579 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Der Menschenrechtler sieht darin einen Akt von Rachejustiz. Viele der Verurteilten seien zuvor in Pozanti inhaftiert gewesen, sagt Tanriverdi. In dem Jugendgefängnis in der Provinzhauptstadt Adana hatten Mitgefangene 13- bis 17-jährige Jugendliche systematische misshandelt und vergewaltigt. Monatelang hatte sich der IHD bemüht, die Behörden zum Handeln zu bewegen. Nachdem nichts passiert war, wandten sich die Menschenrechtler im März 2012 an die Öffentlichkeit.

Der Skandal führte landesweit zu Schlagzeilen. Die Regierung versuchte, die Berichte zuerst als PKK-Propaganda abzutun, musste sie dann aber bestätigen. Sie schloss den Horrorknast und verlegte die Kinder nach Ankara. Nach ihrer Freilassung wandten sich viele Opfer an den IHD. „Deshalb wurden sie jetzt so hart bestraft“, sagt Tanriverdi. Auszuschließen ist das nicht. Familien berichten von massivem Druck der Polizei, die Aussagen der Kinder zurückzuziehen. Während die Leiter von Pozanti mit einer Versetzung davonkamen, landete Tanriverdi ebenfalls im Gefängnis. Sieben Monate saß er im Hochsicherheitsgefängnis von Adana. Im März kam er frei, doch das Verfahren läuft weiter.

„Verleumdung der Türkei“ wirft ihm die Anklage wegen der Pozanti-Berichte vor. Sie hat 45 Jahre Haft beantragt. Auf einem Schreibtisch liegt ein dicker Stapel von abgehörten Telefongesprächen. Minutiös haben die Lauscher protokolliert, mit wem er über Pozanti sprach. „Nach wie vor will man uns zum Schweigen bringen“, sagt der 65-jährige ehemalige Lehrer. „Nichts hat sich geändert.“ Das ist der Nährboden, auf dem die PKK gedeiht. Trotz Waffenstillstand mangelt es ihr nicht an Zulauf.

„Haut ab, ihr Hunde! Haut ab!“

In Sevket Sümer preisen Graffiti an Häuserwänden die PKK und ihren Chef „Apo“. „Für den Friedensprozess braucht es zwei“, sagt Fahriye Cengiz. „Die Regierung stellt nur Forderungen.“ Dabei ist es in dem Quartier nicht nur der Staat, der Gewalt sät. Prügel in der Familie sind an der Tagesordnung, Morde an Frauen ebenso. Allein in diesem Sommer seien drei Frauen umgebracht worden, sagt Cengiz. Mit Familienberatung, Sportkursen und Theaterprojekten versuchen die Psychologin und ihre drei Kolleginnen vom Frauenzentrum Istar, das Elend etwas zu lindern. Frauen in langen, dünnen Baumwollröcken mit bunten Mustern und Kopftüchern mit gehäkelten Spitzen sitzen auf dem Sofa am Eingang. „Unser Teehaus“, nennt es eine der Frauen und lacht. Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Vor der Polizeiwache feixen und grölen ein paar Buben. Der Jüngste ist gerade einmal neun, der Älteste zwölf Jahre alt. „Hunde! Hunde!“, brüllen sie aus Leibeskräften. Dazu hopsen sie und machen das V-Zeichen. „Haut ab, ihr Hunde! Haut ab!“ Vom Balkon verfolgt Davut den Zwergenaufstand mit starrem Blick. Seine Eltern haben Klage gegen den Polizisten eingereicht, der ihn verprügelt hat. „Ich habe der Polizei vertraut“, sagt seine Mutter. „Aber wenn du Kurde bist, wirst du behandelt wie ein Terrorist. Dabei verbreiten sie den Terror.“

T.A.Z

Rechtsradikale türkische Partei MHP

Tödlicher Angriff auf Wahlkampfbüro

Ein Sprecher der nationalistischen MHP ist in Istanbul ums Leben gekommen. Die Partei vermutet die PKK hinter der Attacke, bei der zudem sieben Menschen verletzt wurden.

In Istanbul ist bei einem Angriff auf ein Wahlkampfbüro der nationalistischen türkischen Partei MHP ein Parteisprecher getötet worden. Sieben weitere Mitglieder der rechtsradikalen Partei seien bei dem Angriff am Sonntagabend verletzt worden, berichteten türkische Medien am Montag.

Das Büro hatte erst vor kurzem in einem Arbeiterbezirk von Istanbul geöffnet, um den Wahlkampf für die Kommunalwahl im März zu unterstützen. Die Polizei habe bereits sechs Verdächtige festgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan.

Der Parteiführer Celal Adan mutmaßte, die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) stecke hinter dem Angriff. In der Gegend des Büros leben viele Kurden, und vor der Eröffnung der Parteiniederlassung gab es angeblich kurdische Demonstrationen gegen die MHP.

Die türkische Politik wird derzeit von einem massiven Korruptionsskandal erschüttert, in den enge Mitarbeiter von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verstrickt sein sollen. Erdogan hat beklagt, die Ermittlungen gingen auf regierungsfeindliche Kräfte zurück, und mehrere tausend Polizisten, Richter und Staatsanwälte zwangsversetzen lassen. Die Auswirkungen des Skandals haben die türkische Lira auf einen neuen Tiefstand gedrückt.

T.A.Z

YJA: Die Opfer des Systems sind Frauen und Kinder

Eylem Deniz, Mitglied der Koordination der Einheit der freien Frau (YJA), hat die in letzter Zeit vermehrten Gewalttaten, Belästigungen und Vergewaltigungen gegen Frauen und Missbräuche gegen Kinder bewertet.

Die Massaker gegen Frauen seien demnach nicht von heute auf morgen entstanden, sondern seien ein seit 5000 Jahren währendes Phänomen. „Unsere Widerstandsperspektive bewegt sich auf dieser Achse. Auf einem 5000-jährigen System wurde ein patriarchales System aufgebaut. Frauen, Jugendliche und Kinder werden nur als ergänzende Teile dieses Systems angesehen. Das System wurde auf einer frauenfeindlichen und sexistischen Mentalität aufgebaut“, erklärte Deniz.

„Der einzige Ausweg dagegen ist die Organisierung. Es ist Zeit die Schutzräume zu verlassen und auf die Plätze der Freiheit zu gehen. Dafür braucht es einen ernsthaften Willen. Die Worte Plätze der Freiheit sollen nicht als Slogan aufgefasst werden; wir müssen unsere Selbstorganisierung in den Stadtteilen, Städten und Landkreisen verstärken. Abseits der kapitalistischen Moderne gibt es den Bereich des Frauenwiderstands. Es gibt unzählige Beispiele in der Geschichte der Frauenbewegung“, erklärte Deniz.

ISKU

Mobi Video für die Solidaritätsdemonstration mit Rojava.

Mobi Video für die Solidaritätsdemonstration mit Rojava.

+++ Das Schweigen brechen +++

08. Februar 14 Uhr|Stuttgart Lautenschlagerstr.|

Initiative for the Closure of Children’s Prisons launches campaign

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/196/0kh2.jpg
Pozantı

In the last 4 years the sexual abuse and torture of children in prisons has made its mark on Turkey’s already notorious prison reputation. While the incidents in Pozantı, Şakran and Antalya jails are still fresh in the memory and no legal investigation has been initiated against those responsible, recent incidents in the Sincan Children’s Prison have again highlighted the problems of child inmates.

As if the policy of impunity was not intolerable enough, the figures demonstrate that there has been a three-fold increase in reported cases of torture, mistreatment, sexual abuse and rape. The Initiative for the Closure of Children’s Prisons (ÇCKG), which has been set up to demand the prosecution of those responsible for the abuse of hundreds of children in prison, is to hold a series of actions, nationally and internationally, to highlight this dire situation.

The ÇCKG, which demands action to resolve these problems, issued a declaration last week calling for the closure of children’s prisons. The initiative aims to secure the release of all child inmates, both political and common offenders, and will issue a press release in front of the Sincan Prison this week.

Lawyer Hasan Erdoğan, the deputy president of the Human Rights Association, who is involved in the ÇCKG, said that the issue of sexual abuse and torture of child inmates first came to prominence in Pozantı Children’s Prison in 2011. He recalled that due to the controversy at the time, the children were hurriedly transferred to Sincan prison, where it was established in the summer of 2012 that the abuse and mistreatment was continuing. Erdoğan said that they had made an official complaint at that time regarding the ‚padded cell‘ and other issues, but the Ankara Public Prosecutor had taken no further action.

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/854/kqsr.jpg
Pozantı

Erdoğan added that torture and abuse of children in the Şakran prison in Izmir and in Antalya Children’s prison had been reported in the summer of 2013, after which an investigation carried out by the ÇHD, IHD and MPs had made findings confirming these allegations.

Erdoğan said: „Rather than list the rights violations suffered by children in prison, it is necessary to state that the reason for this is that the system of justice for children does not comply with universal norms. Children are frequently remanded in custody, leading to ‚early execution of sentence‘. In the summer of 2013 the Ministry of Justice said it would increase the number of children’s prisons from 5 to 15 by the end of 2016. Furthermore, these will be F Type prisons that entirely isolate children.“

Erdoğan added that there are currently 1,879 children in jail in Turkey, 1,456 of these being on remand, while the other 423 have been convicted. „The biggest problem is the Anti-Terror Law (TMK). Since 2006 six thousand children have been remanded in custody under the TMK. Adana and Mersin have seen a large proportion of these remands, most of them being children who have migrated from Mardin, Hakkari and Şırnak“.

Erdoğan also drew attention to the following points:

- Prison administrations view children as helpless and treat them arbitrarily. For instance there are disciplinary courts. Children are put in solitary on the basis of random decisions made by these courts.

- Another problem is the exploitation of labour. Inmates are made to work in prison workshops for 2 or 3 lira a day.

- Another issue in children’s prisons in Turkey is the shortage of experts, sociologists and paediatricians. There is only one paediatrician for every 300 children in Turkish jails.

ANF

Necmettin Büyükkaya

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/850/yt96.jpg
Necmettin Büyükkaya 23.01.1984 in Diyarbakır im Gefängnis infolge der Folter verstarb

Ich hab’s mein Lebtag nicht gelernt,
mich fremdem Zwang zu fügen.
Jetzt haben sie mich einkasernt,
von Heim und Weib und Werk entfernt.
Doch ob sie mich erschlügen:
Sich fügen heißt lügen!

Ich soll? Ich muß? – Doch will ich nicht
nach jener Herrn Vergnügen.
Ich tu nicht, was ein Fronvogt spricht.
Rebellen kennen beßre Pflicht,
als sich ins Joch zu fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Der Staat, der mir die Freiheit nahm,
der folgt, mich zu betrügen,
mir in den Kerker ohne Scham.
Ich soll dem Paragraphenkram
mich noch in Fesseln fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Stellt doch den Frevler an die Wand!
So kann’s euch wohl genügen.
Denn eher dorre meine Hand,
eh ich in Sklavenunverstand
der Geißel mich sollt fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Doch bricht die Kette einst entzwei,
darf ich in vollen Zügen
die Sonne atmen – Tyrannei!
Dann ruf ich’s in das Volk: Sei frei!
Verlern es, dich zu fügen!
Sich fügen heißt lügen!

* Erich Mühsam

Rojava-Revolution: Der Kanton Cizîre ruft die Autonome Verwaltung aus

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/543/xodk.jpg
ROJAVA ( West Kurdistan )

Der Kanton Cizîre, einer von insgesamt drei kurdischen Kantone im Norden Syriens, hat am 21. Januar die „Demokratisch Autonome Verwaltung“ ausgerufen. Nach einer Sitzung des „Übergangsrates zur Bildung der Selbstverwaltung in Westkurdistan“ in Amudê wurde bekannt gegeben, dass Cizîre fortan eine eigene Verwaltung mit einem Vorsitz und insgesamt 22 Ministerien erhalten wird. Zum Vorsitzenden der Demokratisch autonomen Verwaltung wurde der Kurde Ekrem Heso gewählt, seine StellvertreterInnen sind die Assyrerin Elizabet Gewriyê und der Araber Husen Ezem. Der Autonome Verwaltungsrat wird aus 101 Mitgliedern bestehen und soll die gesamte Vielfalt des Kantons repräsentieren.

Der Gesellschaftsvertrag, der am 6. Januar vom „Übergangsrat zur Bildung der Selbstverwaltung in Westkurdistan“ beschlossen worden war, wurde mit einigen Veränderungen vom Kanton Cizîre übernommen. Demnach verfügt der Kanton nun über drei Amtssprachen (Kurdisch, Aramäisch und Arabisch). Auch die beiden anderen kurdischen Kantone im Norden Syriens Efrin und Kobani arbeiten derzeit am Aufbau ihrer Autonomen Verwaltungen. Die Aufteilung der kurdischen Siedlungsgebiete in Syrien in die genannten drei Kantone war auch am 6. Januar beschlossen worden. Alle drei Kantone sollen demnach Teil eines zukünftigen dezentral strukturierten Syriens sein.

Nach der Ausrufung der Selbstverwaltung in Cizîre hat der Vorsitzende des Kantons Ekrem Heso in einer ersten Erklärung die Abschlussresolution ihrer Sitzung vorgetragen. In der Resolution hieß es unter anderem, dass man mit den Erfahrungen, die in der Autonomen Verwaltung von Cizirê gesammelt werden, als Vorbild für ein zukünftiges Syrien dienen und bei dessen Aufbau wegbereitend sein wolle. Heso forderte ein Ende des Blutvergießens. Die Angriffe islamistischer Gruppen auf Rojava hätten genauso sehr für großes ziviles Leid gesorgt, wie das vom Assad-Regime verhängte wirtschaftliche Embargo gegen die Region. „Wir fordern ein Ende des Blutvergießens, ein Ende des Embargos, humanitäre Hilfe für die notleidenden Gebiete sowie die Freilassung der Gefangenen“, erklärte Heso im Namen der Demokratisch Autonomen Verwaltung Cizîre.

Die Demokratisch Autonome Verwaltung in Cizîre wurde kurze Zeit nach ihrer Ausrufung in den westkurdischen Städten Amudê, Derîk, Serê Kaniyê, Dirbesiyê und Til Temir von tausenden Menschen auf den Straßen gefeiert.

ISKU

Tape released allegedly features Paris killings suspect voice

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/850/jfmz.jpg
Ömer Güney

A sound recording has been published on social media allegedly featuring Ömer Güney, the only suspect in the assassination in Paris of Sakine Cansız, a founding member of the PKK (Kurdistan Workers’ Party), Fidan Doğan, KNK (Kurdistan National Congress) in Paris, and Leyla Şaylemez, member of the Kurdish youth movement on 9 January 2013.

In the sound recording, which has been confirmed by some people reached by ANF as featuring the voice of Güney, the man tells two people, allegedly members of the Turkish Intelligence Service (MIT), about his plans on Paris murders.

The two people are heard promising to provide financial support for Güney to buy arms, while the suspect tells that he will buy the arms from Belgium.

The record also contains information about Güney’s preparations for the assassination of some other people such as “Abram, Nedim Seven, Şiyar, Remzi Kartal”.

Full transcript of recording will follow soon.

ANF

Paris ready for 11 January

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/837/kxv3.jpg

Calls have been made for a big attendance at the march to commemorate the first anniversary of the murders in Paris of PKK (Kurdistan Workers‘ Party) founder member Sakine Cansız, KNK Paris Representative Fidan Doğan and youth movement member Leyla Şaylemez on 11 January.

Nursel Kılıç, from the march organising committee, said: „Paris Kurds are ready to weep and to call to account on behalf of Sakine, Leyla and Fidan“

Nursel Kılıç said preparations for the march had begun on 7 December, calling on all Kurds, Turkish democrats and Europeans to join the march, adding that Federation of Kurdish Associations in France (FEYKA) and other Kurdish federations and associations in Europe had been working intenseively for the commemoration for 2 months.

Kılıç said that FEYKA and French organisations had carried on a campaign on two fronts both to explain the Paris massacre to the French public and to urge the relevant public bodies and authorities to take action, adding: „Many diplomatic meetings have taken place. The fact the three Kurds murdered were women meant we made a call for French women’s organisation to take possession of the process.“

Kılıç emphasised that they had endeavoured to make French women’s organisations part of the 11 January march, adding: „All the organisations we have met have said they will be at the march with their flags and banners. Political parties, movements and groups from other nations living in France were called to a meeting organised by FEYKA. At that meeting a resolution of joint action was passed. As a result the CGT, Communist Party, Anti-Colonialists and many human rights organisations and international groups have been issuing calls to join the march on 11 January. At all demonstrations in France during December the march was publicised.“

Kılıç said that fly posting had also been carried out to publicise the march, saying: „Paris Kurds are ready to weep and to call to account on behalf of Sakine, Leyla and Fidan“

Kılıç said the march had been organised in the form of 4 corteges, with the families at the front with MPs and European friends, while the second would consist of French women’s organisations, the French Communist Party and friendly organisations. The third cortege will consist of young people and the fourth assembly and association members coming from various European countries.

Kılıç emphasised that they were expecting over 30 thousand people to join the march, adding: „In the early hours of the morning buses will arrive at the Gare du Nord area. Executives of Kurdish associations will meet them there. The buses will continue to arrive until 10, after which speakers from various organisations will address the crowd at Gare du Nord until noon. The march will commence between 12 and 12.30. The rally will begin at the Place de la Republique at 2 pm. Many MPs will attend the rally in addition to Kurdish representatives and European friends.“

Kılıç said that amongst the speakers would be DTK Co-chair Aysel Tuğluk, French Communist Party Secretary General Pierre Laurent, FEYKA Kurdistan Co-chairs and representatives of KNK, Kongra-Gel, European Kurdish Women’s Movement, KCD-, MRAP, Femmes Solidaires and the World Women’s March. The TEV-ÇAND Women’s choir will perform at the rally.



ANF

Eight Underage Detainees Report Torture At Sincan Children Prison

http://img571.imageshack.us/img571/384/jojc.jpg

Eight underage detainees serving time in Sincan Children Prison, upon informing their parents and lawyers of the torture they have undergone, were relocated. Upon reaching Maltepe Prison, four of the prisoners underwent nude search torture, and were placed in solitary confinement. It is reported these children are trying to warm themselves with a single blanket and are forced to drink at toilet faucets. IHD (Human Rights Watch Turkey) has been able to contact the prisoners, and is expected to file a report tomorrow.

Eight of the inmates who underwent ill-treatment at the hands of the guards of Sincan Youth and Children Prison, have been relocated to Sakran and Maltepe prisons.

The unrest began with guards beating one child prisoner when he was unable to stand up for a head count, due to being too sick. When fellow inmates protested the treatment, they were likewise beaten.

Torture continued after interview

After the children informed their families and their lawyers of the torture, they were taken into a dark room and beaten again. They were beaten once more the following day, before being boarded unto prisoner transport. After being systematically tortured, four of the inmates were relocated to Maltepe Children’s Prison, while another four was transported to Sakran Prison.

“Naked search” torture

IHD Istanbul was able to interview the prisoners taken to Maltepe Prison. After the interview IHD reports the four children were subjected to naked search torture, and were put into solitary confinement. In a building only sporadically heated, the children need to keep warm with single blankets.

No drinking water

The children, not permitted to shop from the prison canteen, lack even drinking water. They are forced to drink out of the faucets in the toilet.

IHD expected to issue a report tomorrow (05.01.2014)

IHD lawyers requested a meeting with the prison authorities. Because it was weekend, the meeting did not take place. The lawyers requested the head guard to allow the children to stay together, and provide the most basic human needs. The head guard, professing ignorance of the chain of events, replied with “What needs to be done, will be done”.

They should note that these children -reported to be of Kurdish ethnic origin- are being held captive, despite insufficient evidence for terrorism, and despite the peace and reconciliation process much publicised to be undertaken by the ruling government party, AKP.

français

Torture de vengeance à 8 enfants détenus.
Les enfants qui ont racontés à leur familles et avocats les tortures dont ils étaient la cible dans la prison de jeunes mineurs de Sincan, ont été exilé. Ils ont été torturés à deux reprises avant leur exile.
Les 4 détenus enfants qui ont été amenés à la prison de Maltepe, ont subis un contrôle nus, puis ont été placés dans des cellules individuelles. Les enfants se réchauffaient d’une seule couverture, buvait l’eau des toilettes. L’association des Droit de L’Homme qui a rencontré ces enfants, va déclaré le rapport demain.
Les 8 enfants qui ont subis plusieurs tortures par les gardiens de la prison de jeunes mineurs de Sincan, sont exilés aux prisons de Sakran et Maltepe.
Un enfant malade qui n’arrivait pas à se lever pour le comptage des détenus, a été agressé par les gardiens. Les autres enfants ont aussi été agressés pour contestation.

LES TORTURES ONT CONTINUES APRÈS LES RASSEMBLEMENTS AVEC LES AVOCATS

Les enfants ont raconte les événements qu’ils ont subis à leur familles et avocats. Suite à ce fait, ils ont été pris dans une chambre et ont été torturés à nouveau.
Puis le lendemain encore avant d’être montés dans les camions de détenus.

4 des enfants ont été placés à la prison de jeunes mineurs de Maltepe, et 4 autres à la prison de Sakran.

CONTRÔLE ET FOUILLE NUS

L’association des Droit de l’Homme d’Istanbul, est allais voir les enfants a Maltepe. Suite aux premiers rapports de l’association les 4 enfants ont été contrôlés et fouillés nu, et ont été placés dans des cellules individuelles.
Les radiateurs qui sont allumés seulement de temps à autre laisse les enfants se réchauffer d’une seule couverture.

PAS D’EAU POTABLE

les enfants qui n’ont même pas le droit de prendre leur besoin de la cantine, n’ont pas d’eau potable à boire. Ils boivent l’eau du robinet des toilettes.

L’ASSOCIATION DES DROIT DE L’HOMME DÉCLARE SON RAPPORT DEMAIN

Les avocats de l’association ont voulus rencontrés l’assemblé du prison.
Mais la rencontre n’a pas pu se faire à cause du weekend.

Les avocats ont pu finalement rencontrés le gardien principal en racontant les faits.
Le gardien qui donner une impression de ne pas être au courant des faits a dit que les choses devront être faits.

Les enfants détenus sont accusés d’être des terroristes dans ces prisons.

Revolution-News




kostenloser Counter
Poker Blog