Iran: Selmas unter Belagerung

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Nach der Hinrichtung des kurdischen Aktivisten Ilham Mamedi am 26. Oktober 2013 haben iranische Polizei und Soldaten die Stadt Selmas umstellt und verhindern jeden Zutritt.

Die Hinrichtung durch das iranische Regime fand am gleichen Tag wie die eines anderen kurdischen Gefangenen, Habibullah Gulperipur, im Gefängnis von Urmiye statt.

Aus Furcht vor den öffentlichen Reaktionen auf die Hinrichtung riegelte das Regime die Stadt vollständig ab. Ilham Mamedi wurde 1978 in Selmas in der Provinz West-Aserbaidschan geboren. In der Stadt leben Kurden, Aseris, Assyrer, Armenier und Perser, Selmas spielte in der Geschichte Ost-Kurdistans eine wichtige Rolle. Mamedi stammte aus einer Familie, die in der kurdischen Bewegung aktiv war. Vor seiner Verhaftung arbeitete er im Grenzhandel. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder. Bei einem durch eine Tränengasgranate verursachten Feuer kam 2006 seine gesamte Familie ums Leben.

Wegen Unterstützung der PJAK (Partei für ein Freies Leben in Kurdistan) und Gegnerschaft zum Regime wurde Mamedi 2008 verhaftet, schwer gefoltert und schließlich zum Tode verurteilt. Dieses Jahr wurde das Urteil nach Angaben seines Anwalts in eine 25-jährige Haftstrafe umgewandelt, Mamedi wurde jedoch am 25. Oktober aus unbekannten Gründen vom Gefängnis in Selmas an einen geheim gehaltenen Ort gebracht. Seiner Familie hat man am Morgen des 26. Oktober mitgeteilt, dass er hingerichtet und bereits bestattet worden sei.

Es wurde berichtet, dass eine große Gruppe von Familienangehörigen, die meisten von ihnen Frauen, sich auf den Weg gemacht haben, um seinen Leichnam abzuholen und in Derik beizusetzen. Den Frauen wurde jedoch von Sicherheitskräften gestoppt und festgesetzt, dabei kam es auch zu körperlichen Übergriffen auf sie. Unter der Bedingung, dass die Beisetzungsfeier unauffällig durchgeführt wird, übergaben die Sicherheitskräfte schließlich Mamedis Leichnam.

Wie die Familie mitteilte, wurden bei der Totenwaschung Zeichen schwerer Folter festgestellt. Sicherheitskräfte untersagten den Bewohnern, sich in Moscheen zu versammeln. Die Proteste in ganz Ost-Kurdistan halten an.

ISKU





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