Archiv für Oktober 2013

Gefechte in Rojava (Westkurdistan/Syrien)

Am 28.10.13 kam es vor allem in der Region Serê Kaniyê zu schweren Gefechten zwischen den Volksverteidigungseinheiten YPG und Al Qaida/Al Nusra. Beim Artilleriebeschuss durch die islamistischen Gruppen kam auch ein kurdischer Familienvater in der Nordkurdischen (türkisches Staatsgebiet) Stadt Serê Kaniyê (Ceylanpınar) ums Leben. Das türkische Militär beschoss eine fliehende kurdische Familie und verletzte dabei einen Sechsjährigen.

Türkische Soldaten verletzen Sechsjährigen in Serê Kaniyê

Auf eine Familie, die in der Stadt Serêkaniyê vor dem Artilleriebombardement der Islamisten über die durch die Stadt laufende Grenze in Richtung Türkei fliehen wollte, eröffneten türkische Soldaten das Feuer. Dabei wurde ein Kind verletzt. Zuvor waren durch das Bombardement von Al Qaida, die von Tell Xelef abgefeuert worden waren, viele Häuser beschädigt worden.

ISIS greift Dorf bei Serê Kaniyê an

Gegen 11:00 Uhr am Vormittag griff Al Qaida das Dorf Tiwemiyê, das etwa 5 Kilometer von Serê Kaniyê entfernt liegt, an. Dabei stießen sie auf schweren Widerstand der YPG. Weiterhin bedrohten Banden kurdische Familien im Dorf Mişrafa und zwangen sie, ihr Dorf zu verlassen. Die Angriffe werden in Zusammenarbeit mit einigen FSA-Einheiten durchgeführt.

Gefechte in Serê Kaniyê

Es kam vor allem um die Orte Til Xelef, Mişrafa, Tiwêmiyê, Esfer Necar und Keşto zu schweren Kämpfen zwischen ISIS/Al Nusra und YPG. Dabei starben mindestens 40 islamistische Terroristen, zwei Militärfahrzeuge von Al Qaida wurden zerstört. Die Kämpfe dauern weiter an.

Die Islamisten schossen mit schwerer Artillerie unter anderem auch auf Wohngebiete in der kurdischen Stadt Ceylanpınar und töteten dort den dreifachen Familienvater Idris Akgül, seine Frau Derya Akgül wurde verletzt. Später am Tag wurde weiterhin eine 36-jährige Frau in Ceylanpınar verletzt.

Mauerbau wird fortgesetzt

Am 16. Juli war Serê Kaniyê von der YPG vollständig befreit worden. Seitdem versuchen Gruppen aus der FSA und Al Qaida gemeinsam die Stadt und die umliegenden Dörfer immer wieder anzugreifen. Während die Grenze unter islamistischer Kontrolle offen war und Waffen, Nahrung und medizinische Güter für deren Truppen aus der Türkei geliefert wurden, wird seit der Befreiung der Stadt von Seiten der Türkei eine Mauer errichtet. Auch heute ging der Mauerbau in der Region um Nisêbîn (Nusaybin) unter massiven Polizei- und Militärschutz weiter. Die Bevölkerung Nordkurdistans protestiert heftig gegen diesen Mauerbau mitten durch Kurdistan.

Afrin: YPG erobert Kontrollpunkt schwere Gefechte in der Region – Al Qaida richtet Zivilisten hin

Die Gefechte um das Dorf Cilbirê in der Region um Afrin, welches von ISIS/Al Qaida Gruppen angegriffen wird, dauern an. Bei den Gefechten wurde die Kämpferin der Frauenverteidigungseinheiten YPJ Avesta Cotyar getötet. Die Islamisten richteten einen kurdischen Zivilisten hin. Angriffe auf die Dörfer Merkemin und Mereske konnten von der YPG zurückgeschlagen werden.

ISKU

VIDEO

Iran: Selmas unter Belagerung

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Nach der Hinrichtung des kurdischen Aktivisten Ilham Mamedi am 26. Oktober 2013 haben iranische Polizei und Soldaten die Stadt Selmas umstellt und verhindern jeden Zutritt.

Die Hinrichtung durch das iranische Regime fand am gleichen Tag wie die eines anderen kurdischen Gefangenen, Habibullah Gulperipur, im Gefängnis von Urmiye statt.

Aus Furcht vor den öffentlichen Reaktionen auf die Hinrichtung riegelte das Regime die Stadt vollständig ab. Ilham Mamedi wurde 1978 in Selmas in der Provinz West-Aserbaidschan geboren. In der Stadt leben Kurden, Aseris, Assyrer, Armenier und Perser, Selmas spielte in der Geschichte Ost-Kurdistans eine wichtige Rolle. Mamedi stammte aus einer Familie, die in der kurdischen Bewegung aktiv war. Vor seiner Verhaftung arbeitete er im Grenzhandel. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder. Bei einem durch eine Tränengasgranate verursachten Feuer kam 2006 seine gesamte Familie ums Leben.

Wegen Unterstützung der PJAK (Partei für ein Freies Leben in Kurdistan) und Gegnerschaft zum Regime wurde Mamedi 2008 verhaftet, schwer gefoltert und schließlich zum Tode verurteilt. Dieses Jahr wurde das Urteil nach Angaben seines Anwalts in eine 25-jährige Haftstrafe umgewandelt, Mamedi wurde jedoch am 25. Oktober aus unbekannten Gründen vom Gefängnis in Selmas an einen geheim gehaltenen Ort gebracht. Seiner Familie hat man am Morgen des 26. Oktober mitgeteilt, dass er hingerichtet und bereits bestattet worden sei.

Es wurde berichtet, dass eine große Gruppe von Familienangehörigen, die meisten von ihnen Frauen, sich auf den Weg gemacht haben, um seinen Leichnam abzuholen und in Derik beizusetzen. Den Frauen wurde jedoch von Sicherheitskräften gestoppt und festgesetzt, dabei kam es auch zu körperlichen Übergriffen auf sie. Unter der Bedingung, dass die Beisetzungsfeier unauffällig durchgeführt wird, übergaben die Sicherheitskräfte schließlich Mamedis Leichnam.

Wie die Familie mitteilte, wurden bei der Totenwaschung Zeichen schwerer Folter festgestellt. Sicherheitskräfte untersagten den Bewohnern, sich in Moscheen zu versammeln. Die Proteste in ganz Ost-Kurdistan halten an.

ISKU

Iran: Habibullah Gulperipur hingerichtet

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Der kurdische politische Gefangene Habibullah Gulperipur wurde am 26.10. im Gefängnis von Urmiye, Iranisch-Kurdistan, gehängt. Der junge Politiker war seit 2007 inhaftiert und wurde schwer gefoltert. Die Behörden verlegten ihn ständig von einem Gefängnis ins andere.

Nach ersten Informationen der Familie von Gulperipur wurde sie aufgefordert, ins Gefängnis von Urmiye zu kommen. Dort teilte man ihr mit, ihr Sohn sei bereits gehängt und zum Leichenschauhaus gebracht worden. Die Familie konnte seinen Leichnam bislang weder sehen noch zur Bestattung mitnehmen.

Wegen Mitgliedschaft in der PJAK (Partei für ein Freies Leben in Kurdistan) war Gulperipur am 27. September 2007 vom Geheimdienst der Revolutionswächter in Mahabad verhaftet und danach schwer gefoltert worden. Am 14. März 2013 wurde er zum Tode verurteilt. Aus Protest gegen das Urteil war Gulperipur in einen 15-tägigen Hungerstreik getreten.

Seit 2007 wurden im Iran 12 kurdische politische Gefangene hingerichtet

26 Gefangene sind von Hinrichtung bedroht: Şêrko Mearifî, Hebîbûlla Letîfî, Samî Husênî, Cemal Mihemedî, Rustem Erkiya, Mistefa Selîmî, Enwer Rostemî, Îrec Mihemedî, Mihemed Emîn Agûşî, Ehmed Pûladxanî, Hesen Tale‘î, Ezîz Mihemedizade, Ebdûlah Sirurî, Reşîd Axkendî, Loqman Muradi, Zanyar Muradi, Bextiyar Mimari, Sirwan Nijwarî, Hoşeng Rezayî, Simko Xurşîdî, Saman Nesîmî, Mensûr Arwend, Sîrwan Nejad, Hebîb Eşrafî, Elî Eşrafî und Îbrahîm Îsapûr.

ISKU

Police attack Karana family waiting for sons‘ bodies

Thousands of people have gathered at Nusaybin border gate to accompany the Karana family who have just arrived at the border gate after receiving the body of actor Mehmet Karana.

YPG (People’s Defense Units) fighter Ömer Karana and his brother Mehmet Karana lost their life in the suicide attack carried out by al-Qaeda linked al-Nusra Front in Tirbesbiyê on Saturday.

Police attacked the mass waiting at the border gate when they reacted to the governor’s instruction for the delivery of Mehmet’s body to Nusaybin state hospital for autopsy.

Police use intense tear gas and pressure water against the people who are responding to the attack with stones.

Mehmet Karana, actor at Cizre Municipality’s Mem û Zin Culture and Art Centre, was on a visit to his brother fighting in YPG ranks, when the suicide attack was carried out.

Karana family arrived in Tirbesbiyê on Sunday for the delivery of their children to their hometown, Şırnak’s Cizre district where all shops remain closed today before the funeral ceremony for the brothers.

ANF

VIDEO


Nusaybin

Proteste gegen die Mauer zwischen Nisêbîn und Qamişlo

Gegen den Bau einer Grenzmauer zwischen den beiden kurdischen Städten Nisêbîn (Nusaybin) und Qamişlo protestierten am Sonntag tausende Menschen auf beiden Seiten der Grenze. Trotz Angriffe der türkischen Sicherheitskräfte mit Wasserwerfern und Gasgranaten marschierten Tausende aus Nisêbîn bis an die Grenze. Um den Protest zu unterstützen, gingen auch in Rojava rund 6000 Menschen aus Qamişlo bis an die türkische Grenze. Nach dem Ende des Protests kam es im Stadtzentrum von Nisêbîn immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen DemonstrantInnen und der Polizei, die sich auf die Seitenstraßen der Stadt verlagerten und bis in den Abend anhielten.

Weiteres Mauerbauprojekt zwischen Afrin und Kilis

Auch an der Grenze Kilis-Afrin ist mit dem Bau einer Mauer begonnen worden. Bis zum Abend des 19. Oktobers soll bereits eine Mauer in der Länge von 400 Metern errichtet worden sein. Nach örtlichen Angaben sichert das türkische Militär weiträumig das Grenzgebiet ab.

ISKU

VIDEO

Rojava: Selbstmordanschlag in Tirbespiyê

Bei einem Selbstmordanschlag in Tirbespiyê sind am 19. Oktober insgesamt 6 Menschen ums Leben gekommen. Die Pressestelle der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) erklärte, dass hinter dem Anschlag die islamistische Gruppierung „Islamischer Staat Irak und Levante“ steckt. Die Islamisten fuhren demnach am Abend des 19. Oktobers mit einem mit Sprengstoff beladenen Wagen auf einen Stützpunkt der YPG in der Stadt zu. Als die Kräfte der YPG versuchten den Wagen zu stoppen, sprengten die Islamisten den Wagen in die Luft. Bei dem Anschlag sind vier Zivilisten, sowie eine Kämpferin der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) und ein Mitglied der YPG ums Leben gekommen.

ISKU

Syrische Regimekräfte massakrieren Kurden in Aleppo

Durch den Raketenbeschuss von Regimekräften sind in den kurdischen Stadtteilen von Aleppo Til Eran und Til Hasil insgesamt 18 Zivilisten ums Leben gekommen. Der Raketenbeschuss begann um 9 Uhr Ortszeit. Unter den Getöteten befinden sich auch ein zweijähriges und zwei fünfjährige Kinder.

Anfang August dieses Jahres hatten in denselben kurdischen Stadteilen in Aleppo Mitglieder der islamistischen Al-Nusra Front ebenfalls an den dort lebenden Zivilisten ein Massaker verübt. Damals ermordete die Al-Kaida nahe Gruppe nach schweren Verlusten gegen die kurdische El-Ekrad-Front wahllos 50 Zivilisten und entführte weitere 350 Menschen in Til Eran und Til Hasil.

ISKU

Stop Female Genital Mutilation

FRAGE / QUESTION / SORU

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English

“We are growing old among men and women without dreams, strangers in a present time which leaves us no room for outbursts of generosity. The best this society can offer us (a career, a reputation, a sudden, big win, ‘love’) simply doesn’t interest us. Giving orders disgusts us just as much as obedience. What we are and what we want begins with a no. We are exploited like everyone else and want to put an end to exploitation right away. For us, revolt needs no other justification. Our life is escaping us, and any class discourse that fails to start from this is simply a lie. Revolt needs everything—papers and books, arms and explosives, reflection and blasphemy, poisons, daggers and arsons. The only interesting question is how to combine them.”

Türkçe

“Cömertliğin fışkırabileceğiı hiçbir alanı boş bırakmayan yabancıların, hayalleri olmayan kadın ve erkeklerin arasında yaşlanıp gitmekteyiz. Bu toplumun bize verebilceği en iyi şey (kariyer, itibar, beklenmedik, büyük bir kazanç, ‚‘aşk'‘) bizi gerçekten ilgilendirmiyor. Emir vermek, itaat etmek kadar iğrenç geliyor bize. Ne olduğumuz ve ne istediğimiz bir ‚‘hayır'‘la başlıyor. Bizler bir çokları gibi ezilenleriz ve bu sömürü düzenine derhal son vermek istiyoruz. Bize göre, isyanın başka bir gerekçeye ihtiyacı yok. Hayatımız elimizden kaçıyor ve açık ki sınıflar hakkında olup da bunu kendine kalkış noktası olarak almayan her söz, basitçe bir yalan. Ve isyan her şeye muhtaç-gazetelere ve kitaplara, silahlara ve patlayıcılara, tefekküre ve küfre, zehre ve hançere ve kundaklamaya. Tek önemli soru: bunları nasıl birleştireceğiz?”

Protest against „wall of shame“

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Kurds in Nusaybin once again came out to protest against „wall of shame“

Executives and members of the Peace and Democracy Party (BDP) staged a demonstration against the ‚wall of shame‘ currently being built between Mardin’s Nusaybin district and the Qamishlo city in West Kurdistan.

The demo was joined by a large number of civilians and politicians including BDP Mardin deputy Erol Dora, DTK (Democratic Society Congress) permanent council member Osman Özçelik, mayors of Mardin’s Kızıltepe and Nusaybin districts, city council members and BDP and HDP (People’s Democratic Party) Mardin executives.

Demonstrators marched to the border, the area where the ‚wall of shame‘ is being built, where they held a press conference amid heavy police presence.

Speaking here, BDP Mardin provincial chair Reşat Kaymaz evaluated the construction of the wall as a step sabotaging the ‚resolution and dialogue process‘, and called on the AKP government to end this policy.

Kaymaz underlined that the Kurdish people wanted no walls nor borders in any of the four parts of Kurdistan.

Kaymaz called on the people of Nusaybin to stand against the wall and called for mass participation in the mass demo against the wall to take place on 20 October.

Speaking after, BDP deputy Erol Dora called for the immediate suspension of the wall construction, and warned that such policies and practices would harm the resolution process supported by the peoples in the country.

ANF




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