26 Jahre und 8 Monate Haft für Gymnasiastin aufgrund von Aussage eines „geheimen Zeugen“

http://www.imgbox.de/users/public/images/XcPiRhvcz5.jpg

Gülsüm K. (20) ist auf Basis der Aussage eines „geheimen Zeugen“ wegen angeblicher Beteiligung bei einem Angriff auf ein Polizeifahrzeug in Cewlik (Bingöl) zu 26 Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Dem Urteil liegen keinerlei Beweise oder Indizien, außer der Aussage eines sog. „geheimen Zeugen“ zugrunde.

Am 15.05.2011 fand in Cewlik gegen 21:20 Uhr ein bewaffneter Angriff auf ein Polizeipanzerfahrzeug statt. Dabei wurde ein Polizist am Bein verletzt. Kurz nach dem Angriff machte nach Angaben der Polizei ein geheimer Zeuge, der „Avci“ genannt wird, eine Aussage, dass er eine Frau als Schützin erkannt habe. Die Polizei legte ihm Überwachungsfotos, die vor dem BDP Büro aufgenommen worden waren, vor. Der „geheime Zeuge“ will auf einem der Fotos Gülsüm K. als Täterin erkannt haben. Daraufhin wurde sofort ihre Wohnung gestürmt und ein Computer beschlagnahmt. Gülsüm K. haben sie in der Wohnung nicht angetroffen. Die damals 18-jährige Gymnasiastin wurde bei einer Verwandten, wo sie gerade für bevorstehende Prüfungen lernte, festgenommen.

An ihren Händen wurden bei der Terrorabteilung der Polizei keinerlei Schmauchspuren festgestellt und auch, bei der Hausdurchsuchung keine Waffe gefunden. Dennoch wurde sie allein auf der Grundlage der Aussage des „geheimen Zeugen“ inhaftiert und in das M-Typ-Gefängnis von Cewlik verbracht. In der Anklage der Generalanwaltschaft wird ihr unter anderem die „Einheit des Staates und des Landes zu stören“, „Mordversuch“, „Sachbeschädigung“ und „Verstoß gegen das Waffengesetz“ vorgeworfen. Es wurde verschärfte lebenslange Gefängnisstrafe für sie gefordert.

Im Prozess vor dem 4. Strafgerichtshof von Amed (Diyarbakır) verteidigte sich Gülsüm K. auf Kurdisch, daher wurde ihre Verteidigung nicht einmal aufgenommen. Sie betonte, dass es Zeugen gibt die bestätigen, dass sie bei ihren Verwandten war, um für ihre Prüfungen zu lernen. Sie forderte ihre sofortige Freilassung und einen Freispruch. Auch der Anwalt betonte, dass die einzige Belastung gegen sie die Aussage des „geheimen Zeugen“ sei und daher nichts anderes als Freispruch zu fordern wäre.

Das Gericht ließ den Vorwurf der Waffenbenutzung fallen, in der Entscheidung betonte das Gericht, dass „bezüglich des zu Last gelegten Vergehens keine sicheren und glaubwürdigen Beweise bestehen.“ Allerdings wurde Gülsüm K. wegen „Störung der Einheit des Staates und des Landes“, „Mordversuch an Staatsangestellten“ und „Beschädigung von öffentlichem Eigentum“ zu in insgesamt 26 Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

ISKU





kostenloser Counter
Poker Blog