Sinop, Türkei: Faschistischer Angriff auf Delegation der HDK und BDP

Eine Delegation kurdisch-türkischer Politiker, bestehend aus dem Demokratischen Kongress der Völker (HDK) und der Partei für Frieden und Demokratie (BDP), befand sich heute auf einer Durchreise in der türkischen Schwarzmeerregion Sinop, um für eine friedliche Lösung der Kurdenfrage mit örtlichen Politikern zu plädieren. Die Delegation wurde Opfer eines Angriffes türkischer Ultranationalisten, die sich kurz nach der Ankunft der kurdisch-türkischen Politiker in Sinop vor dem Gebäude der örtlichen Verantwortlichen mobilisiert hatten. Die Fahrzeuge der Delegationsteilnehmer wurden schwer beschädigt.

Indes wurde in den Räumlichkeiten einer Lehrergesellschaft eine Pressekonferenz der HDK-Delegation einberufen. Vor dem Gebäude versammelten sich immer mehr Gruppen nationalistischer Türken, die lautstarke Hassparolen riefen. Auch griffen die Faschisten die Fahrzeuge der Delegationsteilnehmer an und beschädigten diese stark. Während die türkischen Nationalisten die Fensterscheiben der Fahrzeuge zerstörten und Einzelteile aus den Fahrzeugen nahmen, sah die türkische Polizei nur tatenlos zu. Die Gespräche der Abgeordneten mit der Polizei blieben erfolglos. Die Delegationsteilnehmer befinden sich derweil immer noch in den Räumlichkeiten der Lehrergesellschaft.

Sirri Süreyya Önder, turkmenischer Abgeordneter der BDP, sagte bei einem Gespräch mit einem Verantwortlichen der Polizei folgendes: „In unserer Geschichte kam es schon mal zu ähnlichen Vorfällen. Ihr werdet dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn die türkische Polizei unsere Sicherheit nicht gewährleisten kann, werden wir dies tun.“
Unterdessen wurde der Mitbegründer der HDP und BDP-Parlamantarier per Telefon in eine Nachrichtensendung des kurdischen Senders Nuce TV zugeschaltet. Önder bezeichnete den Angriff als eine organisierte Operation:

„Als wir in das Gebäude der Lehrergesellschaft gingen, waren es ungefähr 15 bis 20 Personen. Nach den Angaben der Polizei sind es mittlerweile 800 Personen. Diese Personen haben unsere Fahrzeuge schwer beschädigt. Die Polizei belächelte den Angriff nur. Wir haben diese Fahrzeuge fotografiert. Sie bewarfen die Fahrzeuge mit Steinen und diese Provokationsangriffe dauern noch an. Dieses Gebäude, in dem wir uns befinden, ist ein riesiges, und die Polizei kriegt die Lage nicht in den Griff. Wir haben gesehen, wie die Polizei zwei Angreifer durch die Hintertür in die Küche begleitete. Die Faschisten wollen auf diesem Gebäude die türkische Fahne hissen. Dieser Angriff ist eine organisierte Operation. Sie haben sogar Werbebanner gedruckt, die sie jetzt überall aufhängen. Dies muss seit bereits vier bis fünf Tagen Tagen geplant worden sein, denn für das Drucken von Werbebannern braucht es seine Zeit. Sie haben Hassparolen auf die Banner geschrieben. Unter diesen Bedingungen haben die Angreifer sich vorbereitet. Das erste was die Polizei uns anbot, war uns in gepanzerten Fahrzeugen von hier wegzubringen. Wir sagten, dass wir hier als Gruppe zusammengekommen seien und diesen Ort auch als Gruppe verlassen wollen. Wir weigern uns wie Verbrecher in einem gepanzerten Fahrzeug abgeführt zu werden. Seit sieben Stunden hat die Polizei nichts unternommen. Die türkische Gladio ist bei der Arbeit. Das ist klar und deutlich“

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Die Kurden





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