Archiv für Januar 2013

Karayılan: Wir haben weiterhin keine Zweifel daran, dass die Türkei in die Morde von Paris verwickelt ist

Karayılan: Wir haben weiterhin keine Zweifel daran, dass die Türkei in die Morde von Paris verwickelt ist

Murat Karayilan, Vorsitzender des KCK-Exekutivrates, bewertet in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Firat (ANF) die neuesten Entwicklungen zu den Untersuchungen der Morde an den drei kurdischen Aktivistinnen am 09. Januar in Paris.

Trotz andauernden Drohungen und Unterstellungen der türkischen Verantwortlichen, es könnte bei den Beerdigungszeremonien der drei ermordeten kurdischen Aktivistinnen zu Provokationen kommen, hat das kurdische Volk eindrucksvoll die drei Frauen auf ihrem letzten Weg begleitet. Wie ist Ihre Sicht hierzu?

Wie Sie schon erwähnten, haben eine Vielzahl von Verantwortlichen des türkischen Staates vor möglichen Provokationen bei den Beerdigungszeremonien gewarnt. Wir haben diese Aussagen als Mittel der psychologischen Kriegsführung bewertet und dabei auch Recht behalten. Die türkischen Sicherheitskräfte haben zudem alle Zufahrtswege in die Stadt [Amed] abgesperrt, um die TeilnehmerInnenzahl an den Zeremonien möglichst gering zu halten. Auch an die MedienvertreterInnen wurde der Befehl herausgegeben, die Zeremonie nicht oben auf ihre Schlagzeilen zu nehmen und keine Liveübertragungen im Fernsehen zu übertragen. Trotz alledem hat die Bevölkerung Kurdistans genauso sehr wie in Paris dem Staat eine passende Antwort gegeben. Auch am Folgetag, als die Leichname in die Heimatstädte der Frauen überbracht worden sind, hat die Bevölkerung von Dersim, Elbistan und Mersin unter Beweis gestellt, wie sehr sie zu ihren Gefallenen und ihren Werten steht. Zusammenfassend kann hier festgehalten werden, dass trotz aller Manipulationsversuche die Bevölkerung Kurdistan sich zu ihren Märtyrerinnen und somit auch zum Freiheitskampf in aller Deutlichkeit bekannt hat.
Nach dem Mordanschlag haben uns aus aller Welt Beileidsbekundungen erreicht. Revolutionäre Organisationen aus Lateinamerika wie die FARC, über Persönlichkeiten und verschiedene Kreise aus Afrika und Asien wie die Tamilen bis hin zu verschiedensten Parteien und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Europa wie die Kommunistische Partei Frankreichs haben uns in Stellungnahmen und Grußbotschaften ihr Beileid bekundet. Selbstverständlich haben uns auch eine Vielzahl von unterstützenden Botschaften von befreundeten und solidarischen Kreisen aus der Türkei und Kurdistan erreicht, einige von ihnen haben auch an den Beerdigungszeremonien teilgenommen. Ich möchte mich zunächst einmal im Namen unserer Bewegung bei allen bedanken, die uns ihr Beileid bekundet und/oder an der Beerdigung teilgenommen haben. Wir messen ihrer Solidarität mit unserem Volk und unserem Kampf großen Wert bei und schöpfen daraus große Kraft.

Wer könnte hinter diesen Morden stecken?

Wir haben die gestrige Pressekonferenz der französischen Staatsanwaltschaft von hier aus verfolgt. Sie haben erklärt, dass von den Festgenommenen die Person Ömer Güney tatverdächtig ist und vor den Haftrichter geführt werden soll. Diese Person soll laut Angaben der Staatsanwaltschaft aus Sivas-Şarkışlalı stammen und seit zwei Jahren PKK-Mitglied sein. Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass diese Ermittlung der Staatsanwaltschaft nicht der Wahrheit entspricht. Diese Person war in keiner Weise PKK-Mitglied oder hat Verbindungen zu ihrer Führung. Unter gegeben Informationen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er seit zwei Jahren in das Umfeld der Bewegung eingeschleust worden ist. Unsere Bewegung hat es hier mit einer offensichtlichen Verschwörung zu tun. Einerseits werden drei unserer wertvollsten Kader regelrecht hingerichtet, anderseits soll zusätzlich versucht werden, dem Ganzen das Bild einer PKK-internen-Abrechnung zu geben. Die vorliegenden Informationen lassen solch ein Szenario als wahrscheinlich erscheinen. Dennoch fordern wir weiterhin von der französischen Justiz die Tat und die dahinter steckenden Kräfte vollständig an die Öffentlichkeit zu bringen.
Wir haben bis dato zahlreiche Personen, die vom türkischen Staat in unsere Reihen eingeschleust worden sind, um unsere Führungskader zu ermorden, enttarnt. Man sollte also wissen, dass es nicht das erste Mal wäre, dass die Türkei sich solcher Mittel bedient. Dies sollte im Hinterkopf behalten werden, während die Untersuchungen der französischen Behörden weitergehen. Das wichtigste für uns ist, dass die Hintermänner und die Verbindungen dieser Person offen gemacht werden.
Es gibt zu diesem Thema einige Anhaltspunkte, die eine Betrachtung wert sind. Eine Stunde nach Bekanntwerden der Morde meldet sich der AKP-Sprecher Hüseyin Çelik zu Wort und sprach von einer „internen Abrechnung“. Danach haben der türkische Ministerpräsident und weitere AKP-Verantwortliche dasselbe behauptet. Einige Stunden vor der Erklärung der französischen Staatsanwaltschaft hat dann der stellvertretende AKP-Vorsitzende Mehmet Ali Şahin davon gesprochen, dass ähnliche Fälle sich demnächst auch in Deutschland ereignen könnten. Diese aufeinanderfolgenden Erklärungen stärken den Verdacht, dass diese Kreise etwas wissen und deshalb versuchen Verwirrung zu stiften. Was steckt dahinter, dass seit der ersten Stunde die ganze Zeit nur die Rede von „interner Abrechnung“ ist?
Nach unserer Einschätzung gibt es zwei Möglichkeiten, wer sich hinter dieser Tat verbergen könnte. Zunächst einmal wissen wir, dass die AKP-Regierung seit knapp eineinhalb Jahren unserer Bewegung den vollständigen Krieg erklärt hat. Es ist die Rede von einem „vielschichtigen integrativen Konzept“. Wir wissen auch, dass die Eliminierung von Führungskadern der Bewegung Teil dieses Konzepts ist. Nun sind sie mit diesem Teil des Konzepts in Kurdistan wenig erfolgreich gewesen. Deswegen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die aktuelle Regierung im Rahmen ihres „integrativen Konzepts“ für das Massaker in Paris verantwortlich ist. Es kann sein, dass der Befehl für die Tat nicht nach dem Beginn der Gespräche auf Imralı erteilt worden ist. Es ist ohnehin nicht möglich, solch eine Tat binnen eins, zwei Wochen zu planen und umzusetzen. Der Angriff dürfte mindestens ein Jahr an Vorbereitungszeit in Anspruch genommen haben.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass hinter der Tat eine gemeinsame Aktion der Gladio der NATO und der türkischen Gladio steckt. Die Gladio verfügt immerhin auch über einen Arm in Frankreich. In diesem Fall könnte es auch sein, dass der Tiefe Staat für die Täterschaft verantwortlich ist. In diesem Fall würde die Verantwortung über die AKP hinausgehen. Es könnte aber auch sein, dass die sogenannte „Grüne Gladio“ [Der Teil der türkischen Gladio, der unter der Kontrolle der AKP ist; Anm. d. Übersetzers] hinter der Tat steckt und diese eben im Rahmen der integrativen Strategie der AKP durchgeführt hat. Welche der Möglichkeiten auch zutreffen mag, wir zweifeln nicht daran, dass der türkische Staat da mit drin steckt.
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen: Die Gerüchte, dass es sich hierbei um eine PKK-interne-Abrechnung handelt, sind an den Haaren herbeigezogen und sollen ausschließlich für Verwirrung sorgen. Das sind Behauptungen, die vom türkischen Staat immer wieder gestreut werden. Ich will unseren FreundInnen und unserem Volk nochmals mitteilen, dass dies in keiner Weise der Wahrheit entspricht. Dahinter stecken in jedem Falle uns gegenüber feindlich gesinnte Kräfte. Innerhalb der Bewegung gibt es auch keinerlei interne Probleme und keine Fraktionsbildung. Das sind erfundene Szenarien und Teil der staatlichen Antipropaganda gegen unsere Bewegung.

Inwiefern ist es wichtig, dass die Hintergründe der Tat geklärt werden?

Die Aufklärung der Tat ist für die aktuelle Phase von grundlegender Bedeutung. Wir wollen erfahren, ob der Mord tatsächlich in Verbindung mit der propagierten „integrativen Strategie“ steht. Es spricht viel dafür. Denn am 31. Dezember wurden in Pîran (Lice) zehn unserer Freunde bei Gefechten getötet. Unter diesen Freunden befindet sich auch der Genosse Numan (Ertem Karabulut). Er war dort unser Gebietsverantwortlicher. Die Rolle des Gebietsverantwortlichen ist bei uns vergleichbar mit dem Rang eines Generals beim Militär. Das bedeutet, dass er sich durchaus auch auf der Zielscheibe des türkischen Staates der zu eliminierender PKK-Führungskader befunden haben könnte. Wie gesagt, der Freund Numan wird am 31. Dezember ermordet, anschließend geschieht am 9. Januar der Mordanschlag in Paris auf Sakine Cansız und die Genossinnen Leyla und Fidan und dann werden auch noch am 14. Januar die Meder-Verteidigungsgebiete weiträumig bombardiert, mit dem Ziel, die führenden Mitglieder unserer Bewegung zu töten. Wenn wir uns dies alles zusammen vor Augen führen, wird klar, dass wir es eigentlich mit einem klaren Konzept zu tun haben.
Wenn nun aber die AKP doch nicht in Verbindung mit diesem Mord steht, dann sollte sie selbst auch all ihre Möglichkeiten nutzen, um die Tat aufzuklären. Denn aktuell zeigen die Finger auf sie. Die Aufklärung der Tat wird für unsere Bewegung auch dahingehend von Bedeutung sein, in welche Richtung die Phase der Gespräche auf Imralı gehen werden.

ISKU

15.01.2013 Paris

SKANDAL: AKP- Politiker prophezeit Mordanschläge auf Kurden in Deutschland

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AKP- Politiker Mehmet Ali Şahin

Den seltsamen Äußerungen der AKP- Politiker über den Mord an den drei kurdischen Aktivistinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez am 09. Januar in Paris, wurde eine weitere hinzugefügt. Der stellvertretende Ministerpräsident der Türkei M. Ali Şahin gab bekannt, dass etwas ähnliches wie in Paris auch in Deutschland passieren könnte.

Der stellvertretende Ministerpräsident der Regierungspartei AKP M. Ali Şahin sprach in Karabük über den Mord an der PKK-Mitbegründerin Sakine Cansiz, der Vertreterin des Kurdischen Nationalkongresses Fidan Dogan und der Jugendaktivistin Leyla Saylemez. Auch gab Şahin bekannt, dass in der Türkei ein Prozess begonnen hat mit dem Ende die Waffenniederlegung bezweckt werden soll. Er bezeichnete die Ermordung der drei kurdischen Aktivistinnen als eine Sabotageakt diesen Prozesses und fuhr mit folgender seltsamer Äußerung fort:

„Wir machen die Länder der EU, Frankreich und Deutschland immer wieder darauf aufmerksam. Wir sagen ihnen, dass sie falsch handeln, indem sie die Mitglieder der PKK Terrororganisation in ihren Ländern freies Handeln gewähren. ‚Ihr ernährt die Schlange in eurem Schoß‘, das sagen wir ihnen. Aber sie haben es bisher nie ernst genommen. Wir haben so oft die Auslieferung von PKK-Mitgliedern verlangt. Aber sie haben nie darauf reagiert. Aber so langsam sehen sie auch, was ihnen dadurch zustoßen kann. Ich befürchte, dass sich in den folgenden Tagen und Wochen auch in Deutschland ähnliche Vorfälle ereignen können.“

Am 10. Januar, also unmittelbar nach Bekanntwerden der Ermordung der kurdischen Aktivistinnen, hatte der AKP- Politiker Hüseyin Celik in einer seltsamen Stellungnahme gesagt, dass der Mord an den drei Frauen eine „innere Abrechnung der PKK“ sei, ohne dass die Ergebnisse der französischen Behörden abzuwarten. Zwölf Tage nach dem Mord gibt ein weitere AKP- Politiker eine seltsame Stellungnahme zu den Morden in Paris ab. Die französischen Behörden werden erst heute in einer Pressekonferenz Stellung zu den Morden am 09. Januar beziehen.

Swiss Kurd

Hundreds of thousands join ceremony for Sakine, Fidan and Leyla

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The emotional ceremony took place in Diyarbakır 17.01.2013

Hundreds of thousands joined the funeral ceremony for Sakine Cansız, Fidan Doğan ve Leyla Şaylemez in Diyarbakır today. It was like if the city was suddenly emptied. The shops were closed, there was nobody on the streets. Indeed it seems that everybody in Diyarbakır wanted to say goodbye to Sakine, Fidan and Leyla. Batıkent was full like it has never been seen.

A huge crowd chanting slogans like „we are Sakine“,“we are all Fidan“, „we are all Leyla“ joined the families of the three Kurdish politicians killed in Paris on 9 January.

The coffins of the three women were wrapped in PKK flags. „The PKK is the people, the people are here“, chanted men and women who wanted to pay their respect to the three women.

Today was Fidan Doğan’s birthday, as her father pointed out.

Speaking at the ceremony, BDP co-chair Selahattin Demirtaş said the „people here are demanding an honorable peace. As mothers bid farewell to their children, – he added – they are not asking for revenge. They are demanding peace. When will the world understand this?“

Demirtaş reminded that in Kandil bombing are continuing: „It’s not possible to make peace while making war at the same time. If you seek peace, you have to be brave“.

Ahmet Türk said „Everybody is expecting sensitivity from us. But here, our people have showed that they are ready for peace although we have lost three of our comrades. Peace can only be possible if there is mutual respect. Today though – he added – Turkish military is once again bombing Kandil mountains: how can we achieve peace if you continue bombing ?“

In an emotional speech Sakine Cansız’s father repeated what he had said last night at the airport in Istanbul. „I am the father of Sakine, Sakine who wanted peace, Sakine who fighted for peace and freedom, like Fidan, like Leyla“.

After the ceremony in Diyarbakır the coffins of the three women were sent to their birthplace where they will be buried tomorrow.

Sakine Cansız will be buried in Dersim, Fidan Doğan in Elbistan and Leyla Şaylemez in Mersin.

ANF

VIDEO

Two detained in connection with Paris murders

Two men are being interrogated by French police over the murder of Sakine Cansız, Fidan Doğan and Leyla Şaylemez

French police detained two people in connection with the execution of three Kurdish women, Sakine Cansız, Fidan Doğan and Leyla Şaylemez, who were found dead at the Kurdistan Information Office on 10 January.

AFP news agency reported that according to an unnamed police source, the two Kurdish men, who were born in Turkey in 1974 and 1982, are said to have had a close relationship with the three women. Both men are reported to be living in La Courneuve.

French police is expected to give further information today.

ANF

Dersim stops to salute Sakine

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Sakine Cansız has been laid to rest in her native Dersim

Tens of thousands joined the funeral of Sakine Cansız in Dersim today. Mayor of Dersim, Edibe Şahin made a speech in Kurdish. „Welcome to your earth comrade Sakine. – she said – we know you were a woman who loved peace. Today in Dersim is winter, but you are the sun of this city“.

After the huge funeral ceremony in Diyarbakir joined by hundreds of thousands of people Sakine Cansız, Fidan Doğan and Leyla Şaylemez arrived in their hometowns last night.

Sakine Cansız arrived in Dersim, where her coffin was met by a huge crowd chanting slogans like „Kurdistan will be the grave of fascism“.

Everything is set for the funeral ceremony today.

Last night a convoy of hundreds of car accompanied Sakine Cansız to Dersim. In Elazıg the number of vehicles increased to thousand. The convoy was then met on the Seyitli Bridge of Dersim by thousands of people.

ANF

DERSIM / KURDISTAN

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Sakine, Fidan, Leyla worked for freedom and peace in Kurdistan

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SAKİNE CANSIZ

Sakine Cansız, a co-founder of the PKK (Kurdistan Workers Party) and one of the three Kurdish activists murdered in Paris last night, was born in the province of Dersim in 1957. Having been active in the student youth movement in Elazığ for long years, Cansız joined the Kurdish revolutionary movement in 1976. Cansız, a leading figure in the struggle against fascist circles in Elazığ, was mainly active in the neighborhoods of Fevzi Çakmak and Yıldızbağları. By joining political works in and around Dersim in 1978, Cansız became fully involved in the revolutionary movement after that time. After attending the PKK Congress on 27 November 1978, Cansız was arrested in Elazığ and sent to prison together with a group of friends. She was subjected to heavy torture in the period of the 12 September military coup in 1980. She was released in 1991. Soon after her release, she continued to take an active part in revolutionary activities in West and South Kurdistan. After many years of struggle on Kurdistan mountains, Cansız went to Europe where she started to lead the Kurdish women’s organization. She was one of the inspiring and prominent women who made great contributions to the association and organization of Kurds in diaspora.

FİDAN DOĞAN

Doğan, one of the two other Kurdish women killed in Paris last night, was born in the district of Elbistan (Maraş) on 17 January 1982. As a daughter of an immigrant family in Europe, she grew up in France. Doğan, who took a strong interest in Kurdistan Freedom Struggle since her childhood, started to take an active part in revolutionary works in Europe as of 1999. Besides her works which mainly focused on youth and women, Doğan also took part in diplomacy activities in Europe as of 2002. She was both a member of the Kurdistan National Congress and Paris representative of the establishment.

LEYLA ŞAYLEMEZ

Leyla Şaylemez, daughter of an Ezîdi family from Diyarbakır’s Lice district, was born in 1988 the southern province of Mersin. She spent her childhood here until her family moved to Germany in 90’s. She had been studying at the Department of Architecture for one year when she joined the Kurdistan Freedom Struggle. After 2006, she started to take an active part in many European cities, particularly in Berlin, Köln, Hannnover, Frankfurt and Swiss city of Basel. After spending one and a half year in Kurdistan in 2010, she returned to Paris where she had been conducting works since then.

January, 11th, 2013

World history continues to host and bear witness to the massacre of Kurdish people. Comrade Sakine Cansız, the unprecedented representative of the women’s resistance and leadership in the Kurdish Freedom Movement and the women’s struggle for freedom, and a symbol of insurgence and rebellion in the Kurdistan’s history, alongside comrades Fidan Doğan and Leyla Söylemez, were murdered in a vicious attack in Paris. First of all, we offer our condolences to Kurdish people’s leader Honorable Abdullah Öcalan, to Kurdish Freedom Movement, the Kurdish women and the Kurdish people as a whole. As Kurdish women, we are fully conscious of the forces behind this massacre and the reasons for it. Responsibility of this assassination belongs to the approach of the government which openly states that “Both security operations and negotiations will continue.” This conspiracy has not been developed independent of the wills of the Justice and Development Party (AKP), Europe and the French state. If there are claims to the contrary, the perpetrators behind this execution should promptly be exposed and held accountable to the Kurdish people.

We would like to underline that the kind of settlement that the Turkish state and the international forces are willing to impose on Kurdish people in the resolution process of Turkey’s Kurdish Question stands plain and obvious to us. The assassination against Cansiz, Doğan and Söylemez is at once an assassination against Kurdish people and Kurdish women, as well as against peace and the struggle for freedom. We, as the Kurdish Women’s Movement (The Democratic Free Women’s Movement – DOKH) make the promise that the martyrdom of comrade Sakine Cansız and her nurturing practice of resistance shall be our guide towards freedom, along with the memories of Fidan Doğan and Leyla Söylemez that will be kept alive in our struggle. We are in endless grief, yet this grief and pain will not deter us, on the contrary, it will strengthen the will and determination that shall carry us to victory. By this account, as Kurdish women and Kurdish people, we call out that: “We have no tolerance any more!” No one may ever have the right to attack the national will and values of the Kurdish people. Kurdish people and Kurdish women, with their righteous struggle, play a crucial role in the world history of social movements. This fact should duly be recognized and respected.

We bow with respect before the memories of the comrades, Sakine Cansız, Fidan Doğan and Leyla Söylemez, and call on to condemn this assassination by transforming every venue into a site of action until the perpetrators behind the assassination are exposed. On this basis, we invite all the women across the world and the supporters of women’s struggle for freedom to condemn this vicious attack and to join us in solidarity in our sites of action.

Democratic Freewomen Movement

(DÖKH)

PARIS 12.01.2013

Aufruf zur Großdemo am Samstag 12 Uhr am Gare de l`est in Paris! und Sonntag 10 Uhr LL-Demo in Berlin

Aufruf zur Großdemo am Samstag 12 Uhr am Gare de l`est in Paris!

Wut und Trauer zu Widerstand! Ihr Kampf ist unser Kampf!

Wir verurteilen die Hinrichtung der drei kurdischen Politikerinnen SAKINA, FIDAN und LEYLA und rufen alle internationalistischen Frauen, Aktivistinnen, Frauenorganisationen und Alle, die sich für Menschenrechte und Frauenkämpfe einsetzen auf, zur Großdemonstration am Samstag, 12.01.2013, um 12 Uhr am Gare de l`est nach Paris zu kommen!
Diese Morde sind Teil des Feminizids gegen Frauen und insbesondere Widerstand leistende, kämpfende Frauen weltweit!
Der Mord kann für uns nur bedeuten, den Kampf gegen das Patriarchat und den Feminizid international zu verstärken!
Die Täter haben sich die drei starken Kämpferinnen ausgesucht, weil sie mit politischen Mitteln nicht gegen sie angekommen sind!
Wir haben großen Respekt vor SAKINA, FIDAN und LEYLA s Kämpfen als Gründungsmitglied einer Befreiungsbewegung, Diplomatin, Jugendaktivistin und als Teil der kurdischen Frauenbewegung.
Die Auftraggeber und diejenigen, die diese extralegale Hinrichtung ermöglicht und die, die sie systematisch durchgeführt haben, müssen aufgedeckt werden! Die Henker wie die staatlichen Hintermänner müssen benannt und zur Rechenschaft gezogen werden!
Kommt am Samstag nach Paris und lasst uns gemeinsam zeigen, dass wir die Frauen-Morde nicht unbeantwortet lassen!

Sakine, Fidan und Leyla leben in unserem Kampf für Freiheit und Frauenbefreiung weiter!

CENÎ – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V.
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CENÎ

Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V.
Kurdish Women’s Office for Peace
Buroya Aşitîyê ya Jinên Kurd

www.ceni-kurdistan.com

Sonntag 13.01.13 Berlin

Gemeinsame Gedenkdemonstration für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und alle im Kampf um Befreiung gefallenen FreundInnen.
Kurdischer Block im Gedenken an Sakine, Leyla und Fidan. (10:00 ab Frankfurter Tor)

Nach Mord von 3 politischen Aktivistinnen in Paris – Offener Brief und weitere Nachrichten

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem am vorgestrigen Tag drei kurdische politische Aktivistinnen im Kurdistan Informationszentrum in Paris ermordet worden sind, senden wir Ihnen im Folgenden einen Offenen Brief, der sich primär an die französischen Botschafter in Deutschland richtet. Zudem sind weitere Nachrichten von der ISKU und der Nachrichtenagentur Firat, wie die Erklärung der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK), die Stellungnahmen der beiden Co-Vorsitzenden der Partei für Frieden und Demokratie (BDP) und die in Europa angekündigten Protestaktionen, angefügt.

Wir bitten um Kenntnisnahme.

Mit freundlichen Grüßen

Devris Cimen

Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.

Offener Brief an den Botschafter der Französischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Maurice Gourdault-Montagne

Forderung nach lückenloser Aufklärung des Attentats auf drei kurdische Exilpolitikerinnen in Paris

Am Abend des 09.01.2013 wurden in Paris das Gründungsmitglied der PKK, Sakine Cansız, die KNK-Vertreterin Fidan Doğan und die junge Aktivistin Leyla Söylemez im Büro des Kurdistan-Informationszentrums in Paris Opfer eines heimtückischen Attentats. Nicht nur der Einsatz schallgedämpfter Waffen weist darauf hin, dass professionelle Auftragskiller im Einsatz waren, sondern auch andere Tatumstände wie z. B. die gezielten Todesschüsse.

Der Zeitpunkt des Attentats lässt auf einen Zusammenhang mit den jüngsten politischen Konsultationen schließen: Seit einigen Wochen werden Gespräche zwischen türkischem Geheimdienst und dem auf der Gefängnisinsel Imralı in Totalisolation inhaftierten Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, geführt. Das Attentat auf Exilpolitikerinnen kann daher als Provokation und Sabotageakt gegen einen möglichen Friedensprozess gewertet werden.

Aber auch der Einflussfaktor Frankreich kann nicht außer Acht gelassen werden. So äußerte vor einigen Monaten der für Antiterrorangelegenheiten zuständige französische Richter Thierry Fragnoli, dass insgesamt 4 Richter, 8 Staatsanwälte und 28 Kommissare ausschließlich im Hinblick auf die KurdInnen in Frankreich arbeiten würden. Wie unter solch strenger Beobachtung ein derartiger Mord geschehen konnte, bleibt fragwürdig. Die Erklärung des französischen Innenministers Manuel Valls, „der Mord ist nicht hinzunehmen“, erscheint in diesem Zusammenhang als reiner Beschwichtigungsversuch.

Aufgrund dessen stellen sich uns folgende Fragen, auf die wir von Ihnen und der französischen Regierung Antworten erwarten:

Wie kann es sein, dass der oder die Täter tagsüber in einer solch belebten Gegend unbeobachtet diesen kaltblütigen Mord begehen können, während in Frankreich doch kurdische Aktivistinnen und Aktivisten, dementsprechend sicherlich auch die Opfer des Mordes, unter permanenter Beobachtung des Staatsschutzes und der Polizei stehen?
Gibt es keinerlei Videoaufnahmen der Täter? Wenn doch, warum werden sie der Öffentlichkeit vorenthalten?
Hatte der französische Geheimdienst vor der Tat Informationen über einen möglichen Mordanschlag? Wenn ja, warum wurden sie nicht öffentlich gemacht und/oder die möglichen Opfer diesbezüglich gewarnt?

Vor dem Hintergrund, dass die französischen Behörden bei der unrechtmäßigen Verhaftung des kurdischen Politikers Adem Uzun vor keinem Mittel zurückscheuten, gar eine enge Zusammenarbeit mit dem türkischen Geheimdienst pflegten, erscheint es uns absolut unverständlich, wie sie nun nicht in der Lage gewesen sein sollen, diese Tat zu unterbinden. Sollte es deshalb nicht zu einer zügigen Aufklärung des Mordes kommen, wird die kurdische Gemeinschaft wohl oder übel auch die Rolle Frankreichs im Kurdenkonflikt hinterfragen müssen. Das Vertrauen der rund 150 000 Kurdinnen und Kurden in Frankreich in die französische Regierung und ihre Behörden ist ohnehin erschüttert. Grund dafür sind die staatlichen Repressionen gegen kurdische Aktivistinnen und Aktivisten, die Schließung kurdischer Vereine oder auch die inkonsequente Verfolgung von Angriffen auf kurdische Einrichtungen wie z. B. der Brandanschlag auf den kurdischen Verein in der Stadt Mulhouse Ende Dezember letzten Jahres. Umso mehr wird die kurdische Gemeinschaft die Untersuchungen der französischen Behörden bei dieser Tat verfolgen und das Einlösen der Worte des französischen Innenministers einfordern, wonach die verantwortlichen Stellen der „unerträglichen Tat“ auf den Grund gehen würden.

Wir verurteilen dieses Attentat aufs Schärfste, fordern eine lückenlose Aufklärung des Tathergangs und seiner Hintergründe! Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass auch die französischen Behörden bei der Tat eine Mitschuld trifft. Mit Razzien in kurdischen Vereinen und der Inhaftierung kurdischer Aktivistinnen und Aktivisten haben die französische Polizei und Justiz in den letzten Jahren selbst dazu beigetragen, kurdische Politikerinnen und Politiker in die Schusslinie zu rücken. In diesem Sinne fordern wir die französische Regierung auch dazu auf, von ihrer antikurdischen Politik abzulassen.

Wir fordern Sie auf, gegenüber der kurdischen Gemeinschaft zu den obengenannten offenen Fragen Stellung zu beziehen.

YEK-KOM – Föderation kurdischer Vereine in Deutschland e. V.

CENÎ – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e. V.

ISKU – Informationsstelle Kurdistan e. V.

KURD-AKAD – Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e. V.

YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e. V.

CIVAKA AZAD – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e. V.

PS: Wir erlauben uns, dieses Schreiben den französischen Generalkonsuln, in Düsseldorf Herr Michel Giacobbi, in Frankfurt a. M. Herr Jean-Claude Tribolet, in Hamburg Frau Sylvie Massière, in München Herr Emmanuel Cohet, in Saarbrücken Herr Frédéric Joureau, in Stuttgart Herr Michel Charbonnier, sowie Politikerinnen und Politikern und den Medien in Deutschland zukommen zu lassen.

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Offener Brief an den Botschafter der Französischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Maurice Gourdault-Montagne

Forderung nach lückenloser Aufklärung des Attentats auf drei kurdische Exilpolitikerinnen in Paris

Am Abend des 09.01.2013 wurden in Paris das Gründungsmitglied der PKK, Sakine Cansız, die KNK-Vertreterin Fidan Doğan und die junge Aktivistin Leyla Söylemez im Büro des Kurdistan-Informationszentrums in Paris Opfer eines heimtückischen Attentats. Nicht nur der Einsatz schallgedämpfter Waffen weist darauf hin, dass professionelle Auftragskiller im Einsatz waren, sondern auch andere Tatumstände wie z. B. die gezielten Todesschüsse.

Der Zeitpunkt des Attentats lässt auf einen Zusammenhang mit den jüngsten politischen Konsultationen schließen: Seit einigen Wochen werden Gespräche zwischen türkischem Geheimdienst und dem auf der Gefängnisinsel Imralı in Totalisolation inhaftierten Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, geführt. Das Attentat auf Exilpolitikerinnen kann daher als Provokation und Sabotageakt gegen einen möglichen Friedensprozess gewertet werden.

Aber auch der Einflussfaktor Frankreich kann nicht außer Acht gelassen werden. So äußerte vor einigen Monaten der für Antiterrorangelegenheiten zuständige französische Richter Thierry Fragnoli, dass insgesamt 4 Richter, 8 Staatsanwälte und 28 Kommissare ausschließlich im Hinblick auf die KurdInnen in Frankreich arbeiten würden. Wie unter solch strenger Beobachtung ein derartiger Mord geschehen konnte, bleibt fragwürdig. Die Erklärung des französischen Innenministers Manuel Valls, „der Mord ist nicht hinzunehmen“, erscheint in diesem Zusammenhang als reiner Beschwichtigungsversuch.

Aufgrund dessen stellen sich uns folgende Fragen, auf die wir von Ihnen und der französischen Regierung Antworten erwarten:

Wie kann es sein, dass der oder die Täter tagsüber in einer solch belebten Gegend unbeobachtet diesen kaltblütigen Mord begehen können, während in Frankreich doch kurdische Aktivistinnen und Aktivisten, dementsprechend sicherlich auch die Opfer des Mordes, unter permanenter Beobachtung des Staatsschutzes und der Polizei stehen?
Gibt es keinerlei Videoaufnahmen der Täter? Wenn doch, warum werden sie der Öffentlichkeit vorenthalten?
Hatte der französische Geheimdienst vor der Tat Informationen über einen möglichen Mordanschlag? Wenn ja, warum wurden sie nicht öffentlich gemacht und/oder die möglichen Opfer diesbezüglich gewarnt?

Vor dem Hintergrund, dass die französischen Behörden bei der unrechtmäßigen Verhaftung des kurdischen Politikers Adem Uzun vor keinem Mittel zurückscheuten, gar eine enge Zusammenarbeit mit dem türkischen Geheimdienst pflegten, erscheint es uns absolut unverständlich, wie sie nun nicht in der Lage gewesen sein sollen, diese Tat zu unterbinden. Sollte es deshalb nicht zu einer zügigen Aufklärung des Mordes kommen, wird die kurdische Gemeinschaft wohl oder übel auch die Rolle Frankreichs im Kurdenkonflikt hinterfragen müssen. Das Vertrauen der rund 150 000 Kurdinnen und Kurden in Frankreich in die französische Regierung und ihre Behörden ist ohnehin erschüttert. Grund dafür sind die staatlichen Repressionen gegen kurdische Aktivistinnen und Aktivisten, die Schließung kurdischer Vereine oder auch die inkonsequente Verfolgung von Angriffen auf kurdische Einrichtungen wie z. B. der Brandanschlag auf den kurdischen Verein in der Stadt Mulhouse Ende Dezember letzten Jahres. Umso mehr wird die kurdische Gemeinschaft die Untersuchungen der französischen Behörden bei dieser Tat verfolgen und das Einlösen der Worte des französischen Innenministers einfordern, wonach die verantwortlichen Stellen der „unerträglichen Tat“ auf den Grund gehen würden.

Wir verurteilen dieses Attentat aufs Schärfste, fordern eine lückenlose Aufklärung des Tathergangs und seiner Hintergründe! Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass auch die französischen Behörden bei der Tat eine Mitschuld trifft. Mit Razzien in kurdischen Vereinen und der Inhaftierung kurdischer Aktivistinnen und Aktivisten haben die französische Polizei und Justiz in den letzten Jahren selbst dazu beigetragen, kurdische Politikerinnen und Politiker in die Schusslinie zu rücken. In diesem Sinne fordern wir die französische Regierung auch dazu auf, von ihrer antikurdischen Politik abzulassen.

Wir fordern Sie auf, gegenüber der kurdischen Gemeinschaft zu den obengenannten offenen Fragen Stellung zu beziehen.

YEK-KOM – Föderation kurdischer Vereine in Deutschland e. V.

CENÎ – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e. V.

ISKU – Informationsstelle Kurdistan e. V.

KURD-AKAD – Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e. V.

YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e. V.

CIVAKA AZAD – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e. V.n

PS: Wir erlauben uns, dieses Schreiben den französischen Generalkonsuln, in Düsseldorf Herr Michel Giacobbi, in Frankfurt a. M. Herr Jean-Claude Tribolet, in Hamburg Frau Sylvie Massière, in München Herr Emmanuel Cohet, in Saarbrücken Herr Frédéric Joureau, in Stuttgart Herr Michel Charbonnier, sowie Politikerinnen und Politikern und den Medien in Deutschland zukommen zu lassen.

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Weitere Nachrichten:

KCK: Türkische Gladio steckt hinter der Tat

Nach der Ermordung des PKK- Gründungsmitglieds Sakine Cansiz, der KNK-Vertreterin in Frankreich Fidan Dogan und der Jugendaktivistin Leyla Söylemez in der französischen Hauptstadt Paris gab der der Exekutivrat der Gemeinschaft der Gesellschaften aus Kurdistan (KCK) eine Stellungnahme ab. In ihr heißt es, dass Sakine Cansiz in Europa zum Ziel erklärt wurde. nachdem die Angriffe auf die Führungskader der Kurdischen Bewegung in Kurdistan erfolgslos geblieben waren. Des Weiteren heißt es, dass diese Tat auf Kreise zurückzuführen ist, die die bestehende Kolonisierung des kurdischen Volkes beibehalten wollen.

Auszüge aus der Erklärung des KCK zur Ermordung der drei kurdischen politischen Aktivistinnen:

„Wir verurteilen zutiefst die gestrige Ermordung unserer standhaften Genossin Sakine Cansiz, Gründungsmitglied der PKK, Führungsmilitante unserer Bewegung, Symbol von Würde und Widerstand, von Fidan Dogan, der unerschrockenen Militanten der Freiheitsbewegung, Frankreich-Vertretung des KNK, wertvolle Diplomatin des kurdischen Volkes und von Leyla Söylemez, aufopferungsvoller Militante der Jugendbewegung. Der Verlust ist für die Bewegung, unser Volk und sämtliche Frauen Kurdistans von großem Schmerz.

Sakine Cansiz wurde bewusst als Ziel ausgewählt

Unsere Genossin Sakine Cansiz wurde bewusst zur Zielscheibe gewählt. Es handelt es sich um einen organisierten, geplanten und professionell ausgeführten Mord. An der Ausführung der Tat lässt sich ersehen, dass dieser Mord von professionellen Kräften, die dafür auf internationaler Ebene befähigt wurden, ausgeführt worden ist. Offensichtlich kommen diejenigen, die diesen Mord ausgeführt haben, aus Kreisen, die gegen die Fortsetzung der von unserem Vorsitzenden eingeleiteten neuen Phase und gegen die Lösung der Kurdischen Frage sind. Es handelt sich um die Tat von Kreisen, die für das Fortbestehen der Kolonisierung des kurdischen Volkes sind und schmutzige Absichten gegenüber dem kurdischen Volk hegen.

Auffallend, dass sich die Tat in Frankreich ereignet hat

Es fällt auf, dass sich diese Tat in Frankreich ereignet hat, wo schon seit geraumer Zeit kurdische PolitikerInnen überwacht, ungerechtfertigterweise festgenommen und mit Strafen belegt werden. Es ist nicht vorstellbar, dass keine Verbindung besteht zwischen der Festnahme des bekannten kurdischen Politikers und Mitglied des KNK-Exekutivrats Adem Uzun und diesem blutigen Massaker. Die Offenlegung der Hintergründe des Komplotts der Festnahme von Adem Uzun wird bei der Aufklärung dieser Morde einen wichtigen Beitrag leisten. Wenn Frankreich sich von den Vorwürfen frei machen möchte, muss es die Ermordung unverzüglich aufklären. Der französische Staat verfügt über modernste Überwachungstechnik und hat so die Möglichkeit, die Tat aufzuklären, die sich im Pariser Zentrum ereignet hat. Die französische Regierung muss diese Tat aufklären, ansonsten macht sie sich der Mittäterschaft schuldig. Solange die Tat nicht aufgedeckt wird, steht die französische Regierung gegenüber dem kurdischen Volk in der Verantwortung.

Die AKP versucht, Verwirrung zu stiften

Es fällt auch auf, dass der stellvertretende Parteivorsitzende der AKP Hüseyin Celik über regierungsnahe Medien von „interner Abrechnung“ berichten ließ. Dass Vertreter des türkischen Staates und der Regierung sowie regierungsnahe Medien den Mord bereits in den ersten Stunden dreist und auf obszöne Weise unserer Bewegung anlasten, ist nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver. Es fällt auch auf, dass diese Kreise ständig äußern, es sei „ von Provokationen auszugehen“. Diese Form der psychologischen Kriegsführung wird den türkischen Staat und die türkische Regierung, die sich sowohl in der Position des Schuldigen, als auch des Stärkeren befinden, nicht ihrer Verantwortung für diese brutalen Terroraktion entheben können. Es ist offensichtlich, dass die türkische Seite versucht, diesen heimtückischen Mord zu verschleiern, zu manipulieren und zu verdrehen.

Die Feinde des kurdischen Volkes zielen darauf ab, die neue Phase zu sabotieren

Nachdem die Versuche, die Führungskader unserer Bewegung in der Heimat zu ermorden, erfolglos blieben, sollte dieses Ziel mit der Ermordung unserer Genossin Sakine Cansiz erreicht werden. Es ist offensichtlich, dass diejenigen, die die Genossin Sakine und die Freien Frauenmilitanten zum Angriffsziel erklärten, Rache an der Kurdische Freiheitsbewegung und dem kurdischen Volk nehmen wollten. Darüber hinaus soll die neue Entwicklung sabotiert werden.

Es kann sich hier nur um die Tat des türkischen „Gladio“ handeln. Solch eine hinterhältige und grausame Tat kann nur von sadistischen Kräften des tiefen Staates, die aus der türkischen Kolonialherrschaft hervorgingen und rassistische und chauvinistische Gefühle hegen, auszugehen. Die professionelle Ausführung lässt darauf schließen, dass sich die Kräfte des türkischen tiefen Staates bei der Tat auf internationale Kräfte stützten. Wäre es der AKP-Regierung mit der Lösung der kurdischen Frage wirklich ernst, dann hätte sie sich, anstatt sich der psychologischen Kriegsführung zu bedienen und dunkle Propaganda zu betreiben, für die Aufklärung des Geschehens einsetzten und deren Ausgang abwarten können.

Es ist offensichtlich, wer diese Entwicklung sabotieren möchte

Folgendes teilen wir der Öffentlichkeit mit: diejenigen, die diese Entwicklungsphase sabotieren wollen, sind nicht diejenigen, die die Cukurca-Aktion durchgeführt haben, sondern diejenigen, die am 31. Dezember in Lice die 10 Militanten, darunter der Gebietsverantwortliche von Amed Kommandant Numan, ermordet haben. Die Cukurca-Aktion wurde als deren Vergeltung von den Einheiten der HPG (Volksverteidigungskräfte) in der Region durchgeführt

Anders als vom türkischen Staat und den türkischen Medien oft geäußert, herrschen in unserer Bewegung keinesfalls „Spaltung und innere Widersprüche“. Dies sind hohle Worte der türkischen Abteilung für psychologische Kriegsführung. Der Versuch der türkischen Seite, [die Tat] als innerparteiliche Abrechnung darzustellen, ist nicht nur eine große Lüge und Verzerrung, sondern auch eine große Respektlosigkeit unserem Volk und unserer Bewegung gegenüber.

Der Vorfall muss vollständig aufgeklärt werden

Wir rufen national wie international alle demokratischen und friedenspolitisch engagierten Kreise dazu auf, nicht zu den Versuchen des türkischen Staates und der türkischen Medien, das brutale Massaker zu verschleiern, zu schweigen und sich für die Aufklärung der Tat einzusetzen. Wir fordern zudem den französischen Staat dazu auf, den Vorfall, der sich mitten in Paris zugetragen hat, zweifelsfrei aufzuklären. Mit ihm wurden die Morde an unserem Volk und unserer Bewegung auf internationaler Ebene ausgeweitet.

(ANF, 10.01.2013, ISKU)

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Stellungnahme des Kurdischen Nationalkongresses (KNK)

Der Kurdische Nationalkongress hat in einer Erklärung den Mordanschlag auf drei kurdische Aktivistinnen in Paris scharf verurteilt.

In der Erklärung des KNK heißt es, dass dieser Mord mitten in Paris, in einer stark frequentierten Gegend, nahe des Gare du Nord verübt wurde. Der Nationalkongress bringt sein Entsetzen über den gezielten politischen Mord an den drei kurdischen Frauen zum Ausdruck – und fragt wie eine solche Tat unter diesen Umständen, an einem so zentralen Ort, in einer europäischen Metropole, durchgeführt werden konnte. Die Tat solle demzufolge nicht als ein einfaches Delikt behandelt und geahndet werden. Aufgrund der Erkenntnisse und der Umstände sei offensichtlich, dass es sich um einen gut geplanten Anschlag handelt, der sich explizit gegen die Tätigkeit und Identität dieser Frauen und jegliche Teilnahme an kurdischer Politik richtete. Die drei Frauen haben sich intensiv der Kurdischen Frage angenommen und diese wirksam öffentlich gemacht. Bei den Drahtziehern und Tätern handele es sich demzufolge eher um eine organisierte, versteckt arbeitende, „tiefere“ Kraft, deren Protagonisten nicht davor zurückschrecken Meinungen und Menschen, die ihnen nicht passen, „aus dem Weg“ zu räumen.

In der Erklärung heißt es: „Wir befinden uns momentan in einer Phase des Dialogs. Deshalb bewerten wir diesen gezielten Mord als eine Methode des schmutzigen Krieges und einen Angriff von bösartigen, verdeckt agierenden Kräften. Sie haben drei unserer Genossinnen ermordet, die aktiv an der politischen Auseinandersetzung und am Kampf um die Geschlechterbefreiung teilgenommen haben. Der Mord wurde in einem Zentrum verübt, aus dem heraus das kurdische Volk in der Öffentlichkeit präsent wurde. Es ist ebenfalls wichtig zu sehen und politisch zu bewerten, dass es drei Frauen waren, die zum Opfer dieses Mordanschlags wurden.

(…)

Wir erwarten vom französischen Staat und den VertreterInnen der EU, dass sie diesen Mordfall lückenlos aufklären. Leider schweigt die Öffentlichkeit bisher zu oft über die ungerechten und oft unmenschlichen Bedingungen, denen die Kurdinnen und Kurden tagtäglich ausgesetzt sind.“

Abschließend wird gefordert: „Wir als KNK fordern vom französischen Staat, dieses Verbrechen an der Menschlichkeit von allen Seiten zu beleuchten und hundertprozentig aufzuklären. Wir sehen die Arbeiterpartei Frankreichs, die zurzeit das Land regiert, in der Verantwortung und Zuständigkeit, sich dieses Falles anzunehmen und für seine lückenlose Aufklärung zu sorgen.“

(ANF, 10.01.2013, ISKU)

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Ülker: „Laut französischer Polizei wurden die Schüsse von mehreren Tätern abgefeuert. Der Mord wurde professionell geplant und durchgeführt“

Nachdem die kurdische Gemeinde von Paris die Polizei und kurdische Institutionen über den Mord an drei kurdischen politischen Aktivistinnen informiert hatte, wurde der Tatort von Beamten nach Hinweisen und Spuren zur Aufklärung der Tat untersucht. Die Untersuchung des Tatortes dauerte insgesamt 12 Stunden. Anschließend wurden die Leichname zur Autopsie in die Gerichtsmedizin überführt. Bisher ist noch unklar, wann die Leichname der Opfer den Familienangehörigen übergeben werden.

Die Polizei teilte dem Vorsitzenden der Föderation der Kurdischen Vereine in Frankreich (FEYKA) Mehmet Ülker mit, dass der dreifache Mord professionell geplant und durchgeführt worden ist. Alle Indizien deuten darauf hin, dass es sich um mehrere Täter handelt.

Die Beweisführung hat ebenfalls ergeben, dass Leyla Söylemez an der Tür des kurdischen Zentrums mit einem Schuss in den Bauchbereich und einem Schuss in die Stirn getötet wurde. Demnach ist sie zeitlich das erste Mordopfer. Sakine Cansız und Fidan Doğan wurden in einem weiteren Raum des Zentrums überrascht und mit jeweils einem Schuss in den Nacken ermordet.

(ANF, 10.01.2013, ISKU)

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Die BDP Co-Vorsitzenden kommen nach Paris

Die BPD Co-Vorsitzenden Gültan Kışanak und Selahattin Demirtaş sowie die DTK Co-Vorsitzende Aysel Tuğluk werden aufgrund der Ermordung der drei kurdischen politischen AktivistInnen nach Paris reisen. Kışanak und Demirtaş möchten sich mit den kurdischen Institutionen vor Ort sowie mit der französischen Regierung treffen.

In einer Stellungnahme des BDP Co-Vorsitzenden Selahattin Demirtas heißt es: „In Anbetracht der sensiblen Phase des möglichen Dialogs in der Türkei, sollte die AKP die Verantwortlichen in Frankreich eigentlich dazu auffordern, die Hinrichtungen in Paris aufzuklären. Stattdessen versucht sie das Geschehene zu verschleiern, indem sie ohne Grundlage von einem ‚parteiinternem Mord‘ spricht. Aufgrund dieser Haltung stellt sich mir folgende Frage: Woher wissen wir, dass Diejenigen, von Denen diese Äußerungen stammen, nicht selbst den Mord geplant haben? Sind Eure Äußerungen in panikartiger Eile etwa darauf zurückzuführen?“

Die Co-Vorsitzende Gültan Kisanak, betont, dass Niemand die Motive der Morde verschleiern kann und ergänzt: „Das kurdische Volk und die kurdischen Frauen sind auf den Straßen, wir werden Rechenschaft für die Morde fordern. Wenn sie meinen, sowohl Gespräche führen, als auch gleichzeitig Menschen massakrieren zu können, dann haben sie sich getäuscht.“

(ANF, 10.01.2013, ISKU)

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Große Demonstration am Samstag in Paris

Die Föderation kurdischer Vereine in Frankreich FEYKA verurteilt den politischen Mord an Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Söylemez. Zu diesem Zweck findet am 12. Januar um 13:00 Uhr am Gare de L’Est in Paris eine europaweite Großdemonstration statt.

Auch die Konföderation der Kurdischen Vereine in Europa KON-KURD sowie die Föderation der kurdischen Vereine in Deutschland YEK-KOM ruft zur Teilnahme an der in Paris stattfindenden Demonstration zur Verurteilung der politischen Morde auf. Deutschlandweit werden von den örtlichen Vereinen aus Busse nach Paris fahren.

Die kurdische Gemeinde organisiert Protestaktionen

Deutschland

Protestbriefe und Niederlegung von schwarzen Kränzen

Am Freitag, den 11. Januar werden kurdische VertreterInnen in Düsseldorf, Frankfurt a.M., Hamburg, München, Saarbrücken und Stuttgart zeitgleich um 11 Uhr symbolisch ein schwarzer Kranz vor die französischen Konsulate niederlegen und den Botschaftern einen Protestbrief von kurdischen Organisationen aushändigen.

Berlin

Am Freitag versammelt sich die kurdische Gemeinschaft in Berlin um 11:00 Uhr vor der französischen und der türkischen Botschaft. An beiden Botschaften soll symbolisch ein schwarzer Kranz niedergelegt werden. Am selben Tag findet um 15:00 Uhr zudem eine Protestkundgebung am Hermannplatz statt. Auch Teile der türkischen Linken rufen zu den Protesten in Berlin auf.

Frankfurt

Freitag 11. Januar, 15 Uhr, Protestkundgebung vor dem türkischen Konsulat an der Kennedyalle 115

Bremen

Freitag 11. Januar, 14 Uhr, Demonstration mit anschließender Kundgebung am Hauptbahnhof

Kiel

Freitag 11. Januar, 15 Uhr, Demonstration am Hauptbahnhof

Kassel

Samstag 12. Januar, 13 Uhr, Demonstration am Großen Postamt

Hannover

Samstag 12. Januar, 13 Uhr, Demonstration mit anschließender Kundgebung am Steintor

Hamburg

Freitag 11. Januar, 14 Uhr, Demonstration am Hauptbahnhof

Stuttgart

Freitag 11. Januar, 13 Uhr, Lautenschlager Straße am Hauptbahnhof

Großbritannien, London

Der kurdische Volksrat in London ruft in einer Pressemitteilung die Londoner Öffentlichkeit und die in England lebende kurdische Gemeinde dazu auf, sich am Freitag um 15:00 Uhr und am Sonntag um 12:00 Uhr an den Demonstrationen vor dem Volkshaus zur Verurteilung der politischen Morde zu beteiligen.

Schweiz, Bern und Lausanne

In der Schweiz sind in Bern und Lausanne Protestaktionen angekündigt, die zeitgleich um 14.00 Uhr beginnen werden. In Bern wird sich am Helvetiaplatz zum Demonstrationszug versammelt. In Lausanne ist eine Kundgebung vor der Saint Laurent Kirche angemeldet.

Schweden, Stockholm

Auch vor der französischen Botschaft in Stockholm wird morgen von den in Schweden lebenden Kurdinnen und Kurden protestiert. Beginn der Protestaktion ist 11:30 Uhr im Östermalm-Viertel an der Kommendörgatan 13.

Italien, Rom

In Rom werden im Zeitraum vom 12. bis zum 14. Januar täglich zwischen 10:00 und 14:00 Uhr Protestkundgebungen vor dem französischen Konsulat stattfinden.

Kanada, Toronto

Um 11 Uhr findet morgen im kanadischen Toronto eine Protestaktion statt.

In weiteren Städten Österreichs, der Niederlanden, in Belgien und in Dänemark sind ebenfalls Protestaktionen angekündigt.

(ANF, 10.01.2013, ISKU)

Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.




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