Doğanşehir: Angriffe auf Aleviten

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Am 27. Juli zog ein wütender Mob Hetzparolen schreiend durch die Wohnviertel der Aleviten von Doğanşehir in der Provinz Malatya. Unter Parolen wie „Sürgü [Name des Wohnviertels] wird zum Grab der Aleviten“ oder „Sürgü wird zum Grab der Kurden“, „Wir werden euch die Religion schon noch lehren“ griffen sie die Wohnhäuser der Aleviten an.

Die Ereignisse begannen, nachdem sich die Aleviten über den Trommler beschwerten, der in ihrem Viertel zum letzten Essen vor dem Beginn des Fastentages ausrief. Nachdem es zu Diskussionen zwischen den Trommler und den AnwohnerInnen kam, sammelte sich binnen kürzester Zeit ein riesiger Mob und bedrohte die Aleviten.

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Obwohl die Lage in dem Stadtviertel weiterhin angespannt ist, wurden bisher keinerlei Vorkehrungen von Polizei und Stadtverwaltung getroffen.

In islamischen Ländern ist es gängig, dass im Fastenmonat Ramadan vor Tagesanbruch ein Trommler durch die Straßen zieht und die Muslime zum letzten Essen vor dem Fastenbeginn weckt. Die Aleviten, die etwa 20% der gesamttürkischen Bevölkerung ausmachen, fasten nicht im Ramadan. Weil sie deshalb oft als „Ungläubige“ angesehen werden, sind sie ständiger Bedrohung ausgesetzt. In der Türkei werden die Aleviten nicht als eigenständige Glaubensgemeinschaft akzeptiert, weshalb unter anderem der Bau Gebetshäuser – die sogenannten Cem-Häuser – nicht gestattet wird.

ISKU

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