Hungerstreik in Straßburg nach 52 Tagen mit einer Pressekonferenz beendet

Die 15 kurdischen AktivistInnen in Straßburg haben heute am 52.Tag ihres Hungerstreiks ihre Aktion beendet. Auf einer Pressekonferenz erklärten sie, dass mit der Aktion eine Mauer des Schweigens durchbrochen worden sei. Zudem seien die Hungerstreikenden davon überzeugt, dass ihre Forderungen von den entsprechenden Institutionen ernst genommen werden und von diesen praktische Schritte folgen werden.

Nach den Appellen des Generalssekretärs des Europarates, des Europaparlamentspräsidenten, des EU-Erweiterungskommissars und der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistan KCK zur Beendigung des Hungerstreiks, verkündeten die 15 AktivistInnen heute auf einer Pressekonferenz das Ende ihrer Aktion.

Auf der Presseerklärung, die in kurdischer, türkischer und französischer Sprache gehalten wurde, gaben die AktivistInnen folgende Erklärung ab:

„Unser Hungerstreik, den wir am 1. März in Straßburg mit der Forderung ‚Freiheit für Öcalan, ein Status für Kurdistan‘ begonnen hatten, befindet sich heute im 52.Tag.

Wir, 15 AktivistInnen der ‚Initiative für die Freiheit Öcalans‘, bestehend aus fünf Frauen und zehn Männern, haben bei unserem Hungerstreik in das Zentrum unserer Forderungen, die Sicherstellung der Gesundheit und seiner Sicherheit, sowie die Freiheit des Repräsentanten des kurdischen Volkes Herrn Öcalan gestellt. Unsere dringlichste Forderung hierbei war die Durchbrechung der Isolation Öcalans. Unser Ziel war es, das Gefängnissystem Imrali und die erschwerte Isolationspolitik für die Öffentlichkeit aufzudecken und die entsprechende Institutionen diesbezüglich dazu zu bewegen, ihren Aufgaben nachzukommen. Der deutlichste Beweis dafür, dass Institutionen wie der Europarat oder das CPT ihrer Aufgabe nicht gerecht werden, ist ihr Schweigen gegenüber der Tatsache, dass seit fast neun Monaten kein Lebenszeichen von Herrn Öcalan die Öffentlichkeit erreichen konnte. Weder seinen Familienangehörigen noch seinen AnwältInnen wird die Konsultation ermöglicht. Die aktuelle Phase ist dadurch gekennzeichnet, dass die Befürchtungen und Sorgen des kurdischen Volkes und seiner FreundInnen hinsichtlich der Situation von Herrn Öcalan ihren Höhepunkt erreicht hat.

Aus diesem Grund, also um dazu beizutragen, dass diese Sorgen der kurdischen Bevölkerung ausgeräumt werden können, um zu einem Sprachrohr der Forderungen des kurdischen Volkes zu werden, und um in der Gesellschaft eine Sensibilität gegenüber dieser Sachlage zu erschaffen, haben wir diesen Hungerstreik 52 Tage lang geführt.

Wir möchten der Öffentlichkeit mitteilen, dass unsere Aktion eine neue Etappe erreicht hat. Wir sehen, dass gegenüber den legitimen Forderungen des kurdischen Volkes bei den entsprechenden Institutionen ein Bewusstsein geschaffen worden ist. Zudem sehen wir auch, dass ein großer Freundschaftskreis der Solidarität gegenüber dem kurdischen Volk und ihrer Freiheitsbewegung entstanden ist.

Auch das kurdische Volk hat uns durch ihre Opferbereitschaft, ihre Unterstützung und ihre Aktionen zu keiner Sekunde unsrer Aktion allein gelassen und große Mühen für die Freiheit des Repräsentanten des kurdischen Volkes aufgebracht.

Die Forderungen nach der Sicherstellung der Gesundheit und seiner Sicherheit, sowie der Freiheit Öcalans werden in Form einer Kampagne anhalten. Wir sehen, dass das wichtigste Standbein dieser Kampagne, und zwar das Bewusstsein darüber, dass die Freiheit möglich ist und nur durch den Widerstand erschaffen werden kann, geschaffen wurde. Unsere Aktion hat in den 52 Tagen große Unterstützung durch die Öffentlichkeit erfahren. Wir sind dem bewusst, dass der erste Schritt für das Aufbrechen der Isolation Öcalans von den Institutionen Europas getätigt werden muss. Der Appell des Generalsekretärs des Europarates von 13. April, des Präsidenten des Europaparlaments von 18. April, die Erklärung des KCK vom 20. April, sowie die Ergebnisse aus den Gesprächen mit verschiedenen Menschen aus den Freundeskreisen haben uns von dieser Sachlage noch weiter überzeugt. Wir denken auch, dass die entsprechenden Institutionen unsere Forderungen ernst nehmen und auch praktische Schritte einleiten werden.

Damit diese Institutionen ihre Arbeiten beschleunigen und ruhiger agieren können, erklären wir, dass unsere Aktion ihren Zweck erfüllt hat und beenden mit sofortiger Wirkung unseren Hungerstreik.

Wir bedanken uns bei allen, die uns von der ersten Sekunde an nicht alleine gelassen haben, die uns mit ihren Gedanken, ihrem Bewusstsein und ihren Aktionen unterstützt haben. Wir bedanken uns beim kurdischen Volk, bei unseren FreundInnen und GenossInnen aus Europa und bei den VertreterInnen der alternativen und oppositionellen Medien. Wir wollen betonen, dass wir unsere Errungenschaften als Ergebnis eines gemeinsamen und kollektiven Widerstandes ansehen.

Auch möchten wir unseren Dank gegenüber den Verantwortlichen der St. Maurice Kirche zum Ausdruck bringen. Sie haben nicht nur ihre Pforten für uns geöffnet und uns eine Obhut gegeben, sondern uns auch auf diplomatischer und anderen Ebenen bis zum Ende unterstützt. Vielen Dank hierfür.“

ISKU





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