TATORT ARMENIEN (KURDISTAN)

„Ein Gesetz zum Schutz von Völkermordopfern“, so kommentiert der Vorsitzende des Zentralrats der Armenier in Deutschland (ZAD) das soeben verabschiedete Gesetz, mit dem Frankreich die Leugnung von Genoziden unter Strafe stellt.

Der ZAD hält es für zwingend erforderlich, nun auch in Deutschland dem französischen Beispiel zu folgen.

Ein Blick auf Webseiten + in Blogs deutscher Gutmenschen, Menschenrechtsorganisationen, der Linken + Liberalen, Parteien + Verbände ergibt ein sofortiges, absolut übereinstimmendes Bild:

Die fordernde Frage der Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch die Bundesrepublik spielt hier überhaupt keine Rolle.

Das mag daran liegen, daß man im Hause des Henkers ungern vom Strick redet – von jenem blutigen Strick, der den Pfarrer Lepsius entsetzte, welcher die deutsche Beteiligung an diesem Megaverbrechen in Kurdistan/Armenien als erster notierte.

Erstaunlich das Schweigen aber auch wiederum doch, weil die heutigen Deutschen einen Wettbewerbsvorteil in Anspruch nehmen, der auf ihrem sauer erworbenen Patent in der Kunstform „Aufarbeitung & Bewältigung“ basiert.

Warum also kein Ton von der ANTIFA ? Warum kein Wort von den Ärzten von IPPNW ? Nichts von der Linkspartei ? Kein Wort der doch auf Trauer plus Betroffenheit fest abonnierten Claudia Roth ? Nicht eine einzige Regung bei attac oder amnesty oder pro asyl – obwohl doch der Fall in erster Linie kein französischer, sondern ein germanischer ist?

Fragen wir also nach, legendiert als Redakteur im Hauptstadtbüro eines deutschen Nachrichtenmagazins,

um auch in dieser Frage volle Transparenz zu schaffen.

Fragen wir per Telefoninterview also alle jene, die sonst beim Rauchen + beim Trinken, beim Essen + Leben mal veganische, feministische, antirassistische, antifaschistische Prinzipien und was sonst noch alles stets streng vergesetzlicht wissen möchten:

Frauke Distelrath, attac Sprecherin: „Hach ja, das auch noch, nö, haben wir nichts zu gemacht, machen wir auch nicht, wir haben genug andere Themen.“

Frauke D., die einen ansonsten mit emails über die Speisekarte in Occupy-Camps zu überschütten vermag, hat für derlei Kinkerlitzchen bezüglich eines systematischen Völkermords in neuerer Zeit einfach keine Zeit – aber was ist mit Matthias Jochheim, dem Arzt + einfühlsamen Psychoanalytiker von IPPNW?

Matthias Jochheim: „Ganz wichtige Frage, mit der man sehr behutsam umgehen muß, hier geht es um Versöhnung und Aufklärung, da darf man durch Gesetze nichts überstürzen. Alles muß in einen neuen Dialog münden“.

Der ja bekanntlich als alter schon seit 1915 nicht stattfindet und deswegen nun nicht in vollkommen unangemessener Eile etwa mal zu einem Ergebnis kommen könnte, sondern da capo al fine in einen neuen Dialog zu münden hat.

Doch wird uns vielleicht eine aufrechte Politikerin weiter helfen, die Claudia Roth, die auch weinen kann:

Claudia Roth: „Ganz heißes Eisen, bei dem man viel falsch machen kann. Vorsicht, sage ich ! Man muß die Dinge historisch immer wieder neu bewerten, es geht um die Freiheit der Geschichtsschreibung. Druck von außen bringt da nichts. Machten wir so ein Gesetz, wir hätten die Türkei auf Dauer gegen uns und das multikulturelle Projekt wäre schwer beschädigt.“

Wiederkehr des Verdrängten : damals (Auswärtiges Amt Berlin 1915) wie heute dieselbe Adresse der „Wilhelmstrasse“, die uns bedeutet, man dürfe auf keinen Fall „die Türken gegen sich haben“. Weshalb wir damals aktive Beihilfe zum Völkermord leisteten und heute dazu schweigen. Dies gilt sogar dann, – wie das AA wörtlich dem briefeschreibenden Pfarrer Lepsius mitteilte, – wenn „dabei Christen umgebracht“ werden. Armenier eben.

Ob uns Barbara Lochbihler , eine Europäerin aus Bayern, MdEP und früher bei amnesty, da anderes sagt:

Barbara Lochbihler: „Auf keinen Fall ein Gesetz. Damit werden nur die Positionen festgeschrieben. Das Ereignis muß offen bleiben, für den offenen Dialog zwischen den Parteien, die sich am besten begegnen in der Mitte“.

Die Befragten belehren uns durchweg alle suggestiv über die transzendierende Kraft des ewigen Dialogs, wobei am Ende alles zur Ansichtssache nach Vereinbarung wird.

Nach immerhin 100 Jahren Armeniermord ist jede Festlegung heute übertriebene Eile. Das Megaverbrechen selber wird als Faktum relativiert – es bedarf der perennierenden Debatte.

Und ob eine Gaskammer eine Gaskammer war, oder vielleicht etwas ganz anderes, entscheiden die Dialogpartner am besten, wenn sie sich am Ende in der lochboihlerschen Mitte treffen.

Welch ein fataler Fehler mithin, sich einmal wegen Auschwitz derart festgelegt zu haben – oder sich durch die penetranten Juden festlegen zu lassen.

Auch die Armenier sind so penetrant: Charles Aznavour will einfach nicht einsichtig nachgeben und einsehen.

Matthias Jochheim ist bei uns der AllerBeste, „Aufklärung“ und „Versöhnung“ sind ihm einsichtsvoll eins.

Der Dialog über Auschwitz kann in diesem Sühnezeichen getrost neu wieder aufgenommen werden.

Aber hatten wir nicht anfangs die unbestechlichen GenossInnen der Antifa erwähnt und bisher ganz vergessen. Warum schweigen auch diese ?

Wie sagte doch schon der FÜHRER in seiner berüchtigten Rede an die Wehrmacht im Osten, die er darüber aufklärte, daß „Gnadenlosigkeit“ ruhig kaltblütig ausgeübt werden könne, da „sich auch niemand mehr an die Armenier Massaker erinnert“.

Das haben sie alle verstanden !

Mesop





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