Archiv für April 2010

Das Mädchen Berivan

Hunderte Kinder sitzen in der Türkei im Gefängnis. Man behandelt sie dort wie Schwerverbrecher.
Dies ist die Geschichte einer 15-jährigen Kurdin, die im falschen Moment am falschen Ort aus einem Bus stieg.

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„meine kleine schwester suzan, meine
liebe. du bist meine rote rose. weißt du,
ich habe jetzt eine gitarre. Wenn ich
zurückkomme, bringe ich’s dir bei. Du
spielst und ich singe. macht mama
nicht traurig, o.k.?“
Brief Berivans vom Januar 2010

Das Haus der Familie in einem Vorort,
der eben noch Bauerndorf
war. Eine nackte Glühbirne gibt
Licht. Matten auf rissigem Beton,
daraufKissen. DieMutter breitet Fotos
aus: ein Mädchen, scheu lächelnd, legt
den Arm um seine Mutter. Das Mädchen
mit einer Gitarre, es trägt Turnschuhe,
Jeans, das Haar offen. Sie dürfen dort
drin die eigenen Kleider tragen. Dann die
Zeichnungen, mal Kuli, mal Bleistift. Ein
Mädchen mit fließendem Haar und verträumtem
Blick. „dein töchterchen“,
steht daneben. Eine weiße Taube, die auf
Stacheldraht sitzt. Eine über die ganze
Seite ins Kraut schießende Blütenstaude,
die sich um den Satz rankt: „endlich frei
wie eine blume sein“. Zwei Herzen. Im einen
Herz steht: „mama + berivan“. Im anderen:
„ich hab dich sooo lieb.“
AmRand derBriefe ein Stempel: „Kontrolliert.
Brieflesekommission. Gefängnis
von Diyarbakir.“ Die Fotos hat der Anstaltsfotograf
gemacht.
Berivan, so heißt das Mädchen. Berivan
Sayaca, geboren in der Stadt Batman.
VomRande der Türkei,vomRande des Lebens.
Berivan ist 15 Jahre alt.
„Fistik gibi“, sagt ihre Mutter. „Wie eine
Pistazie“ das Mädchen. Hübsch, lebendig,
warmherzig. „Nicht so faul wie ich.“
Nicht auf den Mund gefallen, diese Berivan,
übernahm die Behördengänge für
Vater und Mutter. Im Park war sie gerne,
am freien Sonntag. Ihr Chef habe große
Stücke auf sie gehalten, so sagt die Mutter
stolz.
Ihr Chef? Berivan hat gearbeitet, in einer
Textilfabrik am Rande Istanbuls. Seit
sechs Jahren schon. Seit sie neun Jahre alt
war. DerChef war auch Kurde. „Was sollten
wir hier in Batman? Hier ist nichts,
wie überall in den Kurdengebieten. Keine
Fabriken. Wir mussten weg. In Istanbul,
da kriegt jeder Arbeit. Mann, Frau, Mädchen,
Junge. Da konnten wir Brot finden.“
Auf einem der Kissen, in eine Decke
eingehüllt, schläft Dilan, die kleine
Schwester von Berivan. Sie ist krank, die
Niere. Es ist das Haus, die Feuchtigkeit.
„meine liebe schwester, du gehst doch
in die schule, oder? verpass nichts!
lerne immer! weißt du, ich habe unsere
brüder im traum gesehen. ich sah sie
an und dachte, sie wären es wirklich.“
Brief Berivans vom Februar 2010
Berivan hat in der Fabrik die Stoffe zu
den Näherinnen getragen. In der Türkei
herrscht Schulpflicht, acht Jahre lang. Berivan
ging nur zwei Jahre zur Schule.
„Sie sagte ihrem Vater ins Gesicht: ‚Ich
zeige dich an‘“, erzählt die Mutter: „‚Ich
sage ihnen, mein Vater lässt mich nicht
zur Schule gehen, er zwingt mich zur Arbeit.‘“
Die Mutter weint. „Wir haben ihr
gesagt: Schau, dein Vater ist arbeitslos,
und wenn es regnet, steht unsere Wohnung
unter Wasser.“ Sie wischt sich mit
dem Handrücken über die Augen. „Wir
brauchten die 400 Lira, die Berivan verdiente.“
Zwei kleine Schwestern, drei kleine
Brüder und die Mutter, die ab und zu
für die Arbeiter Essen kochen durfte.
Im Oktober starb Berivans Großvater.
Berivan reiste mit der Mutter zurück nach
Batman für die Beerdigung. Berivan besuchte
ihren alten Lehrer, bestürmte ihn.
„Ich bleib’ hier“, sagte sie hernach der
Mutter: „Ich geh hier zur Schule.“ Berivans
Kousine Zeynep wohnt auch in Batman,
sie hatten einander schon sechs Jahre
nicht mehr gesehen. Eines Tages packte
Berivan ihren Rucksack und sagte, sie gehe
jetzt zur Bushaltestelle und fahre Zeynep
besuchen. „Unsere Haltestelle“, sagt
der Onkel, „ist genau dort, wo immer die
Demonstrationen stattfinden.“
Es war der 9. Oktober 2009. Am Morgen
noch war Berivan ein Mädchen, das
sich nichts sehnlicher wünschte, als zur
Schule gehen zu dürfen. Am Abend war
sie eine mutmaßliche Terroristin.
So schildert Berivan, was passiert ist:
Sie stieg aus. Mitten hinein in einen Menschenauflauf.
Rufe, Parolen, Steine flogen.
Polizisten hoben ihre Schlagstöcke.
Berivan bekam Angst. Sie rannte los. Polizisten
hinter ihr her. Sie lief um ihr Leben.
Schließlich packten sie sie. Warfen
sie zu Boden, prügelten sie. Mit den Fäusten,
mit den Stöcken. Schubsten sie in ihren
Wagen, brüllten, schlugen sie weiter.
Berivan sagte, sie sei aus Istanbul und wolle
ihre Cousine besuchen, die Polizisten
glaubten ihr nicht. Sie klingelten bei der
Cousine. Zeynep öffnete die Tür, erschrak.
Auf die Frage, ob sie das Mädchen
kenne, schüttelte sie den Kopf. „Sie sah so
klein aus zwischen den Polizisten“, sagt
Zeynep heute traurig und ernst. „So
klein“.
Berivan kam auf die Wache, wurde allein
in eine fensterlose Zelle gesteckt.
Nachts, erzählte sie hinterher der Mutter,
sei ein freundlicher Mann zu ihr gekommen.
„Berivan, wenn der Richter dich
morgen fragt, ob du Parolen gerufen und
Steine geworfen hast, dann sag einfach ja,
dann lassen sie dich gleich wieder frei. Du
bist doch noch ein Kind. Dir tun sie
nichts.“
„was habe ich getan? ich bin 15 jahre
alt. was habe ich verbrochen? habe ich
kein recht auf glück? darf ich nicht
kind sein bei meiner familie? warum
muss meine mama weinen?“
Brief Berivans vom Januar 2010

Der Vater war weit weg, in Istanbul.
Die Mutter kann nicht lesen und nicht
schreiben. Für einen Anwalt hatten sie
kein Geld. „Aber wir dachten, alles kläre
sich auf.“ Die Mutter schlägt die Hände
vors Gesicht.
Die Verhandlung war am 26. Januar.
Das Gericht befand, Berivan habe Steine
geworfen und Parolen gerufen. Der Beweis:
ein Foto, auf dem ein Schuh zu sehen
war, der Berivans Schuh glich. Dazu
die Aussagen der Polizisten. Berivan beteuerte
ihre Unschuld, wurde aber folgender
Verbrechen für schuldig befunden: Beschädigung
öffentlichen Eigentums. Widerstand
gegen die Staatsgewalt. Propaganda
für eine terroristische Organisation.
Mitgliedschaft in einer terroristischen
Organisation. Gemeint ist die verbotene
Kurdische ArbeiterparteiPKK.Zu bestrafen
mit 13,5 Jahren Haft. Herabgesetzt
auf sieben Jahre und neun Monate, „in Anbetracht
der Jugend der Angeklagten“.
Warum nur, warum?, sagte Berivan, als
ihre Mutter sie besuchte. „Ist es mein Name,
der mich hierhergebracht hat?“ Berivan
bedeutet Melkerin. Auch eine seltene
Bergblume heißt so. Es ist ein kurdischer
Name.
Ein Kind. Verurteilt als Terroristin. Zu
fast acht Jahren Haft. Wegen eines angeblichen
Steinwurfs. „Alles andere haben
sie schon getan, jetzt nehmen sie uns noch
die Kinder“, sagt Arif Akkaya in seinem
Wohnzimmer in Diyarbakir. „Sie reißen
uns noch das Herz heraus.“ Sein Sohn Habun
wurde ebenfalls mit 15 nach einer Demo
verhaftet. „Ich habe Angst vor dem
Schlaf“, sagte ihm sein Sohn neulich. „Ich
sehe im Traum, was ich erlebt habe.“
Allein in Diyarbakir sitzen im Moment
58 Kinder und Jugendliche als Terroristen
ein. In Bitlis sind es 24, in Mardin 22,
in Siirt 16, in Mardin 6, in Adana 84 und
in Istanbul mehr als 60. Arif Akkaya rattert
die Zahlen herunter. Er hat eine Initiative
gegründet: Gerechtigkeit für Kinder.
„Das eine Mal die Woche, wenn wir unsere
Söhne und Töchter besuchen dürfen,
weinen sie. Sie sitzen hinter Glas, wir spresprechen
durchs Telefon. Sie haben Angst vor
der Nacht. Sie flehen uns um Hilfe an. Es
sind Kinder. Bloß Kinder.“ Er schüttelt
denKopf. „Ich hatte nur noch diese Angst
im Kopf. Ich musste einfach etwas tun.“
Einmal verabschiedete er sich von seineminhaftierten
Sohn mit den zumVictory-
V gehobenen Fingern. „Ich wollte ihm
zeigen: Alles wird gut.“ Die Anstaltsleitung
entschied: ein Jahr Besuchsverbot.
Viertausend kurdische Minderjährige
wurden seit 2006 vor Sondergerichte gestellt
wie Schwerverbrecher. 272 dieser
Kinder saßen Ende letzten Jahres im Gefängnis,
die Zahl stammtvomJustizminister.
Diemeisten wegen Steinewürfen. Das
hat es selbst zur Hochzeit des Bürgerkrieges
zwischen der PKKund der türkischen
Armee nicht gegeben.Ausgerechnet jetzt?
Wo die Regierung doch eine historische
„demokratische Öffnung“ hin zu den Kurden
verkündet hat, wo sie die kurdische
Sprache wieder erlaubt im Fernsehen wie
im Wahlkampf, wo sie Tabus bricht? Ja,
ausgerechnet jetzt. Türkei paradox, mal
wieder. „Zehn Monate sind vergangen
seit Verkündung der Kurdeninitiative“,
sagt Selahattin Demirtas, der Vorsitzende
der Kurdenpartei BDP, „und heute fühlen
sich die Kurden mehr denn je ausgeschlossen,
und die Türken fühlen sich
mehr denn je bedroht.“
Berivans Mutter besucht ihre Tochter
jeden Montag. „Selbst wenn ich um das
Fahrgeld betteln muss.“ Sie hat sich eingereiht
zwischen andere Frauen, Kinder
und Alte in der Schlange vor der Haftanstalt.
Berivan, sagt sie, verschlinge die Bücher
der Gefängnisbibliothek.
Für die Regierung Erdogan sind die
Kinder im Gefängnis ein PR-GAU. „Sie
nennen sich Demokraten und Muslime.
Aber so etwas tut kein Demokrat einem
anderen und kein Muslim einem anderen
an“, sagt Arif Akkaya. DieUnbarmherzigkeit
verhilft den alten kurdischen Gesängen
von der gnadenlosen Justiz, vom
heuchlerischen türkischen Staat zu neuer
Kraft. Gerade als die Chance zur Aussöhnung
da zu sein schien. Und sie zeigt einmal mehr, wie Türken und Kurden in
zwei Welten leben. Wo keiner die Realität
des anderen wahrzunehmen scheint, wo
Paranoia undHass anstelle von Mitgefühl
regieren. Die Politiker in Ankara, sie sind
nun aufgeschreckt ob dessen, was sie angerichtet
haben. Aber es hat quälend lange
gedauert.
Wie kam es überhaupt so weit? Nach
neuen Angriffen der PKK, nach schweren
Unruhen in den kurdischen Städten im
Frühjahr 2006 verschärfte die Regierung
das Antiterrorgesetz. „Egal ob Kinder
oder Frauen“, donnerte Premier Tayyip
Erdogan damals: „Wer Steine wirft, soll
seine Strafe erhalten.“
Seither brauchen Jugendliche ab 15
Jahren nicht mehr vor ein Jugendgericht
gestellt werden.Und ein Urteil desObersten
Gerichtshofs von 2008 befand, wer
auch nur einmal an illegalen Demos teilnehme,
sei automatisch als Mitglied der
PKK anzusehen. „Beide Seiten, die PKK
und die Kräfte des Status quo, treiben ein
böses Spiel mit den Kindern“, sagt der Anwalt
Mehmet Ucun. „Die PKK versucht
seit einiger Zeit, Kinder auf die Straße zu
kriegen wie in Palästina. Und die Polizei
attackiert sie mittlerweile als Erstes.“
Mehmet Ucun saß selbst 1980 in Haft als
15-Jähriger: Er hatte linke Parolen an die
Wand geschmiert, als das Militär putschte.
„Aber ich bekam damals nur ein Jahr.
Die Kinder heute werden härter bestraft
als zur Putschzeit. Das ist verrückt!“
„was habe ich diesem staat getan?
warum nimmt er mir meine kindheit?
mama, werde ich dich nicht mehr
küssen, nicht mehr bei dir schlafen?“
Brief Berivans vom Februar 2010
Unicef protestierte wegen Bruchs der
UN-Kinderrechts-Konvention. Die Anwältin
Kezban Yimaz aus Diyarbakir
stellte nach dem Studium von 400 Fällen
fest, dass es bei 80 Prozent der Urteile keine
oder nur manipulierte Beweise gab.
Der Menschenrechtsbeirat des Gouverneurs
berichtete, dass Polizisten die Kinder
meist auf dem Weg zur Wache brutal
schlagen. In den Gefängnissen selbst
scheint es keine Schläge zu geben, doch beklagte
die türkische Ärztekammer 2009
die Zustände: nur ein Mal die Woche warmes
Wasser, mitdemdie Teenager auch ihre
Kleider waschen müssen, zu wenig, oft
ungenießbares Essen, Ratten und Kakerlaken
in der Zelle. „Weil die Geräte in der
Zahnarztstelle nicht funktionieren, werden
die Zähne dort nur gezogen“, heißt es
in dem Bericht. Und: „Bei 65 bis 75 Prozent
der Kinder sind seelische Folgestörungen
zu befürchten.“
Eine Frage hört man immer wieder in
Batman, in Cizre, in Diyarbakir: „Was ist
das für ein Premier, der sich in Europa hinstelltund
leidenschaftlich das Leid der Palästinenserkinder
beklagt – und den Kindern
seiner eigenen Bürger dies antut?“
Arif Akkaya, der sie uns stellt, ist mit Akten
nach Ankara gefahren und hat mit
den Parlamentariern dort gesprochen.
„Sie haben mich gefragt: ‚Aber warum
bloß, Herr Akkaya, bewerfen eure Kinder
unsere Polizei mit Steinen?‘“ Er entgegnete
ihnen: „Kommt bitte nach Diyarbakir
und lebt hier mit uns für nur ein Jahr.
Wenn eure Kinder danach keine Steine
werfen, dann werden wir euch nicht mehr
belästigen.“ Er deutet zum Fenster hinaus.
„Seit sie klein sind, sehen unsere Kinder
Uniformen. Sie sind Teil des Lebens.
Uniformierte, die in den letzten 30 Jahren
gekommen sind, umuns aus unseren Dörfern
zu vertreiben, um uns unsere Sprache
zu verbieten,umunsere Väter auf offener
Straße zu erschießen. Was sich in den
Kindern angesammelt hat – das lassen sie
raus, wenn sie einen Stein werfen. Ein
Stein, der nicht einmal einen Kratzer
macht in ihre Panzerwagen.“ Es sei wie
nach jedem Krieg, sagt der Arzt und Bürgerrechtler
Necdet Ipekyüz: „Die nächste
Generation ist traumatisiert.“
Seit die Polizisten Berivans Nase blutig
geschlagen haben, atmet sie schwer. Die
Mutter hat der Tochter Waffeln gekauft,
der Vater hatte ein paar Lira geschickt.
Als sie nach einer Stunde ausdemGefängnistorwieder
heraustritt, bringt sie die Tüte
wieder mit: Berivan wollte, dass die
Schwestern dieWaffeln haben: die kleine
Suzan und Dilan, die 13-Jährige, die sich
weigert, zurück nach Istanbul zur Schule
zu gehen, seit ihre Schwester in Haft sitzt.
„ich sterbe hier, ich ertrage dieses
gefängnis nicht. hier ist es so kalt.“
Brief Berivans vom Februar 2010
Es soll wieder geändert werden, das Gesetz,
das aus Kindern Terroristen macht.
Premier Tayyip Erdogan und Vizepremier
Bülent Arinc haben es versprochen.
Anwalt Mehmet Ucun besuchte die beiden
in Ankara vor wenigen Wochen, als
Abgesandter der Initiative „Gerechtigkeit
für Kinder“. Er sagt, es sei ein emotionales
Treffen gewesen. „Wir wollen das
ganz und gar lösen“, habe der Premier gelobt.
Der Anwalt ist zuversichtlich. Er
hofft auf einen Parlamentsvorstoß in den
kommenden Tagen. Aber noch bis zum
letzten Tag sperren die Richter weiter ein.
Den 14-Jährigen zum Beispiel, den Polizisten
in Hakkari vor einigen Tagen durch
die Straßen schleiften und dem sie die
Wangenknochen brachen – was auch türkische
Zeitungen empörte. „Eine Regierung,
die über ihre Kinder richtet, richtet
über ihre Zukunft“, sagt Berivans Mutter.
„Was werden diese Kinder einmal sagen,
wenn sie frei kommen? ‚Sie schlugen uns
und sie sperrten uns ein.‘ Warum sollten
sie irgendetwas für diese Republik tun?“
DieMutter hat das Mädchen im Gefängnis
gefragt, ob es den Leuten draußen etwas
ausrichten möchte. Sie habe unendlich
viel zu sagen, antwortete Beriva und
sagte dann nur dies: „Helft mir. Bitte.“

http://img683.imageshack.us/img683/8528/beriwan2.jpg

Von Kai Strittmatter / Süddeutsche Zeitung 28.04.2010 PDF Download

Kapitalist Köleştirmeye Küresel Talana Karşı 1 Mayıs‘a !‏

1 Mayıs da kürsel talana ,kapitalist köleştirmeye karşı Ankara Anarşi İnisiyatifi alanlara çagrıyor.İnisiyatif Ankaranın sokaklarını,kampüsleri, tüm alanları afişleriyle donattı.afişeleme esnasında 3 aktivist göz altına alındı.kabahatlar kanunu kapsamında 500 tl para cezası kesildi.Tüm alanlarda dagıtılan bildirilerle ve konuşmlarla 1 Mayıs da Ankara da kapitalist köleştirmeye karşı alanlara çağrısı yaptı.Ankara Anarşi İnsiyatifinin çagrısını yaptığı bildiri:

http://img6.imageshack.us/img6/1329/kucuk1mayisai.jpg

Kapitalist köleleştirmeye Karşı Yaşamı Savunmaya….

Kapitalizmi tek yaşam biçimi olarak sunanların, 11 saniyede bir çocuğu öldüren düzenlerine

İnsanları ayaklı reklâm panolarına çeviren patronların yaşamlara yön veren kâr paylarına

Borsa tahtalarında rakamlarla oynayarak kaç kişinin daha aç kalacağına karar veren kan emicilere

Dünyanın bir ucundan düğmeye basıp diğer ucundaki savaşları yöneten tacirlere

Günde 16 saat çalışan çekik gözlü çocukların gözlerindeki korkunun imparatorlarına

İşçileri aidat çeki olarak gören sendika ağalarına

İnsanları malı, meydanları mülkü bilen devlete

Doğanın mavisine, yeşiline göz dikip dört yanı nükleer santrallerle,HES‘lerle bezeyen küresel efendilere

İnsanı, doğayı ve tüm yaşamı tahakküm altında tutup palazlandıkça palazlanan ve yaşamı yok ederek var olan iktidarlara karşı

Yaşamı savunmak için tek seçenek isyan!

Ve isyan 1 Mayıs’ta gene sokakta. Kapitalizmin ve devletin rekabet ve birbirini yok etmeden var olamama kültürüne karşı direnişle birbirimize omuz vermek için 1 Mayıs’ta, isyanın karnavalındayız. İşçileri pazarlanacak birer eşya gibi gören efendiler sırıtan maskeleriyle 1 Mayıs’a bayram havası vermeye çalışadursunlar, bundan 120 yıl önce 1 Mayıs’ın temelini atan Amerika’da Haymarket’teki direniş ve isyanın ateşi yanmaya devam ediyor. Emekleriyle dünyayı var edenlerin, sokakları yaratanların, binaları dikenlerin onları geri alacaklarından korkan, Ege’nin karşı yakasında Alexis’ten, bu yakasında Uğur Kaymaz’dan, Ceylan Önkol’dan korkan efendiler yaratanların yıkmaya da gücünün yettiklerini bildiklerinden yaşamın her alanını bir kontrol merkezine çeviriyorlar. Ancak direnişİ ve isyanI kontrol edemezler. İnsanın insana ve doğaya olan tahakkümünü ortadan kaldırmak için, iktidarların çizdikleri sınırları çiğneyip efendisiz bir dünya yaratmak için direniş ve isyan önlenemez bir yaratıcılıkla yıkmaya devam edecek. Yıkılacak olan, yaşamı gasp eden iktidarlar ve onların tahakküm ilişkileridir. Onlar yıkılırken efendisiz bir dünya, tahakkümsüz ve otoritesiz bir yaşam ve sınırlarla bölünemeyecek bir yeryüzüdür yaratılacak olan. Yıkarken yaratmanın omuz omuzalığında 1 Mayıs’ta, isyanın karnavalındayız.

ANKARA ANARŞİ İNİSİYATİFİ

Solidarietà a Costa, Silvia e Billy – Anarchici e anarchiche di Via del Cuore

Il 15 aprile in Svizzera sono stati arrestati Costa, Silvia e Billy. La notizia del loro arresto è arrivata in Italia due giorni dopo, tutt’oggi non si conoscono precisamente i capi d’accusa e per quanto riguarda Costa e Silvia non ci sono notizie certe di dove sono trattenuti.
Non ci interessa sapere per quale reato questi/e compagni/e sono stati/e arrestati/e, li conosciamo bene, abbiamo condiviso con loro anni di lotte, di repressione, di vita, conosciamo la loro coerenza e determinazione, la loro inarrestabile passione per la libertà. Quello che ci interessa ribadire adesso è la nostra incondizionata solidarietà e vicinanza e il nostro ardente desiderio di saperli il prima possibile in libertà. Come spesso accade lo Stato ci priva della preziosa presenza dei compagni più generosi questo non ci servirà mai come monito ma come una ulteriore spinta a lottare con ancora più impegno.
Le strade per sovvertire l’esistente passano anche attraverso la solidarietà complice e attiva.

LIBERTA’ PER COSTA, SILVIA E BILLY!
LIBERTA’ PER TUTTI E TUTTE!
SOLIDARIETA’ AI COMPAGNI ARRESTATI IN GRECIA!

Anarchici e Anarchiche di via del cuore

informa-azione

Freiheit für Silvia, Billy und Costantino!

Am Do. 15. April wurden unsere drei anarchistischen GenossInnen Silvia, Luca und Costantino bei einer vorgetäuschten Verkehrskontrolle in Langnau am Albis ZH von der Kantonspolizei Zürich verhaftet. Sie sitzen seitdem in Untersuchungshaft in verschiedenen Gefängnissen in der Schweiz.

Ihnen gilt unsere volle Solidarität und der Kampf um ihre sofortige Freilassung! Unsere drei FreundInnen und GenossInnen sind kämpfende AnarchistInnen gegen die immense Umweltzerstörung der Herrschenden und KämpferInnen für die Freiheit von allen! Wir wissen wo die „wahren“ Öko-Terroristen sitzen. In den multinationalen Firmen wie IBM (die u.a. im 2. Weltkrieg die Stempelkarten für die Inhaftierten in den KZ der Nazis produziert hatten), Novartis (die zig-Tausende Tierversuche pro Jahr durchführt), in den Versuchszentren der Universitäten, wo Gentech- und Nanotech gefördert werden, zum scheinbaren „Wohle der Menschheit“, wo es doch nur um ihren Profit geht.

Freiheit für Silvia, Billy und Costa!

Freiheit für alle revolutionären Gefangenen!

Kampf dem Kapitalismus und seinen Schergen!

Türkei protestiert gegen Obama-Rede / Armenischer Genozid

Die Türkei hat den amerikanischen Präsidenten kritisiert, weil er den Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich im Jahr 1915 verurteilt hat. Obama hatte das Wort Genozid jedoch vermieden.

Auch in Istanbul: Hunderttausende gedachten in aller Welt des Massenmords an Armeniern im Osmanischen Reich – 25. April 2010

Wie im vergangenen Jahr hat die Türkei den amerikanischen Präsidenten dafür kritisiert, dass er – ebenfalls wie im vergangenen Jahr – den Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich im Jahr 1915 verurteilt hat. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung, Obamas Äußerungen vom 24. April seien „nicht akzeptabel und Ausweis einer falschen sowie einseitigen Sichtweise. Die Türkei sei dagegen, die Geschichte „nach politischen Motiven“ zu beurteilen. Sie müsse vielmehr von Historikern aufgearbeitet werden. Präsidenten und Parlamente hingegen sollten sich einer Beurteilung der Geschichte enthalten, äußerte Davutoglu sinngemäß. Die Türken hätten ihrerseits Anspruch auf Anerkennung ihrer Leiden, sagte Davutoglu unter Hinweis auf Zehntausende von Türken, die bei den Auseinandersetzungen im Osmanischen Reich von Armeniern getötet wurden.

Der 24. April 1915 gilt als Beginn der gegen die Armenier gerichteten Gewaltpolitik des Osmanischen Reiches, als deren Folge Hunderttausende den Tod fanden. An diesem Tag geben amerikanische Präsidenten seit Jahrzehnten eine Erklärung ab, in der sie den Genozid verurteilen. Bis auf Ronald Reagan hatten es amerikanische Präsidenten in der Vergangenheit allerdings mit Rücksicht auf die Bedeutung der Türkei als Nato-Partner sorgsam vermieden, in ihren Äußerungen wörtlich von einem Völkermord zu sprechen und stattdessen umschreibende Formulierungen benutzt.

1000 Polizisten bei inoffizieller Gedenkfeier in Istanbul

Auch Barack Obama hielt sich an diese Regel. In seinem Wahlkampf hatte er noch gesagt, Amerika habe einen Präsidenten verdient, der die Ereignisse als Genozid beim Namen nenne, und er wolle dieser Präsident sein. Bei seiner Rede vor dem türkischen Parlament Anfang April vergangenen Jahres hatte Obama das Wort vom Genozid vermieden, in seinen Gesprächen aber darauf bestanden, dass er seine Ansicht nicht geändert habe. In diesem Jahr sprach Obama ähnlich wie im vergangenen von „einer der schlimmsten Greueltaten“ des 20. Jahrhunderts. Es sei im allgemeinen Interesse, die Tatsachen anzuerkennen und die Erinnerung an die Untaten lebendig zu halten, damit sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholten. „Der unbeugsame Geist des armenischen Volkes ist ein andauernder Triumph über jene, die sie vernichten wollten. Viele Armenier kamen als Überlebende der Greuel von 1915 in die Vereinigten Staaten“, sagte Obama weiter.

Doch auch in der Türkei ist die Leugnung des Genozids nicht mehr absolut. So fand im Gedenken an den Beginn des Massensterbens, den eine Mehrzahl der internationalen Historiker als Völkermord ansieht, am Samstag in Istanbul eine Veranstaltung statt, die allerdings selbstverständlich nicht auf eine offizielle Initiative zurückging. Sie wurde auch nur von etwa 200 Personen besucht, es gab aber keine befürchteten gewaltsamen Zwischenfälle – was wiederum nicht zuletzt daran lag, dass der Staat nahezu 1000 Polizisten aufgeboten hatte, um die Veranstaltung zu bewachen.

Von Michael Martens

Hunderttausende gedenken der Opfer / Völkermord an Armeniern

Eriwan/Washington/Frankfurt a. Main. 95 Jahre nach dem Völkermord im Osmanischen Reich haben in Armenien Hunderttausende am Samstag der Opfer gedacht.

Der armenische Präsident Sersch Sargsjan legte an einem Mahnmal Blumen für die bis zu 1,5 Millionen Armenier, die zwischen den Jahren 1915 bis 1917 ums Leben kamen, nieder und dankte den vielen Ländern dafür, dass sie das Massaker als Völkermord einstuften.

Die Türkei erkennt lediglich an, dass im Ersten Weltkrieg mehrere 100.000 Armenier im Osmanischen Reich getötet wurden, weigert sich aber, die Massaker als Völkermord anzuerkennen. Die Beziehungen zwischen Ankara und der armenischen Hauptstadt Eriwan sind daher nach wie vor gespannt. „1,5 Millionen Tote, ein ganzes Volk seiner Heimat beraubt, die Auslöschung einer alten Kultur – das sind die Ergebnisse einer staatlichen Politik und Ideologie, die die Vernichtung der Armenier zum Ziel hatte“, sagte Sargsjan.

Obama gedenkt der Opfer, spricht aber nicht von Völkermord

US-Präsident Barack Obama hat die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich zum 95. Jahrestag beklagt, dabei aber den heiklen Begriff „Völkermord“ vermieden. Die Ereignisse in den Jahren 1915 bis 1917 zählten zu den „schlimmsten Gräueln des 20. Jahrhunderts“, sagte Obama am Samstag bei einer kurzen Ansprache zu dem armenischen Gedenktag. Zugleich begrüßte er die jüngsten Schritte der Annäherung zwischen der Türkei und Armenien.

Obama rückte von seiner Ankündigung aus dem Präsidentschaftswahlkampf 2008 ab, er wolle im Falle seiner Wahl als Präsident den Begriff Völkermord ausdrücklich für die Massaker an den Armeniern verwenden.

Die türkische Regierung reagiert auf die Verwendung mit harten diplomatischen Maßnahmen. Im März zog sie ihren Botschafter aus Washington ab, nachdem der außenpolitische Ausschuss des US-Repräsentantenhauses eine Resolution angenommen hatte, in der die Massaker als Völkermord beschrieben werden.

Deutsche Politik schweigt

In Deutschland haben sich am Gedenktag keine Politiker über die Nachrichtenagenturen zu dem Völkermord geäußert. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann forderte hingegen die Türkei auf, den Völkermord an den Armeniern „vorbehaltlos“ einzugestehen. Bei der Gedenkveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche forderte er „die Aufklärung des Geschehens, verbunden mit einem ehrlichen und umfassenden Eingeständnis von Schuld und Versagen.“ Gleichzeitig betonte er, dass es keine Kollektivschuld der damals lebenden Türken an dem Völkermord gegeben habe.

Der Massenmord sei ein „Menschheitsereignis“, an das noch heute erinnert werden müsse, sagte der Bischof. Er ging auch auf die Verstrickung Deutschlands in den Völkermord an den Armeniern ein, die „auch uns heutige Deutsche mit Scham erfüllen muss.“

Armenien bricht Versöhnungsprozess mit der Türkei ab

Armenien erinnert traditionell am 24. April an die Tragödie, die an diesem Tag mit der Erschießung von Intellektuellen ihren Anfang genommen hatte. Sargsjan hatte am Donnerstag überraschend den historischen Versöhnungsprozess mit der Türkei abgebrochen. Im vergangenen Oktober hatten die Außenminister Armeniens und der Türkei zwei Protokolle zur Annäherung ihrer Länder unterzeichnet. Das Ratifizierungsverfahren solle erst wieder aufgenommen werden, wenn die Türkei keine Bedingungen mehr stelle.

Die armenische Regierung hatte dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan unlängst auch politische Brandstiftung vorgeworfen. Dieser hatte 100.000 illegal in der Türkei lebenden Armeniern die Ausweisung angedroht. Erdogan hatte damit auf Resolutionen in den USA und in Schweden reagiert, nach denen der Mord an den Armeniern als Genozid einzustufen sei.

F.R.

Beşikçi: Arşivler yok edildi

Ankara‘da düzenlenen sempozyumda konuşan Sosyolog İsmail Beşikçi, „Ermeni soykırımı ile ilgili tüm arşivler yok edildi“ dedi.

Ankara‘da düzenlenen sempozyumda konuşan Sosyolog İsmail Beşikçi, araştırmacıların, üniversite hocalarının hiçbir bilgiye ulaşamadığına işaret ederek, „Ermeni soykırımı ile ilgili tüm arşivler yok edildi“ dedi. Tuma Çelik ise „Türkiye hoşgörülüdür“ sözlerine tepki göstererek, „Biz hoş görülmek zorunda mıyız?“ dedi.

Ankara Düşünceye Özgürlük Girişimi‘nin düzenlediği ‚Hrant‘ın Bıraktığı Yerden Öncesi ve Sonrasıyla 1915 İnkar ve Yüzleşme Sempozyumu, „İttihat ve Terakki‘den Kemalizme Resmi İdeolojik İnkar ve İmha“ başlıklı oturumuyla devam etti. Moderatörlüğünü Prof. Dr. Fikret Başkaya‘nın yaptığı ikinci oturumda konuşan Avrupa Süryaniler Birliği Yönetim Kurulu Üyesi Tuma Çelik, Süryanilerin halen inkar edildiğine işaret ederek, Süryani olmanın bir suç olmadığına dikkat çekti ve „Osmanlı, Türkiye hoşgörülüdür‘ deniliyor. Biz niye hoş görülmek zorunda kalıyoruz. Süryani olmam bir suç mu, farklı olmam bir suç mu?“ dedi.

Daha sonra konuşan Sosyolog İsmail Beşikçi ise, araştırmacıların, üniversite hocalarının, bu konuya ilişkin araştırma yapan herkesin hiçbir bilgiye ulaşamadığına işaret ederek, „Resmi ideoloji nedeniyle soykırımla ilgili bütün arşivler yok edildi“ şeklinde konuştu. Beşikçi, bu yaklaşımın halen Türkiye‘nin siyasal hayatına hakim olduğunu belirtti. Beşikçi, 1990′lı yıllarda yaşanan katliamlarla ilgili 2080 yılında bile belge bulunamayabileceğine dile getirdi.

„Kürtlerde Ermenilere karşı antipati var, bunun nedeni nedir?“ sorusunu yanıtlayan Beşikçi, aksine Ermenilerde Kürtlere karşı bir antipati olduğunu belirtti. Beşikçi, „Teşkilat-ı Mahsusa yöneticileri soykırımda bazı Kürtleri maddi manevi ödüller karşılığında kanımca tetikçi olarak kullandığı için bu antipati oluştu“ dedi. Türkiye‘de, Kürt, Ermeni, Süryani, Alevi sorunu olmadığını, Türk sorunu olduğunu vurgulayan Tuma Çelik ise bunun 1800′lü yıllarda başladığını dile getirerek, „Bizim halkımızın yaşadığı bölgede yani Güneydoğu Anadolu Bölgesi‘nde 400′den fazla köy tamamen boşaldı. O köylere daha sonra başka insanlar da girdi. O topraklarda büyüyen insanların bir bölümü Süryanilerle akraba olduklarını söylerler. Bu da tarihi bir belgedir“ diye konuştu.

‚Ermenilerin mallarının verildiği iddiası asılsızdır‘

„Sermayenin Türkleştirilmesi ve Ermeni Emval-i Metrukesine ne oldu?“ başlığı altında gerçekleştirilen üçüncü oturumda konuşan Mehmet Polatyel, Emval-i Metruke‘nin terkedilmiş mallar, el konulan mallar anlamına geldiğine işaret ederek bu alanın ihmal edildiğine dikkat çekti. Bugüne kadar daha çok soykırımın ideolojik- politik yönleri üzerinde durulduğunu ifade eden Polatyel, soykırımın bu boyutunun ihmal edildiğini belirtti. Polatyel, resmi ideolojinin „Ermeni mallarının geri verildiği, Ermeniler dönerek mallarını aldı“ iddiasında bulunduğunu hatırlatarak, bu iddiaların 8 Ocak 1920′de çıkarılan kararnameye dayandırıldığını ifade eden Polatyel bunların asılsız olduğunu kaydetti.

Yüksekova Haber

Drohende Hinrichtung

Amnestie International

http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-088-2010/drohende-hinrichtung

Urgent Action

Drohende Hinrichtung

* Iran

UA-088/2010
Index:
MDE 13/038/2010
21. April 2010

OSSEIN KHEZRI, 28-jähriger Kurde
ZEYNAB JALALIAN, 27-jährige Kurdin

Amnesty International geht davon aus, dass der 28-jährige Hossein Khezri und die 27-jährige Zeynab Jalalian, die beide der kurdischen Minderheit im Iran angehören, unmittelbar vor ihrer Hinrichtung stehen. Sie wurden in getrennten Verfahren der „Feindschaft zu Gott“ für schuldig befunden, da sie Mitglieder der Partei für ein Freies Leben in Kurdistan waren.

Hossein Khezri wurde 2008 in Kermanschah festgenommen und in eine Haftanstalt gebracht, die dem iranischen Geheimdienstministerium und den Revolutionsgarden untersteht. Anschließend verurteilte ihn das Revolutions-gericht von Oromieh im Nordwesten Irans wegen“Feindschaft zu Gott“ (moharebeh) zum Tode. Im Sommer 2009 wurde das Urteil in einem Rechtsmittelverfahren bestätigt. Laut eigenen Angaben wurde Hossein Khezri gefoltert. Er habe um Untersuchung der Vorfälle gebeten, sein Antrag sei jedoch im März 2010 abgelehnt worden. Am 11. April 2010 hat man Hossein Khezri vom Zentralgefängnis von Oromieh an einen unbekannten Ort verlegt. Es wird daher befürchtet, dass er unmittelbar vor seiner Hinrichtung steht.

Zeynab Jalalian, die aus Maku, einer Stadt im Nordwesten Irans, stammt, wurde Anfang des Jahres 2009 vom Revolutionsgericht von Kermanschah ebenfalls wegen „Feindschaft zu Gott“ zum Tode verurteilt. Zuvor hatte man sie acht Monate lang in einer Haftanstalt des iranischen Geheimdienstministeriums gefangen gehalten und ihre Familie im Unklaren über ihr Schicksal gelassen. Amnesty International erfuhr, dass Zeynab Jalalian während des Verfahrens, welches nach ihren Angaben nur wenige Minuten dauerte, keinen Rechtsbeistand hatte. Am 26. November 2009 bestätigte der Oberste Gerichtshof ihr Todesurteil.

Anfang März 2010 verlegte man Zeynab Jalalian aus dem Gefängnis von Kermanschah an einen unbekannten Ort, möglicherweise eine Haftanstalt des Geheimdienstministeriums. Einige Wochen später überstellte man sie in die Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses in Teheran. Die genauen Gründe für ihre Verlegung sind nicht bekannt, InternetjournalistInnen und MenschenrechtsaktivistInnen gehen aber davon aus, dass ihr in Kürze die Hinrichtung droht.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Zaynab Jalalian schrieb am Tag, nachdem der Oberste Gerichtshof ihr Todesurteil bestätigt hatte, einen Brief, der im Internet veröffentlicht wurde. Sie berichtet, gefoltert worden zu sein und schreibt weiter: „Ich habe den Richter gefragt, ob ich mich von meiner Mutter verabschieden darf. Er sagte ‚Halt die Klappe‘. Erst hat er mein Todesurteil bestätigt und dann hat er mir verboten, meine Mutter zu sehen.“

Die Kurden sind eine der zahlreichen ethnischen Minderheiten im Iran und leben vor allem im Westen und Nordwesten des Landes, in der Provinz Kordestan und in Nachbarprovinzen, die an kurdische Gebiete in der Türkei und im Irak grenzen. Sie sind religiöser, wirtschaftlicher und kultureller Diskriminierung ausgesetzt. Daher führten kurdische Organisationen wie die Demokratische Partei Kurdistan-Iran (KDPI) und die marxistische Gruppe Komala seit Jahren einen bewaffneten Kampf gegen die Islamische Republik Iran. Die 2004 gegründete Partei für ein Freies Leben in Kurdistan (PJAK) setzt sich für einen iranischen Staat mit „einem demokratischen System, in dem alle Bürger: Iraner, Kurden, Aserbaidschaner, Belutschen, Turkmenen, Araber und alle anderen ethnischen Gruppen sich selbst verwalten können“ ein. Die Partei verübte anfänglich Anschläge gegen iranische Sicherheitskräfte, hat aber 2009 einen Waffenstillstand erklärt.

Im Iran werden viele Verbrechen mit der Todesstrafe geahndet, unter anderem auch die „Feindschaft zu Gott“. Dieser Straftatbestand bezieht sich oft auf bewaffneten Widerstand gegen den Staat, aber auch auf andere Verstößen gegen die nationale Sicherheit wie z. B. Spionage. Seit November 2009 wurden zwei Kurden, Ehsan Fattahian und Fasih Yasmani, solcher Taten verdächtigt und dafür hingerichtet (siehe UA 271/09 und den englischen Bericht Iran: Halt executions of Kurdish and other political prisoners vom 12. Januar 2010 unter

http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE13/007/2010/en

Mindestens 18 weitere kurdische Männer und eine Frau sollen wegen Mitgliedschaft und Mitwirkung in verbotenen kurdischen Organisationen im Todestrakt sitzen. Zu ihnen gehören Farzad Kamangar, Farhad Vakili, Habibollah Latifi, Sherko Moarefi, Ali Haydarian, Anvar Rostami, Rostam Arkiya, Mostafa Salimi, Hassan Talai, Iraj Mohammadi, Rashid Akhkandi, Mohammad Amin Agoushi, Ahmad Pouladkani, Sayed Sami Hosseini, Sayed Jamal Mohammadi, Mohammad Amin Abdolahi, Ghader Mohamadzadeh, Aziz Mohammadzadeh und Shirin Alam-Hoei. Bei einigen von ihnen wurde eine ursprüngliche Freiheitsstrafe erst im Rechtsmittelverfahren in eine Todesstrafe umgewandelt (siehe den englischen Bericht Iran: Worsening repression of dissent as election approaches vom 1. Februar 2009 unter :

http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE13/012/2009/en

EMPFOHLENE AKTIONEN

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE

* Fordern Sie die iranischen Behörden auf, Hossein Khezri und Zeynab Jalalian nicht hinzurichten.
* Appellieren Sie an die Behörden, die gegen Hossein Khezri und Zeynab Jalalian verhängten Todesurteile in Freiheitsstrafen umzuwandeln, ihnen ein faires Verfahren entsprechend internationalen Standards zu gewähren und keine Beweise zuzulassen, die durch Folter oder andere Misshandlungen erlangt wurden.
* Informieren Sie die Behörden, dass Amnesty International das Recht und die Pflicht eines jeden Staates auf Strafverfolgung von Tatverdächtigen anerkennt, aber verlangt, dass die Staaten sich dabei an die internationalen Grundsätze für ein faires Verfahren halten. Informieren Sie die Behörden auch darüber, dass Amnesty International die Todesstrafe in jedem Fall ablehnt, da sie die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste aller Strafen darstellt.

APPELLE AN

RELIGIONSFÜHRER
Ayatollah Sayed ‚Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader
Islamic Republic Street – End of Shahid Keshvar Doust Street
Teheran, Iran (korrekte Anrede: Your Excellency)

E-Mail: info_leader@leader.ir oder über die Website http://www.leader.ir/langs/de/index.php?p=suggest

OBERSTE JUSTIZAUTORITÄT
Ayatollah Sadeqh Larijani
Office of the Head of the Judiciary
Pasteur St., Vali Asr Ave south of Serah-e Jomhouri
Teheran 1316814737, IRAN
(korrekte Anrede: Your Excellency)
E-Mail: über die Website http://www.dadiran.ir/tabid/75/Default.aspx (Erste Textzeile mit rotem Sternchen: Ihr Vorname. Zweite Textzeile mit Sternchen: Ihr Nachname. Dritte Textzeile mit Sternchen: Ihre E-Mail-Adresse. Appelltext in die große Textbox darunter.)

KOPIEN AN
LEITER DER IRANISCHEN MENSCHENRECHTSBEHÖRDE Mohammad Javad Larijani
Howzeh Riassat-e Ghoveh Ghazaiyeh
Pasteur St, Vali Asr Ave. south of Serah-e Jomhouri
Teheran 1316814737
IRAN
Fax: (00 98) 21 3390 4986
E-Mail: bia.judi@yahoo.com
(Als Betreff: FAO Mohammad Javad Larijani)

BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN
S.E. Herrn Alireza Sheikh Attar
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
Fax: 030-8435 3535
E-Mail: iran.botschaft@t-online.de

Armenier erinnern an Massenmord durch Türken vor 95 Jahren

ERIWAN: Mindestens 5.000 Armenier haben mit einem Fackelzug durch die Hauptstadt Eriwan des Massenmordes an ihrem Volk vor 95 Jahren gedacht. Die Demonstranten verbrannten türkische Fahnen und forderten die Türkei auf Spruchbändern auf, das Massaker als Völkermord anzuerkennen. Sie hielten auch Fahnen von Ländern hoch, die die Geschehnisse als Genozid eingestuft haben, darunter Frankreich, Polen und die Schweiz. Nach armenischen Angaben wurden zwischen 1915 und 1917 im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier getötet. Die Türkei lehnt die Einstufung der Gewaltakte als Völkermord ab. Der Konflikt belastet die Beziehungen zwischen beiden Ländern schwer.

DW

95 Years After the Assyrian, Armenian, Greek Genocide

(AINA) — „We have made a clean sweep of the Armenians and Assyrians of Azerbaijan.“ Those were the words of Djevdet Bey, the governor of Van Province in Ottoman Turkey, who on April 24, 1915 lead 20,000 Turkish soldiers and 10,000 Kurdish irregulars in the opening act of the genocide of Assyrians, Armenians and Pontic Greeks. In three short years, 750,000 (75%) Assyrians would be killed, 1.5 million Armenians and 500,000 Greeks.

Joseph Zaya (1906-2006) survived the genocide. He was born in a village in the Hakkary mountains (presently South-Eastern Turkey). The Ottoman Empire was something he lived in until the age of nine, when, in the face of genocide, he and his family was forced to flee. He remembered it vividly: long marches, hunger, starvation, butchery, impalement, burning.

„I lost my brother and his wife and four kids right in front of my eyes. Three Kurds and two Turks dragged my brother out and cut off his arms, right in front of me and his wife and kids. They then proceeded to rape his wife and eleven year old daughter, all the while looking at him and taunting him. After which they shot all of them. But they spared me. I don‘t know why.“

„During our escape through the mountains,“ he continued, „I remember the bodies strewn on both sides of the path. Most women and children were crying but would not dare stop to care for the sick and dead because they knew the Turkish and Kurdish armies were behind them. I remember a child on the side of the road suckling on his already dead mother who had died with her arms around him. That image has haunted me all my life. This is something that we Assyrians should never forget, and the world should not forget it, either.“

The genocide was recorded by Arnold Toynbee, famed British historian, as well as countless American and German missionaries. Toynbee’s document runs for more than 600 pages and is entitled, „Arnold Toynbee Papers and Documents on the Treatment of Armenians and Assyrian Christians by the Turks, 1915-1916, in the Ottoman Empire and North-West Persia.“ The national archives of the British, French and American states contain a large collection of documents related to the genocide. The Diplomatic French archives, for example, included 45 volumes on the Assyrian question from 1915 to 1940.

No objective inquisitor can deny this horrific genocide occurred, the first of the twentieth century. Yet Turkey’s official policy, which it pursues zealously, is to do exactly that. For Turkey, the genocide did not occur, what occurred was „civil strife.“ Turkey even goes as far as claim the Armenians mounted an insurrection and hence it was war and they were only casualties of war. This is not true, but even if it were, how would that explain the massacres of Assyrians and Greeks? They never rose against the Ottoman state. They remained loyal subjects until at last they realized their fate, and only then started literally defending their lives.

Ninety five years later, most of the world has come to accept that genocide was perpetrated by the Ottoman Turks. Even the Kurds, who did most of the actual killing during the genocide, have admitted it. On April 23, 1995 the Parliament of Kurdistan in Exile issued a statement saying „Let history note that we at the Parliament of Kurdistan in Exile share the pain of the survivors and their relations. We unequivocally denounce the act and condemn the perpetrators of this inhumanity, the Ottomans and their collaborators of the Kurdish auxiliary forces. We urge you all to do the same“ (AINA 4-23-1995).

But Turkey still refuses to come to terms with its past. In November of 2000, an Assyrian priest from St. Mary’s Syrian Orthodox Church in Diyarbakir, Turkey was arrested for affirming the Assyrian genocide of 1915. Fr. Yusuf was interviewed by reporters from the Turkish newspaper Hurriyet during deliberations in the U.S. Congress regarding HR 596, the Armenian Genocide Resolution. The reporters apparently had hoped to quote a Christian priest denying the validity of the Assyrian-Armenian-Greek Holocaust of 1915, but instead were angrily surprised by Fr. Yusuf’s defiant affirmation. Fr. Yusuf’s defiance has itself surprised those who have described him as an otherwise gentle and amicable man of faith. Following the interview, the Hurriyet reporters printed an inflammatory article with a photograph of Fr. Yusuf holding a cross under the headline „A Traitor Amongst Us“ (AINA 11-23-2000).

As recently as December 6, 2009 Turkey vigorously objected to the installation of an Assyrian Genocide monument in Fairfield, Australia. Turkey’s Consul General in Australia, Mr. Renan Sekeroglu, expressed opposition to the erection of the monument and denied the genocide of Assyrians in World War One. Mr. Sekeroglu conceded there were „tragedies“ on „both“ sides during that period. The monument was subsequently approved (AINA 12-6-2009).

It is in the interest of Turkey to recognize the genocide and come to terms with it. For the Assyrian, Armenian and Greek communities, recognition of this mass murder is the most important thing. It is not about reparations. It is a simple need for acknowledgment of an unspeakable act.

In a terrible repeat of fate, it was another genocide of Assyrians, the 1933 Simmele massacre in north Iraq, that inspired famed genocide researcher Raphael Lemkin to coin the word „genocide.“ In 1933 Dr Lemkin was deeply disturbed by the massacre of Christian Assyrians by Iraqis. His distress was compounded by earlier memories of the slaughter of Armenians by Turks during the First World War and the international jurist began to examine these acts as crimes in an effort to deter and prevent them. He presented his first proposal to outlaw such ‚acts of barbarism‘ to the Legal Council of the League of Nations in Madrid the same year (AINA 1-16-2007).

On March 4, 2010 the U.S. House Foreign Affairs Committee voted to condemn as genocide the mass killings of Armenians. Turkey recalled its ambassador. Vahe Magarian of Cincinnati, Ohio, sent a pointed letter to the New York Times, suggesting that Turkey’s recalled Ambassadors, „rather than flying home, should be made to march home on foot. Forced marches were the preferred means of travel during the dying days of the Ottoman Empire.“ Prominent Turkish commentator Can Dundar wrote an article titled: „Are we going to recall all our Ambassadors?“ He stated that, at this rate, by the time the 100th anniversary of the Armenian Genocide rolls around in 2015, there won‘t be a single country left not accusing Turkey of genocide. Isn‘t it about time that we search out what dirty work our fathers did 95 years ago? Shouldn‘t we ask what did we do wrong? Dundar implored (AINA 3-16-2010).

On March 11, 2010 the Swedish parliaments voted for recognition of the Genocide of Assyrians, Pontic Greeks and Armenians (AINA 3-12-2010). The Genocide has been recognized by over 20 other countries but in those it has always been the „Armenian Genocide,“ but in Sweden the Assyrians and the Pontic Greeks were mentioned as victims of the horrifying massacres. This caused major diplomatic crises between Sweden and Turkey. The Turkish ambassador was recalled, the Swedish prime minister, Fredrik Reinfeldt, called Turkey’s Recep Erdogan and apologized for the vote. The Swedish minister of foreign affairs, Carl Bildt, called the vote „sad and stupid.“ Suddenly Swedish democracy was forgotten by the leaders. The Turkish government took its chances and started a huge campaign, including threats against Assyrians and Armenians. The Assyrian Federation in Sweden fought back by publishing an interview from 2006 with Reinfeldt, where he says that he would fight for recognition of the Genocide were he elected prime minister.

It all became very embarrassing for the Swedish and Turkish governments and just two weeks after what made headlines in a lot of the international media outlets all was forgotten and the Turkish ambassador was back in Stockholm. This shows that Turkey knows that it doesn‘t work to threaten the Assyrians.

Assyrian International News Agency




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