Athen- Rassistische Provokationen und Morde

Anlässlich des griechischen Nationalfeiertages am 25 März spielten sich in Athen skandalöse rassistische, vor allem antialbanische Provokationen ab. Spezialeinheiten der Armee traten mit Bannern auf einer Parade auf, auf denen zur „Offensive gegen „Albaner, Mazedonier und Türken,“ aufgerufen wurde.

Anlässlich des griechischen Nationalfeiertages am 25 März spielten sich in Athen skandalöse rassistische, vor allem antialbanische Provokationen ab. Spezialeinheiten der Armee traten mit Bannern auf einer Parade auf, auf denen zur „Offensive gegen „Albaner, Mazedonier und Türken,“ aufgerufen wurde. Aufgrund eines Amateur Videos berichtete die Zeitung „Elefterotipia“ unter der Schlagzeile „ Rassistische Flaggenparade“ über die Vorgänge. Dieser Vorgang war eine bewusste Provokation, Anhänger der faschistischen Szene Griechenlands begleiteten die Armee Einheit mit frenetischem Jubel. Gleichzeitig grölten die Soldaten Parolen wie,- „ Als
-Grieche wird man geboren, Grieche wird man nicht. Wir werden euer Blut
fließen lassen, ihr albanischen Schweine“-. Eine besondere Provokation, die schon fast an einen Putsch erinnerte fand bei der Wachablösung vor dem griechischen Parlament statt. Während im Saal der griechische Innenminister die Aktionen verurteilte, machte die Wachablösung vor dem Parlament mit ihren Provokationen weiter.Das Verhalten der Spezialeinheiten soll nun angeblich untersucht werden. In Wahrheit ist diese bewusste faschistische Aktion ein Ausdruck der tiefen kapitalistischen Krise in Griechenland. In Griechenland leben und arbeiten mittlerweile rund 500.000 Albaner und Albanerinnen. In den letzten Wochen kämpften die griechischen Arbeiter und Arbeiterinnen zusammen mit vielen Albanern, gegen den größten Sozialabbau in der griechischen Nachkriegsgeschichte. Dieser gemeinsame Widerstand soll mittels rassistischer Provokationen durch den griechischen Staatsapparat und durch die griechischen Faschisten gebrochen werden. Am 29. März explodierte in einem Viertel Athens mit vielen Emigranten eine Bombe. Resultat- Es gab einen TOTEN und viele Verletzte. Offensichtlich

Um was geht es ?

Seit mehreren Wochen demonstrieren und streiken die ArbeiterInnen in Griechenland gegen die geplanten massiven Kürzungen bei Löhnen, Renten und Bildung, gegen Stellenabbau im öffentlichen Dienst und Erhöhungen von Massensteuern. Deutsche Politiker, Unternehmer und Medien behaupten, „die Griechen“ hätten „über ihre Verhältnisse gelebt“ und müssten nun dafür den Preis zahlen. Zudem wird das Klischee bedient, dass in Griechenland – und generell in Südeuropa – Misswirtschaft und Korruption vorherrschen.
Mit dieser Propaganda soll davon abgelenkt werden, dass die Masse der griechischen Bevölkerung, wie in Deutschland und überall, nicht die Rezession verursacht hat, sondern im Gegenteil mit ihren Steuergeldern die Banker und Spekulanten „gerettet“ wurden. Dieselben Banken saugen jetzt ihre Retter finanziell aus! Gleichzeitig wollen die herrschenden Eliten und ihre Meinungsmacher in den Massenmedien nach dem Motto „teile und herrsche“ die arbeitenden und erwerbslosen Bevölkerungen der verschiedenen europäischen Länder gegeneinander ausspielen.
Die Mehrheit der Griechen muss von deutlich niedrigeren Löhnen als in Deutschland leben, bei Preisen welche in den Großstädten mit den Preisen in Deutschland vergleichbar sind. Mit der Kampagne des Establishments soll davon abgelenkt werden, wer die Schuldigen für die schwerste Rezession seit achtzig Jahren sind und der ideologische Boden bereitet werden, um die Kosten der Masse der Bevölkerung aufzuhalsen. Reiche und Konzerne werden gleichzeitig weiter beschenkt.
Die Antwort von Gewerkschaften, sozialen und linken Bewegungen muss sein: Gemeinsam gegen die Verursacher der Krise auf die Straße! Mobil machen gegen die Politik der nationalen Regierungen und gegen die EU-Kommission, die auf Anweisung der Großmächte Griechenland de facto unter Zwangsverwaltung stellt und entrechtet.
Der Widerstand der Lohnabhängigen, SchülerInnen, StudentInnen und RentnerInnen in Griechenland darf sich durch den rassistischen Staatsapperat und die zivilen faschistischen Banden nicht spalten lassen.

Internationalismus statt Nationalismus

Die Provokationen der griechischen „Spezialbrigaden“ und der griechischen Faschisten sind unerträglich. Dagegen fanden in Tirana zurecht Demonstrationen statt. Es gilt aber immer zu berücksichtigen: Die griechischen Faschisten wollen den sozialen Widerstand in Griechenland gegen das kapitalistische Krisenbewältigungsprogramm nationalistisch kompensieren. Sie setzen auf den weit-verbreiteten antialbanischen Rassismus in Griechenland, um die dortige Arbeiterklasse auf nationalistischer Basis zu spalten. Es ist im eigenen Interesse der griechischen Arbeiter diese faschistische Provokation zurückzuschlagen. In Albanien muss es darum gehen schnellstens Kontakte mit der griechischen Linken herzustellen. Denn auch in Albanien gibt es eine ungeheure soziale Situation. Es muss alles unternommen werden, um den sozialen Kampf in Griechenland zu unterstützen.

Max Brym/ indymedia





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