Soldaten töten Minibusfahrer

Der 23jährige Hecer Uslu, der mit seinem Minibus in der Provinz Şırnak zu dem Dorf Ortabağ im Kreis Uludere (an der Straße zwischen Şırnak und Hakkari) unterwegs war, starb aufgrund von Schüssen durch die militärische Jandarma. Der BDP Kreisvorsitzende von Şırnak Sekvan Aytu erklärte, dass der Minibus von 51 Schüssen getroffen worden war. Nach Augenzeugenberichten war der Bus ohne Warnung oder „Haltebefehl“ angegriffen wurde.

Der am Tatort diensttuende Cousin des Getöteten Osman Uslu erklärte „Die zu diesem Zeitpunkt diensthabenden Soldaten schickten uns mit einigen Dorfschützer aus um Holz zu sammeln. Wir stiegen mit den Soldaten bis zur Straße herunter. Der Kommandant der Gruppe war der Oberleutnant Özcan Akdemir. (…) Die Soldaten reihten sich am Straßenrand auf. Das Auto kam angefahren. Der Oberleutnant befahl den Soldaten sich hinzulegen und sie eröffneten das Feuer. Es wurde kein Haltebefehl an das Fahrzeug o.ä. gegeben. Er Kugelhagel wurde ohne Ankündigung eröffnet. Ohne dass das Auto uns schon erreicht hätte Stoppte es, weil der Fahrer Hecer verletzt worden war. Danach holten sie ihn aus dem Auto.“

Die Soldaten verhinderten nach Augenzeug_innenberichten eine medizinische Versorgung des schwer verletzten, der daraufhin verstarb. Die Soldaten versuchten danach die Situation zunächst als Folge eines Kampfes darzustellen. Ramazan Arka, der zu diesem Zeitpunkt am Tatort war, erklärte: „ Es wurden Erklärungen abgegeben, dass am Ort des Geschehens zwei Soldaten am Bein verletzt worden seien. Das sind alles Lügen. Es sind Versuche das Geschehene zu verschleiern. Als ich zum Ort des Geschehens kam, gab es keine verletzten Soldaten. Keiner hat davon gesprochen. Danach wurde aber so eine Aussage verbreitet. Das Auto war aber von vier Seiten von Kugeln durchlöchert.“

Der Vater des Getöteten, Salih Uslu erklärte, dass sein Sohn schon vorher, weil er an DTP Konvoys teilgenommen hatte, von Soldaten bedroht worden war. Er erklärte auch, dass sein Sohn den Militärdienst gerade abgeschlossen hatte.

Am Ort des Geschehens fand sich der Kreisvorsitzende der BDP von Şırnak Sekvan Aytu und BDP Stadtratsmitglieder ein. Sie untersuchten die Ereignisse indem sie mit den Augenzeug_innen sprachen und den Tatort begingen. Aytu erklärte, dass der Bus von 51 Kugeln getroffen worden sei und dass sich am Straßenrand eine große Zahl von Patronenhülsen befunden habe, was darauf hindeute, dass aus kurzer Entfernung das Feuer eröffnet worden war. Er erklärte weiter: „Der Staat hat einen Krieg gegen die Kurd_innen begonnen. (…) Die Demokratische Öffnung der AKP Regierung bedeutete, dass die Bürgermeister_innen verhaftet wurden und die Ermordung von unschuldigen Zivilpersonen. Das Ziel ist das kurdische Volk. Ob du Dorfschützer bist, Ladenbesitzer_in, Dorfbewohner_in, Kind oder Mutter bist macht keinen Unterschied. Wir werden dieses Ereignis nicht vergessen. Der Leid dieser Familie ist unser aller Leid.“

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