Hakkari: Polizeiübergriffe und Straßenkämpfe

Auch am 8. Tag dauern die Straßenschlachten in Hakkari an. Wieder beteiligten sich Hunderte jugendliche Mädchen und Jungen an Straßenschlachten und am Barrikadenbau im Medrese Stadtviertel von Hakkari. Die Polizei greift die Jugendlichen einerseits mit Tränengas und Wasserwerfern an und versucht sie andererseits als Demonstranten verkleidet in einen Hinterhalt zu locken. Dabei riefen die Polizisten auch Parolen für Öcalan und warfen teilweise auch Steine.

Die Auseinandersetzungen, bei denen auch Überwachungskameramasten zerstört wurden (siehe Video) dauern an. Es gab eine große Zahl verletzter Polizisten, da die Polizei aus Versehen in die eigenen als Demonstranten verkleideten Einheiten Gasgranaten schoss. Die Zivilpolizisten forderten sofort per Funk, dass der Beschuss auf sie gestoppt werden müsse.

Da die Polizisten keine DemonstrantInnen festnehmen konnten, begannen sie kurdische Frauen, die sie antrafen sexistisch zu beleidigen und zu verprügeln. An einigen Orten im Viertel finden sich die Blutspuren dieser Übergriffe, auch an Schuhen, die von den Festgenommenen und Zusammengeschlagenen zurückgeblieben sind. Die 55-jährige Fatma A., die von der Polizei zusammengeschlagen wurde, berichtet: „Als ich Müll rausbrachte griffen mich die Polizisten, die ins Viertel eindrangen, mit Knüppeln an und brachen meinen Arm. In unsere Häuser warfen sie Gasgranaten.“ Eine Jugendliche erklärte: „Die Polizisten drangen ins Stadtviertel ein und griffen die Frauen mit Knüppeln an. Wir wollen diese Ungerechtigkeit nicht mehr. Es reicht. Egal ob Frau oder Kind, sie ziehen alle aus den Häusern raus… Wir werden alle zur Direktion gehen und es zur Sprache bringen. Entweder bringt uns alle um oder hört damit auf.“

Die Augenzeugin Şükrü K. berichtet: „Sie nahmen ein Frau und beschimpften sie aufs übelste. Ich ging auch raus. Ich dachte, weil ich alt bin tun sie mir nichts und sagte, sie sollen diese Beschimpfungen unterlassen. Dann schossen mir eine Gasgranate gegen mein Bein. Das was wir heute Abend gesehen habe, hat man nicht einmal in Palästina erlebt. Es ist unerträglich, wie weit sie gehen. Sie holen kleine Kinder aus den Häusern und verfrachten sie in ihre Panzer. Dann sagen sie dem Richter, sie hätten an Aktionen teilgenommen. Aber sie haben sie vor unseren Augen aus den Häusern geholt.“

Der Sprecher vom Menschenrechtsverein IHD Ismail Akbulut, der Augenzeuge des Geschehens war, erklärte, dass er morgen zu den Übergriffen durch Zivilpolizisten auf Frauen eine Presseerklärung machen würde.


Hakkari‘de Olaylar 8. Gününde

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