Türken terror geht Weiter / KURDISTAN

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Der Freund des Verstorbenen sagt: “Er rannte doch nur vor den Gasbomben weg”
Der 14-jährige Abdulsamet Erip starb, nachdem er bei einem Polizeiübergriff auf Fußball spielende Kinder in einen Fluss fiel. Der Freund des Verstorbenen sagt: “Er rannte doch nur vor den Gasbomben weg”

Der Tag des Kindes wurde zum letzten Tag im kurzen Leben von Abdulsamet Erip.

Der 14-jährige C. D. berichtet: “Wir spielten nahe dem Fluss Katrames Fußball. Plötzlich schoss die Polizei mit Gasbomben auf uns. Wir rannten alle weg und Abdulsamet verlor sein Gleichgewicht und ist in den Fluss gefallen. Er war noch hinter mir kurz bevor er in den Fluss fiel und von dessen Strömung fort getragen wurde. Wir konnten ihm wegen dem Gas gar nicht helfen. Später dann konnten Jugendliche ihn aus dem Fluss holen.“

Der 16-jährige R. A. sagt: “Wir sahen ihn alle in den Fluss fallen, als er wie wir versuchte, vor den Polizeigranaten davonzulaufen. Niemand konnte ihm helfen, weil das Gas in den ersten Minuten die ganze Umgebung bedeckte. Es war zu spät, als wir ihn herausholen konnten.“

Weitere BürgerInnen der Stadt bestätigen die Berichte der Kinder und bekräftigen, dass der 14-jährige ohne den Gasangriff noch leben würde und ohne die auch nach seinem Fallen in den Fluss anhaltenden Attacken der Polizei hätte gerettet werden können.

Unterdessen fordert die Anwaltskammer von Hakkari eine Untersuchung und die Verurteilung des Polizisten, der einen weiteren 14-jährigen ins Koma prügelte.

Spannungen in der Provinz Hakkari nehmen zu

Die Auseinandersetzungen in Yüksekova in der Provinz Hakkari weiten sich aus. Nach Polizeiübergriffen auf Demonstrierende verteilten sich die Proteste in der ganzen Stadt. Während LadenbesitzerInnen ihre Geschäfte schlossen, errichteten die Menschen mehrere Barrikaden im gesamten Stadtgebiet, um gegen die Repressionen gegen die DTP zu protestieren.

Ungefähr eintausend Menschen durchbrachen Polizeisperren und begaben sich in die Nähe des Polizeireviers in der Stadtmitte. Die Polizei schoss unentwegt mit scharfer Munition in Richtung der Demonstranten. Die Ereignisse eskalieren bis zum jetzigen Zeitpunkt.

Mittlerweile wird von 20 Festnahmen und drei leicht Verletzten berichtet.

DTP fordert ehemalige kurdische Politiker zur Mitarbeit auf

Die DTP hat angesichts der Repressionswelle mit Hunderten Festgenommenen und Verhafteten Dutzende Personen, die seit Zeiten der HEP in der kurdischen Politik aktiv waren, zu erneuten Mitarbeit aufgefordert. Auf zwei Versammlungen soll über eine Lösung der kurdischen Frage, die jüngsten politischen Entwicklungen und die Einheit in der kurdischen Politik diskutiert werden.

Zu der morgen stattfindenden Versammlung wurden ehemalige Bürgermeister der HADEP und DEHAP eingeladen sowie Kandidaten der DTP bei der Kommunalwahl im März diesen Jahres, die ihr Ziel nur knapp verfehlt haben.

An einer zweiten, am Sonntag stattfindenden Versammlung sollen kurdische Politiker teilnehmen, die früher in der HEP, DEP, HADEP, DEHAP oder DTP eine Funktion inne hatten, aus verschiedenen Gründen jedoch ihre Mitarbeit beendet haben. Zu den 70 geladenen Gästen gehören u. a. die ehemaligen Parteivorsitzenden Murat Bozlak, Tuncer Bakirhan und Ahmet Turan Demir. Sie sollen dazu aufgefordert werden, „unter dem Dach der DTP gegen die Rechtlosigkeit und Ungerechtigkeit im Namen des kurdischen Volkes demokratische Politik“ zu machen.

Scheinheiligkeit am Tag des Kindes

In den Haftanstalten der Türkei befinden sich immer noch 2433 Minderjährige, und die meisten davon sind kurdisch. Trotz dieser Tatsache und obwohl in der Türkei selbst Murmeln in den Taschen von Jugendlichen bestraft werden und die Strafen oftmals doppelt so sind, wie die betroffenen Kinder alt, hat der türkische Staat gestern den nationalen Feiertag des Kindes begangen. Die DTP beteiligte sich aus Protest gegen die AKP-Regierung und ihre Politik an keiner der offiziellen Feierlichkeiten.

Bei der offiziellen Zeremonie in Amed trat ein General gegen das Namensschild des Oberbürgermeisters Osman Baydemir, weil dieser der Feier ferngeblieben war. Gegen die neue Bürgermeisterin von Dersim, Edibe Sahin, wurde aus dem gleichen Grund ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Quelle: ÖP, 24.04.2009, ISKU





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